Der Frust war groß beim RSV Meinerzhagen, als der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) der Empfehlung zustimmte, die Saison abzubrechen. Denn durch die angedachte Quotientenregelung würde der Klub, Zweiter der Oberliga, nicht aufsteigen. Doch Meinerzhagen hat noch nicht aufgegeben.

Oberliga Westfalen

Deshalb hat der RSV Meinerzhagen noch Hoffnung

Justus Heinisch
19. Mai 2020, 11:14 Uhr
In der Regionalliga West spielt auch die Reserve von Schalke 04, gegen die der RSV Meinerzhagen bereits im Winter testete. Foto: Michael Korte

In der Regionalliga West spielt auch die Reserve von Schalke 04, gegen die der RSV Meinerzhagen bereits im Winter testete. Foto: Michael Korte

Der Frust war groß beim RSV Meinerzhagen, als der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) der Empfehlung zustimmte, die Saison abzubrechen. Denn durch die angedachte Quotientenregelung würde der Klub, Zweiter der Oberliga, nicht aufsteigen. Doch Meinerzhagen hat noch nicht aufgegeben.

Abbruch oder Fortsetzung? Eine Frage, die die Landesverbände beantworten müssen. In Westfalen wird die Saison wahrscheinlich abgebrochen. Klar war bei allen Lösungen, Planereien und Gedankenspielen: Es wird unzufriedene Vereine geben.

Bei einem Saisonabbruch wäre ein solcher in der Oberliga Westfalen zu finden. Der Hinrunden-Erste steigt nach Empfehlung des FLVW gemeinsam mit dem aktuellen Tabellenführer auf. Beides ist der SC Wiedenbrück. Zweiter ist der RSV Meinerzhagen, der zwei Spiele mehr als Rot Weiss Ahlen bestritten hat. Der zweite Aufsteiger wird also per Quotientenregelung ermittelt. Und nach dieser geht RWA hoch.

Wenig überraschend stieß die WLFV-Empfehlung in Meinerzhagen auf wenig Gegenliebe. Auch noch jetzt, rund zwei Wochen später. Die finale Entscheidung trifft der Verband auf einem Außerordentlichen Verbandstag, der voraussichtlich im Juni steigen wird. "Wir müssen jetzt abwarten. Etwas anderes bleibt uns gar nicht übrig", so Meinerzhagens Trainer Mutlu Demir. "Solange die Entscheidung noch nicht schriftlich ist, haben wir noch Hoffnung."

Enttäuschte RSV-Spieler

So steckt Meinerzhagen in der Schwebe. Denn was ist, wenn sich die Faktenlage in den kommenden Wochen ändern sollte und der RSV doch in die Regionalliga aufsteigt? "Wir planen ins Ungewisse", sagt Demir. "Man weiß ja einfach nicht, wie und wo es weitergeht. Es ist schwer, jetzt die Vorbereitung zu planen."

Bislang steht lediglich fest, dass Torwart Nils Langwald in Zukunft kürzer treten wird. Ansonsten gibt es wenig zu vermelden. Fußball stehe aktuell sowieso nicht an allererster Stelle im Sauerland. Von den Auswirkungen der Corona-Pandemie sind einige Meinerzhagener betroffen. Zudem sind Spieler und Staff derzeit noch dabei, ihre Wunden zu lecken. "Es ist einfach eine Enttäuschung da. Jeder hat viel gearbeitet und keiner kann sich einen Vorwurf machen. Für die Spieler ist das schwer zu verdauen, sie haben einen sehr guten Job gemacht", so Demir.

Meinerzhagen ist noch im Pokal vertreten

Im Kreis- sowie Westfalenpokal ist der Klub noch vertreten. Eine Qualifikation für den DFB-Pokal ist also möglich. Die verbleibenden Spiele des Verbandspokals finden voraussichtlich im September statt. "Es war auch unser Wunsch, den Wettbewerb sportlich auszutragen", meinte Demir. Doch auch was den Cup angeht, wurde noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Abwarten - etwas anderes bleibt dem RSV Meinerzhagen eben nicht übrig.

"Es gibt sehr viele Fragen, die aktuell niemand beantworten kann. Wir nicht, noch der Verband, noch die Regierung. Wieso sollten wir uns jetzt davon verrückt machen lassen? Das gesündeste ist es, jetzt einen klaren Kopf zu bewahren und sich nicht von Emotionen leiten zu lassen", erklärt Demir und fügt an: "Es kann noch viel passieren."

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