13.09.2018

MSV

Das Team muss in Köpenick abliefern

Foto: firo

Die Zebras spielen in der Alten Försterei beim FC Union Berlin und wollen die Negativserie beenden. Für Trainer Gruev geht es um den Job. Union-Coach Fischer warnt vor dem MSV. 

Für das bislang wichtigste Spiel der Saison entschieden sich die Verantwortlichen des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg noch kurzfristig, mit dem Flugzeug und nicht mit dem Mannschaftsbus zu reisen. Gestern flogen die Zebras nach Berlin. Eine Bruchlandung im Spiel beim FC Union Berlin, das heute um 18.30 Uhr im Stadion an der Alten Försterei beginnt, wäre vor allem für Trainer Ilia Gruev fatal. Bei einer fünften Niederlage im fünften Spiel wäre der Coach wahrscheinlich nicht mehr zu halten.


„Wir wollen ein Feuerwerk entzünden“, verspricht Lukas Fröde. Das werden die Berliner nicht gerne hören, denn in der Alten Försterei hat es letztens gebrannt, Teile der Haupttribüne sind immer noch nicht zugänglich. Die Zebras müssen sich heute in einem Container umziehen. 

Fünferkette ist denkbar

Im April erkämpfte sich ein defensiv eingestelltes Duisburger Team in Köpenick ein 0:0. Dieses Resultat würde Gruev wahrscheinlich schon den Job retten. Das Ergebnis ist wichtig, aber auch auf die Spielweise der Zebras wird es ankommen. MSV-Präsident Ingo Wald, der dem Besuch des Spiels in Berlin den Vorzug gegenüber der Auszahlungsparty im Innenhafen gibt, machte in der Länderspielpause deutlich, was er von der Mannschaft erwartet: Kampf, Geschlossenheit und die Bereitschaft, „zehn Prozent mehr zu geben.“

Genau das fordert auch Ilia Gruev ein. „Wenn die Jungs das zeigen, was in ihnen steckt, haben wir eine Chance in Berlin“, sagt der Trainer, der „die Negativserie beenden will“. Um das zu erreichen, wird Gruev wahrscheinlich den Torwart wechseln und Daniel Mesenhöler den Vorzug gegenüber Daniel Davari geben. 

Auch die Rückkehr zur Fünferkette, die bislang nur beim Auftaktspiel in Dresden zum Einsatz kam, ist denkbar. Auf der Duisburger Prioritätenliste steht auch, von Beginn an konzentriert zu sein und einen frühen Gegentreffer wie zuletzt im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth zu vermeiden.

Euphorie beim Gastgeber

Beim 0:0 im Frühjahr trafen die Zebras, die heute auf die Unterstützung von 500 Schlachtenbummlern setzen können, auf eine Berliner Mannschaft, die ebenfalls stark verunsichert war. „In Berlin hat sich viel geändert. Union ist nun der Favorit“, sagt Gruev.

Union Berlin ist gut in die Saison gestartet und steht derzeit mit acht Punkten ungeschlagen auf dem dritten Tabellenplatz. Union gewann in der Wuhlheide beide Heimspiele: 1:0 gegen den FC Erzgebirge Aue und 4:1 gegen den FC St.?Pauli. Mit drei Treffern in vier Spielen ist der Schwede Sebastian Andersson, der aus Kaiserslautern kam, die schärfste Waffe der Köpenicker.

Die Euphorie bei den Gastgebern ist groß. Der neue Union-Trainer Urs Fischer, der mit dem FC Basel immerhin schon in der Champions League unterwegs war, tritt vor dem Spiel gegen den MSV auf die Bremse, er mag die Euphorie nicht. Ich bin ein bisschen überrascht, wie klar das Resultat für manche schon steht“, sagte 52-Jährige bei der Pressekonferenz zum Spiel gegen die Zebras. Der Schweizer warnt vor dem MSV: „Die Duisburger sind bei weitem nicht da, wo sie stehen könnten. Sie waren in den ersten vier Spielen nicht immer die schlechtere Mannschaft.“

Autor: Dirk Retzlaff

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