Es ist amtlich: Drei Regionalliga-West-Spitzenklubs haben die Deadline des DFBs eingehalten und bis zum 2. März 2020 die Drittliga-Unterlagen für die nötige Lizenz in der Saison 2020/2021 in der Verbandszentrale in Frankfurt hinterlegt.

Drittliga-Lizenz

Das sagen Bielefeld und Paderborn zu Verler Umzugsplänen

02. März 2020, 19:50 Uhr
Foto: firo

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Es ist amtlich: Drei Regionalliga-West-Spitzenklubs haben die Deadline des DFBs eingehalten und bis zum 2. März 2020 die Drittliga-Unterlagen für die nötige Lizenz in der Saison 2020/2021 in der Verbandszentrale in Frankfurt hinterlegt.

Dass der SC Verl, Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen dies tun würden, war schon wochenlang klar. Alle drei Klubs hatten stets betont, die Lizenz-Unterlagen einreichen zu wollen. Am Montag folgte die offizielle Bestätigung.

Während es RWE und RWO eigentlich "nur" noch sportlich regeln müssen, haben die Verler, die die aktuell besten sportlichen Drittliga-Voraussetzungen besitzen, noch einige infrastrukturelle Dinge zu klären. Allen voran ist da die Stadionfrage immer noch ungeklärt. 

Fakt ist, dass die Sportclub-Arena, die rund 5.300 Zuschauern Platz bietet, die für die 3. Liga erforderliche Kapazität von 10.001 Plätzen nicht erfüllt. Die Verler gaben in ihrer Bewerbung für die 3. Liga zwei mögliche Ausweichstadien an. Die SchücoArena von Zweitligist Arminia Bielefeld (Kapazität:  26.515) und die Benteler-Arena (Fassungsvermögen: 15.000) des Bundesligisten SC Paderborn. Von der Poststraße, der Heimat des SC Verl, würde die Mannschaft nach Bielefeld eine Strecke von 20 und nach Paderborn von 25 Kilometern zurücklegen müssen - in jeweils eine Richtung.

Bielefeld-Geschäftsführer: "Wir wollen dem SC Verl helfen"

Raimund Bertels, Präsident und Sportchef beim Sportclub aus Verl, verriet schon vor Wochen gegenüber RevierSport, dass es die ersten Sondierungsgespräche mit Arminia Bielefeld und dem SC Paderborn bereits gab. Am Montag hakte RevierSport bei den Arminia- und SCP-Verantwortlichen nach.

"Es ist so, dass wir in Gesprächen sind. Die nächste Gesprächsrunde ist für Mitte März geplant. Es ist aber noch nicht so, dass wir einen Strich ziehen können und uns final einig sind. Es kommt jetzt eben darauf an, ob wir über einen Teil der Spiele oder die gesamte Saison reden. Letztendlich ist unser Spielplan natürlich vorrangig. Wir müssen das alles mit Verl, dem DFB und der DFL klären. Natürlich steht am Ende des Tages, was wir besprechen, auch eine Zahl. Da muss man schauen, was Verl bezahlen will und ob wir uns da einigen können", erklärt Paderborns Geschäftsführer Martin Hornberger gegenüber unserer Redaktion.

Ähnlich fällt die Antwort bezüglich der Verler Umzugspläne von Markus Rejek, dem Geschäftsführer des Zweitliga-Spitzenreiters Arminia Bielefeld aus: "Wir sind in Gesprächen, aber der Ausgang ist komplett offen. Klar ist, dass wir dem SC Verl gerne helfen wollen. Wir haben aber ähnlich wie Paderborn ein Stadion, das einige Dinge zulässt und einige Dinge nicht zulässt. Am Ende ist es natürlich auch eine Kostenfrage, in der man sich einigen muss. Nochmal: Wir wollen helfen, aber es liegen noch viele Herausforderungen vor uns. Da müssen die Polizei, die Verbände und andere Dinge mitspielen. Das ist schon alles bisschen komplexer. Es ist am Ende von vielen Faktoren abhängig, wie das Ganze ausgeht. Das Ergebnis ist offen."

Umzug nach Bielefeld würde Verl mehr kosten

Nach RevierSport-Informationen würde für den SC Verl ein Umzug nach Paderborn kostengünstiger sein. Wie unsere Redaktion erfuhr, würden die Mietkosten für eine Spielzeit in der Benteler-Arena bei gut einer Million Euro liegen. Derweil dürfte der SC Verl bei Spielen in der SchücoArena, die fast doppelt so groß wie das Stadion des SC Paderborn ist, rund 1,4 Millionen Euro für eine Saison zahlen.

Bleibt abzuwarten, ob sich die Verler mit einem dieser beiden Standorte einigen können - und: ob der DFB diese Pläne letztendlich auch durchwinken wird. Bertels sagte bei der Abgabe der Unterlagen.  "Den administrativen ersten Teil haben wir mit der Einreichung erfüllt. Die Abgabe der entsprechenden Dokumente erfolgte in zwei Teilen. Zunächst wurden der Teil für den technisch-organisatorischen Bereich auf dem digitalen Weg nach Frankfurt geschickt. Kurz darauf folgte der wirtschaftliche Teil. Mein Dank gilt hierbei allen Beteiligten, die sich bei diesem aufwändigen Prozess in den vergangenen Wochen mit großem Engagement eingebracht haben. Jetzt warten wir auf die Rückmeldung vom DFB." 

Darauf werden auch Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen gespannt warten.

Kommentieren

03.03.2020 - 15:41 - Tief_im_Westen

Kleeblatt, dann muss man dir leider sagen, dass du weder auf der einen noch auf der anderen Seite die Strukturen und die finanziellen Mittel im Hintergrund kennst. Es hilft dann auch nichts immer wieder auf etwas zu pochen. Verl hat die Unterlagen eingereicht und Sicherheiten müssen beim DFB vorliegen und genau dies konnte Verl ohne Probleme liefern. Verl kann sich sogar dann den Luxus leisten ein zweites vereinseigenes Stadion zu bauen. Der KFC bzw sein Besitzer hat aus finanziellen Gründen genau davon Abstand genommen, weshalb man auch in der nächsten Saison auswärts spielt.

Andy, es wird ja immer Clubs geben, die die Liga halten, aufsteigen oder absteigen. Aachen ist auch durchgereicht worden. Das kann alles passieren, muss aber nicht. Ob es sinnvoll ist, müssen die Verantwortlichen in Verl entscheiden. In Oberhausen würde auch niemand darauf hören, wenn man sagt, dass sie es besser lassen sollen, schließlich weiß man von dort, dass man sich extrem strecken müsste. Über Freiburg hat man früher auch so gedacht. Was wollen die in der Bundesliga? Heute ist es ein anerkannter und geschätzter Club, wo niemand mehr diese Frage stellt.

03.03.2020 - 15:01 - Kleeblatt1904

Finanziell ist Uerdingen auch sehr viel besser aufgestellt als verl, solange der Russe da Geld reinsteckt. Die könnten auch in der Allianz Arena Spielen. Geld spielt da keine Rolle

03.03.2020 - 12:35 - Außenverteidiger

Der Vergleich mit Schalke passt. Sehe ich als Essener genauso. Schalke ist ein Vorort und hat nicht viele Einwohner. :) Deshalb mache ich keine Zuschauervergleiche.

Ich bin natürlich für VEREINE mit vielen Fans. Alleine weil mir die Demokratie im Sport gefällt. Mit all seinen Vor- und Nachteilen. Geht leider oftmals zu Lasten der angeblich "rationalen" Linie, aber Demokratie hat einen natürlichen Effizienzverlust. (Stichwort Jugendausbildung, kostet oftmals mehr, als sie einbringt.)
Unternehmer stören sich daran auf die Ebene der Menschen mit weniger Macht und Insiderwissen zu begeben. Dieses Wechselspiel der Schichten verlangt eine Vereinsstruktur. Da streuben sich viele Unternehmer vor. Dann lieber die Kapitalgesellschaft und Alleinherrschertum. Natürlich flankiert mit den Marketingfloskeln "Teamfähigkeit", "Flache Hierarchie" obwohl unterschiedlich bezahlt wird usw...Was meint ihr, was im Land los wäre, wenn Unternehmer von Konzernen ausplaudern wie Geschäftsabläufe von statten gehen. ("Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh" Henry Ford https://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/warum-die-politik-die-geldwirtschaft-falsch-versteht-a-1038264.html)

Wie kann man als Verein sich vor solchen "Eintagsfliegen" oder "Dörfern" schützen? Durch Regeln und klare Vorgaben für Vereine. Wer nicht aus seinem Inneren wächst, kann dies nicht extern. Schade, wie viele Fans sich über Verbandsvorgaben aufregen, obwohl die etablierten (traditions) Vereine dadurch geschützt werden.

Wie schon geschrieben: Ab der dritten Liga kommen die Eventfans. Spiele gegen Union Berlin und Co waren auch in Verl ausverkauft. Denke 5000 Zuschauer mehr gegen Topvereine wird eine Zuschauerschnittdiskussion überflüssig machen. Dann können wir ernsthaft über Strukturen reden. Darum geht´s letzendlich. Schranken für einen Markt zu setzen.

03.03.2020 - 12:04 - andy_112

@TiW:
Der Vergleich hinkt etwas.
Hoffenheim ist ein Stadtteil von Sinsheim. Sinsheim hat lt. Wiki rund 35.000 Einwohner.

Man würde ja auch nicht sagen, dass das kleine Schlake mit knapp 20.000 Einwohner ein Stadion für mehr als 60.000 Zuschauer hat. Da steckt schon mehr hinter.

Ansonsten hast Du aber durchaus Recht.

Wobei es schon irgendwie nervig ist, wenn jede Saison irgendeine Eintagsfliege den 1. Platz belegt und nach danach abschmiert, weil 3 Liga eben doch nicht so mal eben zu stemmen sit.

03.03.2020 - 09:55 - Tief_im_Westen

Hoffenheim 3266 Einwohner
Prezero Arena 30150
Schnitt 26742

Und? Das sagt so viel aus wie die Größe der Grotenburg oder der Schnitt in der RL. In die Grotenburg kamen in der Bundesliga teilweise nur 6000 Zuschauer, oder weniger, inkl Gästefans und Freikarten von Bayer, weil sich niemand in Krefeld für den KFC interessiert. Und für den Zuschauerschnitt gibt es weder Extrapunkte noch gibt es da Regeln für einen Aufstieg. Wieso zieht man sich also daran hoch und wieso glaubt man, dass die Verantwortlichen Ratschläge von denen brauchen, die eine andere Vereinsbrille tragen. Findet euch ab, es geht nur über den sportlichen Weg, alles andere ist völlig uninteressant.

03.03.2020 - 08:58 - Außenverteidiger

Lasst doch mal die Zuschauer außen vor. Ab einer gewissen Liga kommen die Eventfans hinzu und wir erleben Entwicklungen wie in Hoffenheim, Wolfsburg (VW Logo bitte drehen), Leverkusen (IG Farben Nachfolger) , Leipzig, Heidenheim, Sandhausen, Aalen (in beide Richtungen), Fürth, Paderborn, Großaspach, KFC...
Das Jahnstadion in Marl Hüls hatte 35.000 Zuschauer und heute 25.000.
Hermann Löns Stadion hatte 18.000 Plätze. Ab einer gewissen Liga kommen und gehen die Fans.

Bin da bei Krayerbengel. (Geile Aussage) Darauf kommt es im Moment an. Wir müssen die nächsten Spiele auf unseren Russen im Sturm hoffen.

03.03.2020 - 08:27 - krayerbengel

asaph@
Klar haben wir mehr Zuschauer als Verl!
Dafür hat Verl, Yildirim und Janjic und wir haben Dorow und Endres.

03.03.2020 - 07:34 - asaph

Zuschauerschnitt Regionalliga W
Verein Gesamt SP Schnitt min max

Rot-Weiss Essen 131.355 12 10.946 8.285 14.497
Alemannia Aachen 57.000 11 5.182 4.500 6.100
Rot-Weiß Oberhausen 35.336 12 2.945 1.912 9.674
Wuppertaler SV 23.919 10 2.392 1.174 4.595
Fortuna Köln 17.915 10 1.792 1.025 2.751
Borussia Dortmund 17.097 12 1.425 179 4.184
VfB Homberg 15.500 12 1.292 400 5.200
SC Verl 12.349 12 1.029 724 1.524
SV Rödinghausen 11.814 11 1.074 627 2.064

MAX( Verl ) = 1.524 -> noch irgendwelche Fragen?

02.03.2020 - 23:55 - Brückenschänke

Grotenburgstadion Kapazität 34.500 Plätze
Krefeld Einwohner: 227.020

Stadion Verl Plätze 5.153 Plätze
Verl Einwohner: 25.498

02.03.2020 - 23:46 - Tief_im_Westen

Kleeblatt, welche Möglichkeiten hat man denn in Uerdingen, die man in Verl nicht hat? Noch viel wichtiger - was hat es damit zu tun, dass beide Clubs umziehen müssen?

02.03.2020 - 23:39 - Brückenschänke

Das sogenannte "Stadion" von Schloß Holte Neuhaus ist eine Sardinendose, die generell zu Dorfvereinen passt.
Der "Deutscher Sportclub Arminia" ist seit dem Bundesligaskandal bekannterweise sehr empfänglich für Geldzahlungen.
Würde also beides super passen. Glückwünsche nach Ost-Westfalen.

02.03.2020 - 21:45 - Kleeblatt1904

Würde verl jetzt auch nicht unbedingt mit Uerdingen vergleichen. KFC hat ganz andere Möglichkeiten

02.03.2020 - 21:21 - RWE Lölle

So viel man weiß ist das in Uerdingen was anderes weil die ja wohl die Grotenburg umbauen können was in Verl wohl nicht möglich ist .Aber mir ist es egal denn es wäre besser aus eigener Kraft die Relegation zu erreichen als mit Hilfe des DFB .Ich brauche die Hilfe dieses Heuchler Verbandes nicht .

02.03.2020 - 20:27 - RWEimRheingau

Na ja, was in Krefeld funktioniert und genehmigt wurde, wird auch in Verl passen. Warum sollte man zweierlei Maß anlegen beim Verband?

02.03.2020 - 20:23 - Ostwestfalen

Die Zahlen für die Stadionmiete sind aber schlecht recherchiert. So wie ich aus sicheren Kreisen gehört habe, fällt die Miete in Bielefeld aber wesentlich geringer aus als die 1,4 Millionen Euro pro Saison. Vielleicht sollte man mal ein bisschen besser recherchieren, bevor man einfach irgendwelche Zahlen in den Raum schmeißt.

02.03.2020 - 20:13 - Tief_im_Westen

Huch, da ist ja die Zahl, die ich für Paderborn genannt habe. Wie das wohl kann...

Wenn der KFC es in Düsseldorf hinbekommt, wird man es mit Verl in Paderborn oder auch Bielefeld hinbekommen. Soweit ich weiß, wird die Stadiongesellschaft in Paderborn schriftlich zustimmen, sobald der DFB das absegnet. Für die Polizei entsteht ja auch kein Nachteil. Im Gegenteil, es wäre in Paderborn vom Sicherheitskonzept viel einfacher als in Verl.

02.03.2020 - 20:01 - Außenverteidiger

In einer Marktwirtschaft lässt sich alles mit Geld regeln. Ob man jetzt Kinder zur Rasenpflege einsetzen will oder im Vip Raum nur nackte Frauen bedienen lässt, ist über Geld zu regeln. Die Frage ist, was die Regelhüter zulassen. Bei Ausnahmen gibt's für mich keine moralischen Schranken, weil jede Ausnahme unmoralisch gegenüber der legalen Mehrheit ist.