Der 1. FC Bocholt ging ambitioniert in die Oberliga-Saison, muss nach dem siebten Spieltag allerdings den Blick nach unten richten. Doch was sind die Gründe für den enttäuschenden Saisonstart? 

Oberliga Niederrhein

Das sind die Gründe für die Bocholt-Krise

Justus Heinisch
17. September 2019, 13:01 Uhr

Foto: Thorsten Tillmann

Der 1. FC Bocholt ging ambitioniert in die Oberliga-Saison, muss nach dem siebten Spieltag allerdings den Blick nach unten richten. Doch was sind die Gründe für den enttäuschenden Saisonstart? 

Tabellenplatz 13, sieben Zähler, zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge nach sieben Spielen: Das hatten sie sich in Bocholt anders vorgestellt. "Bei unserer Zielsetzung, so lange es geht beim Quartett der großen Mannschaften mitzuwirken, ist das unbefriedigend", meint FCB-Trainer Manuel Jara. Siege holte Bocholt bislang gegen die Sportfreunde Niederwenigern und den Cronenberger SC. Warum es nur zu zwei Siegen reichte?


Zum einen nutzt Bocholt seine Chancen nicht. Genügend habe es beim Spiel gegen den TSV Meerbusch am vergangenen Sonntag beispielsweise gegeben, so Jara. Dennoch setzte es eine 1:2-Niederlage. Zwischenzeitlich führte Bocholt sogar mit 1:0. Zum anderen ist die personelle Situation nicht ideal, gerade auf den Außenpositionen. So fallen mehrere Akteure - unter anderem Sergen Sezen und Marc Beckert - aus. Jara musste deshalb improvisieren und stellte Mittelfeldspieler Lars Bleker auf die Rechtsverteidigerposition. 

Jara blickt nach vorne

Ein weiterer Faktor ist, dass manche Spieler nicht eingeschlagen haben, wie es sich Jara und Co. wünschten - was aber auch in der Natur der Sache liege, wenn es die ersten fünf Zugänge auf einen Schnitt von 19,7 Jahren bringen. Bei den Zugängen braucht es Zeit.  Die Verträge mit Luis Blaswich und Fabian Schürings sind derweil schon aufgelöst worden.  "Hier und da haben sich Spieler nicht so entwickelt, wie wir es gerne gesehen hätten", meint Jara. 

Jara bilanziert: "Bei 50/50-Spielen bekommen wir es momentan nicht hin, den Gegner mit unserem Paket zu besiegen." Er merkt an, dass es oft knappe Spiele gewesen sind, in denen es nicht zu mehr reichte. Die SpVg Schonnebeck erzielte den 1:0-Siegtreffer beispielsweise zwei Minuten vor dem Spielschluss. 

Besserung sei allemal in Sicht, wenn Verletzte zurück ins Team kommen. Bei Beckert könnte es unter Umständen schon am Wochenende gegen TuRU Düsseldorf für einen Einsatz reichen. Sezen hingegen wird noch mehrere Wochen ausfallen. "Was uns auszeichnet ist, dass wir alle sehr reflektiert mit der Situation umgehen", merkt Jara an, "sie ist zu lösen. Es besteht jetzt der Reiz darin, Spieler weiterzuentwickeln und mit denen, die zurückkommen, auch mal das Quäntchen mehr zu erzwingen." 

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22.09.2019 - 18:18 - Johag

Ich bin seit 40 Jahren glühender FC Bocholt-fan und werde das auch bleiben, nur... ...das was da mit der ersten Mannschaft gemacht wird, kann meiner Meinung nach so nicht weitergehen.
Wahrscheinlich wäre der Kader spielerisch sogar stark genug, ohne Probleme in der ersten Hälfte der Tabelle mitzuspielen, aber in viel zu vielen Spielen zeigt die Mannschaft viel zu wenig Einsatz. Das Spiel gegen Monheim (2. Halbzeit) ist so ein Beispiel. Da kommt der Gegner wütend aus der Kabine und der FC hat kämpferisch rein gar nichts dagegenzusetzen. Das Nachholspiel in der letzten Saison gegen ETB (als es noch um was ging) war eine einzige Peinlichkeit. Der ETB spielt gallig und greift hoch an und die Manschaft ergibt sich ohne erkennbare Gegenwehr in sein Schicksal. Das sind nur 2 Beispiele. Das Pokalspiel gegen Rath und bestimmt ein halbes Dutzend anderer Spiele gehören auch dazu. Ich habe schon ewig lange kein Spiel mehr gesehen, in dem der FC über den Kampf ins Spiel gekommen wäre.

Und dann gebe ich vielen Vorrednern Recht. Es kann nicht sein, dass man immer wieder den Aufstieg verkündet. Daran glauben weder Verein noch Mannschaft und auch die Zuschauer längst nicht mehr. Und wenn Manual Jara in der letzten Saison sagt, dass der FC bei Nichtlizensierung des FC Homberg nicht in die RL aufsteigt, (FC war die einzige Manschaft in der Liga, die noch einen Antrag gestellt hat) dann ist das zwar eine realistische Einschätzung, aber dieses Hickhack hat fatale Folgen in der Manschaft, beim Zuschauerzuspruch und für die zukünftige Kaderplanung.

Ich weiss nicht, ob der FC sich einen Gefallen tut, wenn er einen Oberligakader unterhält, der wenig lukrativ für Spieler und Zuschauer ist. Mir persönlich ist ein Kader in einer unteren Liga lieber. Das würde dem Verein Geld sparen und das seelenlose Gekicke am Hünting beenden. Vielleicht kann man von dort ja auch wieder in Ruhe langfristige Perspektiven für höherklassige Ligen erarbeiten. Ich sehe jedenfalls auf keinen Gebiet irgendeine Perspektive für die Regionalliga undehrlich gesagt noch nicht mal für die Oberliga.

18.09.2019 - 12:41 - Dietmar Weber

Wer mit den Mitteln eines FC Bocholt und den dazugehörigen Ansprüchen immer wieder sang- und klanglos scheitert, sollte man sich am Hünting mal fragen, wer denn in der Verantwortung steht.

17.09.2019 - 15:33 - Lackschuh

Etwas am direkten Thema vorbei, aber ich möchte es dennoch gerne anführen:

Am Namen, am Aufwand, an den Möglichkeiten, an den wiederkehrenden Fehlern oder Erklärungen, an der Spielstätte, an der Tradition, am Ertrag..... des FC Bocholt, sieht man im Vergleich deutlich, welche klasse Arbeit in Schonnebeck verrichtet wird und dies sollten sich einige wenige am Schettersbusch gelegentlich mehr vor Augen führen. Oberliga ist für den SVS sensationell gut und wenn man dann noch im oberen Feld Luft holt, dann ist dies noch sensationeller!

17.09.2019 - 14:42 - vanbasten

Hallo 1 FC Bocholt.
Euer Problem ist nicht auf dem Platz sondern neben dem Platz. Seit wieviel Jahren hat der Jara das Sagen in dem Verein und was isr bisher dabei rumgekommen?
Die Spieler kannst du nicht alle eliminieren aber den Trainer sollte man mal austauschen.
In jeder Firma gibt es das Erfolgsprinzip nur beim 1 FC Bocholt nicht.

17.09.2019 - 13:57 - Hildorado

Jahr für Jahr die selben Ausreden. Jedes Jahr ist Aufstieg angesagt. Herr Jara ist ein Alleinherrscher der machen kann was er will. Trainer - Manager- Sportl. Leiter
alles in einer Person. So gibt das nie was.