Bundesliga

DFB wechselt Kampka vor Werder-Spiel aus

26. April 2019, 11:56 Uhr

Foto: dpa

Nach den Querelen um den umstrittenen Elfmeterpfiff im DFB-Pokalhalbfinale gegen Bayern München (2:3) kommt es für Fußball-Bundesligist Werder Bremen nicht zu einem schnellen Aufeinandertreffen mit Robert Kampka.

Der Arzt aus Görlitz, bei der Partie am vergangenen Mittwoch Videoassistent, wird im Bremer Ligaspiel am Samstag bei Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr/Sky) als Vierter Offizieller kurzfristig durch Florian Heft (Neuenkirchen) ersetzt. Dies teilten Werder und Düsseldorf am Freitagvormittag via Twitter mit. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) war für eine Stellungnahme zu den Gründen des Wechsels zunächst nicht zu erreichen.

Werder-Geschäftsführer Frank Baumann erklärte bei einer Pressekonferenz am Freitagmittag: "Es ist im Sinne aller Beteiligten, dort jetzt nichts an Diskussionen und Aufmerksamkeit aufkommen zu lassen, die dort entstehen können und mit dem Spiel nichts zu tun haben. Es ist eine sehr kluge Entscheidung des DFB. Wir werden uns auf unser Spiel konzentrieren." Schiedsrichter-Entscheidungen könne man als Verein "sowieso nicht beeinflussen, deswegen sollte es für uns kein Thema sein", so Baumann weiter.

DFB-Videochef Jochen Drees hatte die umstrittene Strafstoßentscheidung am Donnerstagabend auf dfb.de "für nicht korrekt" erklärt. Zudem kritisierte er den Austausch zwischen Schiedsrichter Daniel Siebert und dem Video-Assistenten Kampka in Köln. Die Kommunikation sei "nicht gut abgelaufen", sagte Drees.

Siebert hatte sich die Szene, bei der Bayerns Kingsley Coman wenige Minuten vor Schluss durch einen leichten Schubser von Theodor Gebre Selassie im Strafraum zu Fall gekommen war, nicht selbst angeschaut. Drees hätte sich ein On-Field-Review gewünscht.

Der Elfmeter, den Robert Lewandowski zum Finaleinzug der Bayern verwandelte, hatte hitzige Diskussionen ausgelöst. Bremens Kapitän Max Kruse bezeichnete den Pfiff als "lächerlich". Laut Drees habe es Aspekte gegeben, "die auf fachlicher Ebene gegen einen Strafstoß sprechen", allerdings auch einen Aspekt, "der für ein strafstoßwürdiges Vergehen spricht". sid

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26.04.2019 - 15:03 - Klemperer

Wenn man schon länger Fussball schaut und spielt, kann man nicht nur diesen, sondern sehr viele Elfer für arg übertrieben halten. Es ist kein Geheimnis, daß viele Vereine bereits in der E-Jugend anfangen, Schwalben, einfädeln zu trainieren. Klar gab es immer Schwalben, Hölzenbein im WM-Endspiel 1974 war die erste, die ich miterlebt habe - lächerlich. Aber es nimmt arg überhand, und das war wirklich nur dann ein Elfer, wenn man heutige Maßstäbe ansetzt. In der Bundesliga, und erst recht in England, wären Stürmer, die so eindeutig auf Elfer aus sind und bei jedem Schubserchen schmerzverzerrt zusammenbrechen, von den eigenen Fans ausgelacht worden.
Dem Fussball dient das wirklich nicht. Und, easybyter, wie Baumann ja sagt - um Namen geht es da gar nicht. Wer da einmal weniger bei einem Werder-Spiel war, wissen wir alle in 3 Tagen nicht mehr. Bloßgestellt wird da niemand, außer alle, die solchen Mätzchenfußball kritiklos mitmachen. Dann darf man sich auch nicht wundern, daß pausenlos gelbe und rote Karten gefordert werden, Schwalben ohne Ende versucht werden, und Fußball insgesamt dröger und langweiliger wird.

26.04.2019 - 14:43 - easybyter

Drees ist doch nicht im Besitz der absoluten Weisheit. Es lag ein Schubser vor und insoweit kann man nicht davon sprechen, die Strafstoßentscheidung sei nicht korrekt. Vielleicht hätte er den Elfmeter nicht gegeben, aber andere Schiedsichter hätten auch nach Ansicht der Zeitlupe auf Strafstoß entschieden. Wenn Herr Dr. Drees da geschwiegen hätte, wäre es besser gewesen. Er stellt den Schiedrichter und den Video-Assistenten öffentlich bloß. Was für eine Hybris muss dieser Mensch doch besitzen.