Michael Wurst führt im Fußball ein Doppelleben. Er arbeitet als Stadionsprecher des VfL Bochum und ist gleichzeitig Trainer beim Landesligisten FC Frohlinde - Terminchaos inklusive.

2. Bundesliga

Deshalb ist VfL-Stadionsprecher Wurst Amateurtrainer

Justus Heinisch
18. März 2020, 11:59 Uhr
Michael Wurst ist Stadionsprecher beim VfL Bochum. Foto: Joachim Haenisch

Michael Wurst ist Stadionsprecher beim VfL Bochum. Foto: Joachim Haenisch

Michael Wurst führt im Fußball ein Doppelleben. Er arbeitet als Stadionsprecher des VfL Bochum und ist gleichzeitig Trainer beim Landesligisten FC Frohlinde - Terminchaos inklusive.

Es kann schon einmal sein, dass der VfL Bochum und der FC Frohlinde gleichzeitig sonntags ein Spiel haben. "Frohlinde weiß das, der VfL hat dann Vorrang", erklärt Wurst, seit 2007 Stadionsprecher Bochums. Wenn es klappt, fährt er anschließend nach zum Spiel des Landesligisten. Dort ist er Trainer. Gemeinsam mit Stefan Hoffmann. "Wir ticken gleich und sind seit drei Jahren eine Doppelspitze. Das funktioniert", so Wurst. Ziemlich erfolgreich sogar.

Vor zwei Jahre stieg der "kleine aber feine Verein", O-Ton Wurst, in die Landesliga auf. Dort hält sich der Klub, steht derzeit auf dem elften Tabellenplatz.

Auf den Landesliga-Plätzen bekomme Wurst schon einmal einen Spruch gedrückt - aber nicht aufgrund seiner Rolle als VfL-Stadionsprecher, sondern meistens wegen seines Namens. "Ich sage dann immer: Wenn ich einen Spruch bekomme, den ich noch nicht kenne, gebe ich einen aus", so der 45-Jährige, der auch als Sänger aktiv ist.

Ohnehin, Profi-Business und Amateurlager seien schwer miteinander zu vergleichen. Wurst, selbst jahrelang in der 3. und 4. Liga als Fußballer unterwegs, ist jedenfalls froh, beide Seiten unter einen Hut zu bekommen.

Beim Thema VfL Bochum wird Wurst wortkarg

In der Landesliga haben Wurst und Co. einen kleinen Umbruch zu bewältigen, "frisches Blut" kam neu zur Mannschaft. Darunter Marc-André Kruska, Ex-Profi von Borussia Dortmund. Trainerkollege Hoffmann kannte den "Castroper Junge" noch von früher. Kruska ist überdies im Trainerstab der Bochumer U19.

Dorthin hat auch Wurst gute Kontakte, logischerweise. Die Wege sind kurz, das Netzwerk von Wurst groß. "Das ist so, wenn man im Fußball von oben bis unten vernetzt ist." Schon einigen Jugendspielern hat er ein Probetraining beim VfL-Talentwerk vermittelt - und andersherum.

Er selbst hat vor vielen Jahren beim VfL Bochum gespielt und stand dort beispielsweise mit dem jetzigen Sportgeschäftsführer Sebastian Schindzielorz auf dem Rasen. Wer jetzt aber denkt, über seinen VfL quatscht Wurst gerne aus dem Nähkästchen, liegt falsch: "Was das angeht, bin ich ein verschlossens Buch. Da habe ich noch nie etwas rausgelassen."

Mehr zum Thema

Kommentieren