Das sagt Schalkes Uth über die Fans

10.01.2019

Interview

Das sagt Schalkes Uth über die Fans

Schalkes Mark Uth im Trainingslager im spanischen Benidorm 2019. Foto: dpa

Als Mark Uth auf Schalke endlich in Tritt kam, stoppte ihn eine Verletzung. Für die Rückrunde ist der Nationalspieler aber Schalkes großer Hoffnungsträger

Nach dem Interview kommt der schwierigste Teil für Mark Uth (27). Der Schalker Nationalspieler benötigt zwei Versuche, um vom weißen Terrassensofa auf der Poolseite des Hotels Melia Villaitana aufzustehen. Die warme Sonne hat das Kunstleder so aufgeweicht, dass es an den Oberschenkeln von Uth festklebt. In der Rückrunde will Uth vor allem eines: Nicht mehr zu halten sein. Denn mit nur zwei Toren in 17 Pflichtspielen kann ein Stürmer nicht zufrieden sein. Erst recht nicht, weil er seinen Ex-Klub Hoffenheim zuvor mit 14 Toren in Richtung Champions League geführt hatte. 


Herr Uth, bei Ihrer Vorstellung haben Sie Schalke 04 als „geilsten Klub der Welt“ bezeichnet. Gilt Ihre Einschätzung immer noch?
Mark Uth: Ja, dabei bleibe ich. Mit dem Wechsel von Hoffenheim zu Schalke habe ich alles richtig gemacht.

Warum steht der geilste Klub in der Liga nur auf dem 13. Tabellenplatz?
Eine gute Frage. Die ersten fünf Partien, in denen wir keinen Punkt geholt haben, ziehen wir durch die ganze Saison mit. Aber viel wichtiger ist es nun, nach vorne zu schauen und die Rückrunde erfolgreicher zu gestalten.

Wie erleben Sie bisher die Schalke-Anhänger?
Ich muss ganz ehrlich sagen: Die Schalke-Fans sind sehr geduldig mit mir. Vielleicht merken sie, dass ich versuche, alles rauszuhauen, zu kämpfen, zu kratzen. Als ich gegen Mönchengladbach die große Chance vergeben habe, da gab es auf meinem Instagram-Profil Kritik in Form von Nachfragen: Was machst du denn da? Ansonsten habe ich nur Zuspruch erfahren.

Ist das ein Beleg dafür, dass Sie mit Ihrer Spielweise ankommen?
Das nehme ich an. Ich kämpfe und laufe viel. Ich glaube, dass diese sprichwörtliche Maloche, die hier auf Schalke jeder sehen will, ein Teil meiner Spielweise ist.

Das Jahr 2018 war für Sie ein Wechselbad der Gefühle.
Trotz des Muskelfaserrisses aus dem Frankfurt-Spiel war das zurückliegende Jahr sehr positiv. Der Wechsel zu Schalke war für mich sehr, sehr schön. Mit der Einladung zur Nationalelf ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. In den Wochen vor meiner Verletzung lief es ganz gut für unsere Mannschaft und für mich persönlich. Dass man zwischenzeitlich mal ausfällt, gehört leider zum Fußball dazu. Dann muss man hart arbeiten, um wieder zurückzukommen.

Fühlen Sie sich als Nationalspieler noch wertvoller als bisher?
In solchen Kategorien denke ich nicht. Es gibt einfach nichts Tolleres, als für sein eigenes Land auflaufen zu dürfen. Das war das einzige, was mir dabei durch den Kopf gegangen ist.

Hatten Sie die Telefonnummer von Bundestrainer Joachim Löw eigentlich vorsorglich eingespeichert?
(lacht) Nein. Jogi Löw hat versucht, mich vor dem Training zu erreichen und mir dann eine Nachricht geschickt. ‚Hier Jogi Löw, kannst du mal zurückrufen?‘ Da muss man erstmal schlucken. Und dann habe ich zurückgerufen und erfahren, dass er mich für die Kracherspiele gegen Holland und Frankreich nominiert.

Gab es in Ihrer Verletzungszeit Kontakt zum Bundestrainer?
Ja, er hat mich angerufen, mich gefragt wie es mir geht und mir kurz vor Weihnachten schöne Feiertage gewünscht. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut.

Sind Sie vor Länderspielen noch angespannter?
Geschlafen habe ich vor dem Holland-Spiel ganz gut, aber natürlich war es aufregend. Vor dir steht auf einmal Manuel Neuer. Hinter dir flachst Thomas Müller. 
 
Wie viele Tore erzielen Sie in der Rückrunde?
Ich hoffe, dass ich ein paar mache. In meiner ersten Bundesligasaison habe ich acht Stück gemacht. In meiner zweiten Spielzeit sind mir sieben Tore gelungen. Ich möchte nicht unter dieser Quote bleiben.

Wo landet Schalke?
Das sehen wir am Ende der Saison, jetzt gilt es erstmal, da unten raus zu kommen. Den internationalen Wettbewerb habe ich noch nicht abgeschrieben, solange es rechnerisch noch möglich ist.

Wem würden Sie die Meisterschaft gönnen?
(lacht) Borussia Dortmund darf ich nicht sagen. Borussia Mönchengladbach darf ich als ehemaliger Kölner auch nicht sagen. Dann wird es schon eng für mich. Also sage ich: Es ist mir egal.

Autoren: Thomas Tartemann und Christoph Winkel

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