Mit gerade einmal 27 Jahren verließ Dennis Lamczyk im Sommer 2014 den Fußball-Regionalligisten Rot-Weiss Essen und beendete seine Laufbahn auf hohem Niveau. Rund sechs Jahre später hakte RevierSport bei Lamczyk nach.

Was macht eigentlich...?

Dennis Lamczyk erklärt seinen RWE-Abgang

04. Mai 2020, 15:15 Uhr
Dennis Lamczyk absolvierte beinahe 100 Spiele für Rot-Weiss Essen. Foto: Thorsten Tillmann

Dennis Lamczyk absolvierte beinahe 100 Spiele für Rot-Weiss Essen. Foto: Thorsten Tillmann

Mit gerade einmal 27 Jahren verließ Dennis Lamczyk im Sommer 2014 den Fußball-Regionalligisten Rot-Weiss Essen und beendete seine Laufbahn auf hohem Niveau. Rund sechs Jahre später hakte RevierSport bei Lamczyk nach.

Der Abschied von Dennis Lamczyk von Rot-Weiss Essen gehörte zweifelsohne nicht zu den schönsten. Ein Jahr lang saß der einstige Aufstiegstorwart seinen Vertrag aus, bevor dieser am 30. Juni 2014 endete und er nach vier Jahren RWE verließ. 


Der damalige geschäftsführende RWE-Vorsitzende Michael Welling bezeichnete Lamczyk als einen "Fall Albert Streit", der mehrere Jahre auf Schalke seinen Kontrakt aussaß.

Im RevierSport-Interview will Lamczyk (33), der 93 Pflichtspiele für Rot-Weiss Essen bestritt, gar nicht mehr nachkarten, betont aber, dass er sich damals ungerecht behandelt gefühlt hat.

Dennis Lamczyk, wie haben Sie ihren Abschied von Rot-Weiss Essen in Erinnerung?
Ich wurde damals als Essens Albert Streit dargestellt. Das fand ich sehr unfair und war auch nicht die Wahrheit. Jetzt sind einige Jahre vergangen und ich will das Ganze auch nicht aufwärmen. Ich kenne die Wahrheit und weiß, dass das, was gesagt und geschrieben wurde, nicht richtig war. Klar, ich will auch kein Geheimnis daraus machen, dass ich schwer enttäuscht war, wie das Ganze abgelaufen ist. Ich hätte mir einen anderen Abschied gewünscht. Ich hatte danach lange an dieser Situation zu knabbern. Heute bin ich aber damit längst fertig.

Warum haben Sie Ihre Karriere mit nur 27 Jahren beendet?

Ich wusste, dass es mit der Bundesliga nichts mehr werden wird. Ich bin noch nie ein Träumer gewesen. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Nach der RWE-Zeit habe ich überlegt, wie mein Leben weiter aussehen soll. Mein Schwiegervater brachte mich auf die Idee eine Umschulung zum Kanal-Bauer zu machen. Erst einmal konnte ich damit nichts anfangen. Aber letztendlich habe ich diese Umschulung 24 Monate lang durchgezogen und bereue nichts. Das war eine super Entscheidung. Heute bilde ich selbst aus.

Wollten Sie denn nebenbei nicht weiter Fußball spielen? 

Wenn ich etwas mache, dann nur zu einhundert Prozent. Ich wusste, dass die Umschulung mich viel Kraft und Zeit kosten wird. Da konnte ich nicht zusätzlich ambitioniert Fußball spielen. Wie gesagt: Wenn ich heute zurückblicke, dann habe ich alles richtig gemacht. Ich habe ein gutes Leben und bin zufrieden.

Wie erinnern Sie sich denn an Ihre aktive Zeit bei Rot-Weiss?
Bis auf das letzte Jahr war es schön. Ich habe diesen Hafenstraßen-Mythos gespürt. Es war schon etwas Besonderes und ich kann auf jeden Fall sagen, dass es meine schönste Zeit als Fußballer war. Die schönen Momente kann mir niemand nehmen. Dass das Ende anders hätte verlaufen können, ist auch klar.

Verfolgen Sie heute noch die Geschehnisse rund um RWE?
Eine zeitlang habe ich das nicht gemacht. Aber nun schaue ich schon ab und an mal bei reviersport.de und stöbere ein wenig. Ich bin ja auch noch bis zum 30. Juni 2020 Torwarttrainer beim SC Westfalia Herne. Da muss man schon ein wenig auf dem Laufenden sein. Aber jetzt zu sagen, dass ich mit RWE fiebere oder so, wäre zu viel gesagt.

Werden Sie die Westfalia denn zur neuen Saison verlassen?
Ja, das ist richtig. Ich bin ein Jahr in Herne gewesen und es hat wirklich viel Spaß gemacht. Das Arbeiten mit jungen, entwicklungsfähigen Torhütern ist schon mein Ding. Ich hoffe, dass ich diese Arbeit ab dem 1. Juli woanders fortsetzen darf.

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