Schwerer Dämpfer statt weiterer Aufbruchstimmung: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat nach zahlreichen Blackouts in der Abwehr einen riesigen Schritt Richtung EM 2020 verpasst und steht nach dem ersten Rückschlag in der Qualifikation unter Zugzwang.

EM-Quali

DFB-Team verliert Prestigeduell gegen Niederlande

06. September 2019, 22:14 Uhr

Foto: firo

Schwerer Dämpfer statt weiterer Aufbruchstimmung: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat nach zahlreichen Blackouts in der Abwehr einen riesigen Schritt Richtung EM 2020 verpasst und steht nach dem ersten Rückschlag in der Qualifikation unter Zugzwang.

Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw unterlag den Niederlanden in einem turbulenten Prestigeduell in Hamburg mit 2:4 (1:0) und verpasste den Sprung an die Tabellenspitze der Gruppe C.

Serge Gnabry (9.) brachte die DFB-Auswahl in Führung, Frenkie de Jong (59.) gelang der Ausgleich. Nach einem Eigentor von Jonathan Tah (66.) ließ ein von Toni Kroos verwandelter zweifelhafter Handelfmeter zumindest auf einen Punktgewinn hoffen (73.), doch Donyell Malen (79.) und Georginio Wijnaldum (90.+1) besiegelten die erste Heimniederlage in der EM-Qualifikation seit zwölf Jahren.

Nach dem Rückschlag steht das Löw-Team (9 Punkte) am Montag (20.45 Uhr/RTL) in Belfast gegen Gastgeber Nordirland (12) unter Druck, da auch die Niederländer (6) auf Tuchfühlung sind.

„In der ersten Halbzeit hatten wir kaum Ballbesitz. Das kann nicht unser Anspruch sein. Insgesamt war es ein ganz schwaches Spiel von uns. Aus diesem schlechten Spiel müssen wir lernen“, sagte Niklas Süle bei RTL.

Löw gab vor 51.299 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion dem zuletzt in der Liga treffsicheren Timo Werner den Vorzug gegenüber Julian Brandt als Ersatz für den verletzten Leroy Sane (Kreuzbandriss). „Timo hat das Selbstbewusstsein von fünf Toren in der Bundesliga“, begründete Löw seine Personalentscheidung.

Doch zunächst waren die Gastgeber in der Defensive gefordert. Die Niederländer um Ausnahmeverteidiger Virgil van Dijk übernahmen in der Anfangsphase die Spielkontrolle, die DFB-Auswahl lauerte wie schon beim Hinspielsieg in Amsterdam (3:2) auf Ballgewinne und daraus resultierende schnelle Umschaltmomente.

Die erste Chance hatte aber die Elftal. Bei einem strammen Schuss von Memphis Depay war Kapitän Manuel Neuer zur Stelle (8.). Der viermalige Weltmeister antwortete mit der Führung. Nach einem Traumpass von Joshua Kimmich scheiterte Lukas Klostermann zwar noch freistehend an Schlussmann Jasper Cillessen, doch Gnabry erzielte im Nachschuss sein achtes Tor im neunten Länderspiel.

Der Münchner bedankte sich damit bei seinem Chef Löw. „Gnabry spielt immer“, hatte der Bundestrainer erklärt und dem 24-Jährigen damit vor dem Spiel eine für ihn ungewohnte Stammplatzgarantie gegeben.

Löw, der nach seinem Hantel-Unfall die beiden Qualispiele im Juni verpasst hatte, konnte aber zunächst nicht nur mit Gnabry zufrieden sein. Die Niederländer hatten zwar weiterhin viel Ballbesitz, doch die DFB-Auswahl um Abwehrchef Süle verteidigte sehr aufmerksam. Nach Ballgewinnen ging es schnell nach vorne. Gnabry übersah allerdings bei einem Konter den gut postierten Werner (27.). Besser machte es Toni Kroos bei seinem Zuspiel auf Marco Reus. Der Dortmunder fand aber aus kurzer Distanz im stark reagierenden Cillessen seinen Meister (42.).

„Von Hamburg über München bis nach London“ war auf einem Fan-Banner in Anspielung auf den Vorrunden-Spielort und den Finalort der EM im kommenden Jahr zu lesen. Und der dreimalige Europameister weckte auch zu Beginn der zweiten Halbzeit Hoffnungen bei den Anhängern. Nach einer Hereingabe von Nico Schulz verpasste Gnabry seinen zweiten Treffer nur knapp (52.).

Die Niederländer erhöhten mit zunehmender Spieldauer das Risiko. Kapitän Neuer parierte gegen Georginio Wijnaldum noch gut (56.), doch danach ging die Ordnung bei der DFB-Auswahl verloren. Beim ersten Länderspieltor von de Jong befand sich die deutsche Abwehr im kollektiven Tiefschlaf.

Löw reagierte auf den Ausgleich und brachte Kai Havertz und Ilkay Gündogan für Reus und Werner. Doch sein Team verlor zunehmend die Kontrolle. Neuer verhinderte gegen einen Kopfball von van Dijk zwar noch den Rückstand, doch Sekunden später lenkte Tah den Ball ins eigene Netz.

Nach dem glücklichen Ausgleich von Kroos durfte das DFB-Team wenigstens auf einen Punkt hoffen, doch der eingewechselte Malen bestrafte die Nachlässigkeiten in der deutschen Defensive mit dem dritten Tor der Gäste. (sid)

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07.09.2019 - 06:39 - Julius.Oppermann

Ach, gestern gab es ein Länderspiel? Ich wusste es gar nicht. Wen interessiert diese "Boateng-Truppe"? Mich jedenfalls nicht (mehr).

07.09.2019 - 05:20 - F.C.Knüppeldick

Zuerst sollte Kimmich mal öfter seinen Mund halten.Der hat bei Bayern und bei der DFB-Elf ständig was zu sagen-und wie gut sie sind-was sie aber keinesfalls sind-zumindest nicht in der Spitze.Bayern wird nicht die Champions-League gewinnen und Deutschland wird auch kein Europameister werden.Ich sehe den Ausfall von Sane nicht als so großes Problem an,weil wir im Mittelfeld-und auf den Außenbahn ziemlich gut besetzt sind,klar ist er Klasse,aber wir sind da adäquat gut aufgestellt.Nur ein echter Knipser fehlt da.Werner hinkt seinen Ansprüchen hinterher,der Durchbruch kann aber noch kommen.Schwachpunkt ist ganz klar die Abwehr,denn mit Tah,Ginter,Schulz und auch mit Süle haben wir keine internationale Klasse.Klostermann ist noch nicht so weit.Der könnte aber in 2-3 Jahren zu einem richtigen Klasse-Spieler werden.Und ich weiß nicht,aber ich habe Kroos nicht richtig beobachtet,weiß aber auch nicht,ob das noch was bringt.Und nochmal zum System: Dieses System bringt mich richtig auf die Palme.Ob im Vereinsfußball oder in der Nationalmannschaft.Deutschland hat immer das Spiel gemacht-eigentlich nie der Gegner.Deshalb zurück zum Ballbesitzfußball und nicht 40 Meter bis zum eigenen Tor zurückziehen!

07.09.2019 - 00:18 - Kuk

Uppps !
Vier Gegentore gegen die Niederlande und selbst nur zwei eher glückliche Tore (Ein Abstauer-Tor und ein zweifelhaftn Elfmeter)
Deutlich zu sehen, dass Deutschland das verletzungsbedingte Fehlen von Leroy Sané gegen gute Gegner nicht kompensieren kann.
--
> Kimmich texte nach seiner gelben Karte den SR zu, ähnlihc wie bei seiner Tätlichkeit gegen Sancho im Suprecup.
> Lt. Löw hat Kroos dreimal die CL gewonnen, tatsächlich ist Kross der einzge Deutsche, der die CL viermal gewinnen konnte.
> Deutlich zu sehen, dass Kimmichs Einschätzung, Deutschland sei Mitfavorit für die EM, nicht zutrifft.

06.09.2019 - 23:27 - F.C.Knüppeldick

Die sollen mal lieber mit Ballbesitz spielen-das ist ja grauenhaft mit anzusehen dieses System-und außerdem wird dann die Abwehr nicht unter Druck gesetzt,das ist ganz wichtig bei unseren Weltklasseverteigern.Die DFB Elf hat aber was mit Bayern gemeinsam-das ist fast das selbe in Grün...;D

06.09.2019 - 22:58 - Stahlzebra

Herzlichen Glückwunsch an die Fußballmafia DFB ! Spätestens jetzt sollte für Herrn "ich saah ma ßooo ..."-Löw Armageddon sein !!! Aber hey - is ja nich so, daß Deutschland zuhause gegen Holland verloren hat ...war ja nur "Die Mannschaft" :-(((