Bundesliga

Corona-Test für alle Zuschauer: Union Berlin strebt volles Stadion an

10. Juli 2020, 19:11 Uhr
Union Berlin möchte am 1. Spieltag wieder Fans in der Alten Försterei begrüßen. Foto: dpa

Union Berlin möchte am 1. Spieltag wieder Fans in der Alten Försterei begrüßen. Foto: dpa

Fußball-Bundesligist Union Berlin strebt schon zum Beginn der neuen Saison ein volles Stadion an - und setzt dabei auf ein zumindest ambitioniertes Konzept. 

Der Klub will an Spieltagen im Stadion an der Alten Försterei seine Mitarbeiter und alle 22.012 Karteninhaber auf eine Infektion mit dem Corona-Virus testen. Zugang zum Stadion würde dann nur erhalten, wer neben einem Ticket auch ein negatives Testergebnis vorweisen kann, das nicht älter als 24 Stunden ist.


„Unser Stadionerlebnis funktioniert nicht mit Abstand, und wenn wir nicht singen und schreien dürfen, dann ist es nicht Union“, sagte Klub-Präsident Dirk Zingler: „Gleichzeitig steht die Sicherheit unserer Besucher und Mitarbeiter im Mittelpunkt unserer Überlegungen. Wir wollen bestmöglich gewährleisten, dass sich in unserem ausverkauften Stadion niemand infiziert – das gilt für Unioner und gleichermaßen auch für Gästefans.“

Der Plan bedeute einen enormen organisatorischen und wirtschaftlichen Aufwand. Der Klub wolle „die Kosten für die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen selbst tragen“. Aktuell würden bereits Möglichkeiten ausgelotet, die nötigen Testkapazitäten binnen 24 Stunden einzusetzen. „Sobald die organisatorischen Rahmenbedingungen konkretisiert sind, wird Union Berlin das Konzept dem zuständigen Gesundheitsamt des Stadtbezirks Treptow-Köpenick und des Landes Berlins vorstellen“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die Klubs hoffen, in der neuen Saison wieder vor Zuschauern spielen zu können. Im Gespräch sind hier allerdings Konzepte, die längst nicht von einer Vollauslastung der Arenen ausgehen, damit die Mindestabstände eingehalten werden können. Auch gilt es bei der Suche nach einer Lösung die in den Bundesländern unterschiedlichen Infektionszahlen und Corona-Richtlinien zu beachten. SID

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12.07.2020 - 11:52 - Außenverteidiger

Ab einer gewissen Produktionsmenge, gibt's größere Rabatte. Die Testindustrie muss jetzt einfach weiter ausgebaut werden. Innovative und schnelle Testverfahren gibt's. Forschungsgelder sind vorhanden. Manche Forschungen müssten auf den Prüfstand gestellt werden, um Gelder frei zu machen.
Viele Stadien und Veranstaltungen waren ausverkauft. Das heißt die Reservationspreise der Verbraucher wurden nicht ausgeschöpft. Sprich, Potenzial ist weiterhin da.

Was ich vor Corona schon kritisiert habe, ist die "soziale" Propaganda der Profivereine. Warum finanzieren ihre Stiftungen keine eigenen Fans, sondern Gott und die Welt? Wieso müssen vereinsfremde Personengruppen beschenkt werden? Wichtiger sind immer die eigenen Leute und sobald es einen Essener, Meineider, Dortmunder, blau weißen Esel ohne Eintrittskarte, Bier, Wurst usw gibt, muss die Stiftung deren Bedürfnisse befriedigen. Genauso müssen darüber die Freikarten abgesichert werden.
Zweckentfremdung von Mitteln ist ein unnötiger Verlust.

12.07.2020 - 11:15 - Kuk

@Außenverteidiger
Mir ist bewußt, dass es Vereinen und Zuschauern unterschiedlich schwer fällt oder gar unmöglich ist, Corona-Tests zu finanzieren.
Auch vor Corona konnte sich nicht jeder eine Eintrittskarten leisten.

11.07.2020 - 11:40 - Außenverteidiger

Wer zahlt hat recht KuK. Kauft Union die Test, ist in der Marktwirtschaft alles gut. Warum? Test am Markt darf jeder kaufen. Mehr Gerechtigkeit geht nicht. Natürlich nur, wenn der Markt von uns gut modelliert wurde. Wer kein Geld besitzt, arbeitet mehr oder geht für seinen Lohn demonstrieren. Ganz einfach. Ob mit oder ohne Krise.
Weicheimentalität können wir uns in den Krisen nicht leisten. Angriff ist die beste Verteidigung.

Wichtiger Fakt in Deutschland: Bundesländer stehen per Gesetz/System im Wettbewerb zueinander. Jedes Bundesland muss seinen eigenen Weg des Sieges entwickeln. Bundesländer mit vielen Disziplinnachlässen in den letzten Jahrzehnten, brauchen erst einmal eine Basisreform. Vororte in Essen, Duisburg, Dortmund, Düsseldorf usw sind nicht fähig in Krisenzeiten zu überleben. Zumindest nicht auf unserem wirtschaftlichen Niveau. Deshalb brauchen wir ganz andere Wege, um ökonomisch wichtige Freizeitangebote anbieten zu können.

11.07.2020 - 09:59 - Kuk

Tests für alle Besucher / Gäste und kein Abstand ?

Wenn der Steuerzahler die Tests bezahlen sollten, würden Gastronome, Messen, Hotels, Clubs, Freizeitparks, etc. -berechtigterweise- die gleichen Rechte in Anspruch nehmen wollen.
Bei einer Kostenübernahme durch Union Berlin müßten anderen Veranstaltern das gleiche Recht (Hotels) eingeräumt werden.

Hat Berlin die Kapazitäten 22000 Tests (nur Union Berlin) zusätzlich zu den medizinisch begründeten Fällen zu leisten ?
Hat in Gütersloh die Bundeswehr Amthilfe bei 5.000 Testdurchführungen leisten müssen ?
Konnte in Gütersloh das Testergebnis teilweise nach drei Wochen den Betroffenen noch nicht übermittelt werden - selbst bei den Mitbürgern, die vorsorglich in Quarantäne waren ?

Gibt es in Berlin neben dem FCU auch Hertha BSC, andere Fußballvereine, andere Sportvereine, denne das gleiche Recht eingeräumt bzw. Kapazitäten zur Verfügung gestelt werden müßten ?

11.07.2020 - 09:26 - ata1907

Moin Lackschuh.

Nee, gefällt mir auch nicht. Das aber von Vereinsseite nach Lösungen gesucht wird, gefällt mir ausgesprochen gut.
Union Berlin wird als fernsehgeldunterstützter Verein wahrscheinlich besser durch die Krise kommen als niederklassige Vereine. Zweite Liga bekommt auch noch was vom Kuchen, dritte Liga die Krümel und vierte Liga gar nichts. Arschlecken dreifuffzich.
Nicht unbedingt gerecht, is' aber so.

Wenn es auch Amateurliga heißt, ist es wohl nicht von der Hand zu weisen, dass Vereine mit starken Zuschauerzuspruch, jetzt dringend zusehen müssen, das Kohle 'reinkommt. Ich fand den hier schon getätigten Vorschlag, dass als kostenpflichtigen Stream ins Netz zu stellen, sehr gut. Ersetzt keinen Stadionbesuch, aber es geht dann wenigstens bei festen Ausgaben des Vereins, mit festen Einnahmen weiter.

Deshalb begrüße ich auch einen, für mich umsetzbaren, Vorschlag eines Erstligisten, den ich mir bei willigen Viertligisten durchaus vorstellen kann. Kostet Geld, zuschauerstarke Vereine haben natürlich einen Vorteil gegenüber zuschauerschwachen Vereinen, haben aber auch die höheren Kosten.
Und natürlich mache ich mir auch Sorgen um unseren Verein. Und ja tatsächlich, die anderen Vereine gehen mir auch nicht am Arsch vorbei.

Abzuwarten, bis was von politischer oder Verrbandsseite kommt, halte ich für falsch. Denen geht's zwar nicht gänzlich am Arsch vorbei, aber doch ein bißchen. Die haben nämlich andere Sorgen.

Dir auch ein gutes Wochenende!

11.07.2020 - 02:49 - Lackschuh

ata1907

Ja, berechtigter Ansatz mit dem Gegenvorschlag und somit mit Lösungen, aber dieser Punkt war nicht mein Ansatz. Ein einziger Club mit Besuchern war der Punkt und das gefällt mir mal gar nicht ... OK, Leipzig ja auch schon erste Gedanken über das Bundesland da. Das es so langsam mal wieder "RICHTIG" weiter gehen muss, liegt auch auf der Hand und mir bereitet dieses ganze Thema im Umgang damit, mehr Sorge als das Virus selbst - da kommt noch ein Bumerang auf uns zu und ich schließe gedanklich kaum etwas aus zur Zeit!

Ein gutes Wochenende....... ohne Fußball !

10.07.2020 - 23:07 - ata1907

Damit es nicht falsch 'rüberkommt:

Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien, ich glaube nicht an Begriffe wie Systempresse und ich glaube auch nicht daran, dass es von Angela Merkel gesteuert wird.
Ich nehme das Corona Virus ernst, erhoffe für alle das Beste und bin durchaus geduldig, wenn mein westeuropäischer Alltag notwendigerweise eingeschränkt wird.

Es muss aber weitergehen, sonst macht selbst irgendwann im reichen Westen der letzte das Licht aus.

10.07.2020 - 22:48 - Außenverteidiger

Sehe ich auch so Ata. Sicherheit kostet. Wie bei sen Problemen der Disziplin innerhalb der Bevölkerung, erwarte ich Lösungen seitens der Kritiker. Wie du schon geschrieben hast, ohne Impfstoff. Kann nämlich wie beim HI Virus ausgehen. Mit dem leben wir ebenfalls weiter.

10.07.2020 - 22:41 - ata1907

"Gute Idee. Eine weltklasse Idee."

Soweit bin ich beim Außenverteidiger dabei. Beim Rest des Kommentars nicht.

Man müsste sehen, wie man die Kosten gerecht aufteilt. Wäre auch bereit einen extra Corona Obulus zu entrichten, wenn ich nur endlich meine Roten in einer vollen Hütte sehen könnte.

Aufstieg2020#Frisör, Lackschuh#Solidarität, Gatsby#Fehlerquote:
Bitte nur mal einen Gegenvorschlag machen, wie wir demnächst weitermachen sollen. Bitte aber den Vorschlag weglassen, dass wir warten bis ein Impfstoff gefunden wurde, bzw. den Einwand, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.

Solidarität beweise ich meinen Verein und meinen Mitzuschauern damit, dass ich für die Testkosten selbst aufkommen würde. Die geforderte Solidarität wird von den meisten Leuten hier im Land nur soweit gelebt, solange sie selbst nicht eingeschränkt sind. Hat die Coronakrise jetzt gerade wieder bewiesen. Beifall abends um 21:00 vom Balkon für Discounter Mitarbeiter ist ebenso albern wie Feuerwehrmann Trompetensolos in 50m Höhe von irgendwelchen Leiterwagen. Solange das nur Symbolik ist, bitte verschont mich.

10.07.2020 - 21:57 - Gatsby

Gute Idee. Da die Tests eine hohe Fehlerquote aufweisen, würden das Ergebnis einen sofortiger Shutdown von ganz Berlin noch vor Anpfiff der Partie
zur Folge haben. Aber wenn dadurch nur ein einziger Mensch vor einer bösen Corona-Infektion bewahrt würde, hätte sich das ganze schon gelohnt.

10.07.2020 - 21:27 - Außenverteidiger

@Lackschuh: Im förderalen System kann ein Berliner, nur innerhalb Berlin in Sachen Gesundheit agieren.

10.07.2020 - 21:25 - Außenverteidiger

Gute Idee. Eine weltklasse Idee. Geld und Testkapazitäten sind da. Dieser Vorschlag wäre für die eigenen Bürger ein positives Zeichen. Man könnte die Entwicklungshilfe, die seit Jahrzehnten keine Effekte erzielt, komplett umleiten. Weiterhin werden Gelder in der Bildung falsch eingesetzt. Wie man an landesweiten Party und Eventszenen erkennen kann, verläuft die Erziehung im Sande. Somit besteht kein Anrecht auf Steuergelder. Investieren wir in uns und unseren Spaß. Europaweit. Bringt im Binnenmarkt, der bald glorreichen Festung Europa, ordentlich Arbeitsplätze und lässt uns innerhalb der EU zusammenrücken. Was wäre das für ein Zeichen? :)

10.07.2020 - 19:55 - Lackschuh

Union, was ist los? Knüpft Ihr hier gerade den nächsten Flickenteppich? Was ist mit Solidarität hinsichtlich einheitlich und somit zwingend für alle umsetzbar?