NRW

Corona-Pause: So stehen die Amateure zu einer Fortsetzung im Dezember

Chris McCarthy
13. November 2020, 21:15 Uhr
Foto: Gerd Wallhorn

Foto: Gerd Wallhorn

Ab der Oberliga abwärts ruht in ganz Nordrhein-Westfalen aufgrund des Coronavirus der Spielbetrieb. Wann und wie geht es weiter? Die meisten Amateure gehen nicht von einer Fortsetzung in diesem Kalenderjahr aus. 

Oberliga Niederrhein

SpVg Schonnebeck
Trainer Dirk Tönnies: "Die Situation ist frustrierend. Ich glaube, wir sehen dieses Jahr keinen Fußball mehr in unserer Liga."

VfB Hilden
Trainer Tim Schneider: „Man braucht ja auch zwei Wochen, um die Jungs erst wieder an den Platz zu gewöhnen, dann wäre schon Mitte Dezember. Ich gehe davon aus, dass wir dieses Jahr gar nicht mehr spielen können.“

FSV Duisburg
Trainer Dietmar Schacht: „Ich bin hin- und hergerissen. Ich würde mich freuen, wenn es weitergeht, aber ich denke, dass der Verband es bis zum Januar hinauszieht.“

Germania Ratingen 04/19
Trainer Martin Hasenpflug: „Ich bin kein Hellseher, aber wir planen so, dass im Dezember wieder trainiert wird und dass es dann auch weitergeht.“ 


FC Kray
Trainer Dennis Brinkmann: „Das kann von uns einfach niemand so richtig sagen. Es ist eine Phase, in der wir alle mit Ungewissheit leben müssen." 

Union Nettetal
Trainer Andreas Schwan: "Ich erwarte den Wiederbeginn der Saison nicht mehr im laufenden Kalenderjahr. Die Realisation von Hin- und Rückrunde ist ohnehin beinahe ein nicht machbares Unterfangen." 

SSVg Velbert
Angreifer Jesse Weißenfels: „Ich hoffe einfach, dass man irgendwann ohne Bedenken auf den Rasen kann.“ 

Oberliga Westfalen

Sportfreunde Siegen
Trainer Tobias Cramer: „Mit Pech wird die Saison abgebrochen, und dann sitzen wir alle auf der Straße. Auf Kurzarbeit habe ich offen gesagt keine Lust mehr“

Westfalia Rhynern
Trainer Michael Kaminski: „Ich gehe davon aus, dass der Verband alles daran setzen wird, die Hinserie zu Ende zu spielen.“

TuS Haltern
Trainer Timo Ostdorf: „Ich gehe davon aus, dass wir 2020 gegen keinen Ball mehr treten“

Westfalenliga II

TuS Bövinghausen
Vereinsboss Ajan Dzaferoski: „Ich denke, wir dürfen im Dezember erst einmal nur trainieren. Vielleicht wird die Winterpause verkürzt, sodass Mitte Januar schon weitergespielt wird. Ich glaube aber nicht, dass es genug Luft für die Rückrunde geben wird.“ 

FC Brünninghausen
Trainer Rafik Halim: „Ich denke, damit würde ein falsches Signal gesendet werden. Wenn wir im Januar wieder trainieren können, dürften damit auch alle zufrieden sein.“

Landesliga Niederrhein 3

Sportfreunde Hamborn
Trainer Michael Pomp: „Wenn man mich entscheiden lassen würde, würden wir diese Saison nur die Hinrunde spielen. Das reicht dann auch, wenn wir im März oder April wieder anfangen. Alles andere finde ich in der aktuellen Situation schwierig aus Infektionssicht. Auf Biegen und Brechen die Saison schnellstmöglich weiterzuspielen – davon halte ich gar nichts.“

VfB Speldorf
Sportlicher Leiter Kevin aus der Wieschen: "Dezember halte ich für abwegig. Ich kann mir eher vorstellen, dass die Winterpause im neuen Jahr verkürzt wird, damit die restlichen Spiele noch im Frühjahr zu Ende gespielt werden können." 

Mülheimer FC
Trainer Hakan Katircioglu: "Ich gehe nicht davon aus, dass die Saison im Dezember weitergehen wird." 

SV Genc Osman Duisburg
Sportdirektor Ilyas Basol: „Ich glaube nicht, dass in diesem Jahr noch Fußball gespielt wird.“

Duisburger SV
Trainer Julien Schneider: „Wir haben eine kleine Liga. Mit 17 Spielen sollte das im nächsten Jahr noch machbar sein, die Saison zu beenden.“

VfB Frohnhausen
Trainer Issam Said: "Ich denke nicht, dass die Saison im Dezember noch weitergeführt wird. Das wäre eine lange Zeit, um die Mannschaft bei Laune zu halten. Es fehlt einfach der Ball am Fuß, ich kenne auch meine Jungs, die sind sehr launisch. Das ist für uns alle einfach sehr unbefriedigend im Moment.“

FC Remscheid
Trainer Marcel Heinemann: „Jeder sehnt sich natürlich nach dem Fußballplatz, das ist klar. Wenn aber der Tag X kommt, wollen wir da sein und nicht so viel Rückstand wieder aufholen müssen. Eine Fortsetzung noch in diesem Jahr kann ich mir nicht vorstellen" 

SV Burgaltendorf
Trainer Julian Engelmeyer: „Da graut es mir ein bisschen vor. Vor allem, wenn man fünf Wochen keinen Ball am Fuß hatte und dann innerhalb einer Woche wieder spielen soll. Das kann ich mir nicht vorstellen.“

Blau-Weiß Mintard
Trainer Fabio Audia: „Ich glaube, wir werden in diesem Jahr kein Spiel mehr machen“

Bezirksliga Niederrhein 7

SG Schönebeck
Trainer Ulf Ripke: "Wir gehen in die Pause und wenn wir wieder spielen können, dann spielen wir eben. Wir sind kleine Amateurfußballer, da muss man kein Risiko eingehen. Ich glaube schon, dass wir im neuen Jahr wieder spielen und zumindest auf 50 Prozent der Spiele kommen werden, sodass die Hinrunde gewertet werden kann"

Kreisliga Essen A1

Essener SG
Trainer Nico Scholz „Ich halte es für sinnvoller, erst im nächsten Jahr zu starten. Wie soll man sich denn auf das erste Spiel vorbereiten? Bei so wenig Zeit wäre das Verletzungsrisiko zu hoch.“ 

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16.11.2020 - 07:40 - Langer09

Wieviele Jugendliche werden nach den ganzen Zwangspausen in ihrem Sport weitermachen?
Im gesamten Jahr 2020 hatte mein kleiner Sohn in der D- bzw seit Sommer in der C-Jugend 11 Spiele. Davon waren gerade einmal 6 Meisterschaftsspiele. Mein Großer in der B bzw jetzt A insgesamt 9... Vielen anderen Jugendlichen geht es in diesem Jahr, egal welche Sportart sie treiben nicht anders! Immerhin darf man joggen...
Aber ganz ehrlich - welcher Fussballer hat denn Bock, monatelang nur zu joggen????
Und der ein oder andere Jugendliche wird sich defintiv von "seiner" Sportart abwenden, wenn weiter kein Sport im Verein erlaubt ist.
Komischerweise darf aber in unserem Sportpark weiter die BMX-Bahn genutzt werden, bei schönem Wetter tummeln sich da locker 40-50 Kids. Scheint von der Stadt wohl so gewollt zu sein, damit die Kinder an der frischen Luft sind... Hallo, beim pöhlen sind die auch an der frischen Luft! Im Gegensatz zu einem öffentlichen Platz hatten wir bis zum Lockdown zudem penibelst auf Einhaltung der Corona-Regeln geachtet. MNS bis zum Betreten des Platzes, Sperrung der Kabinen, Nachverfolgung per Liste, mittlerweile per App.
Ich bin alles andere als ein Leugner, allerdings sollte doch bitte zumindest das Training in den Vereinen wieder erlaubt werden! In Schulen und Bussen hocken bzw stehen die Kids doch auch täglich aufeinander!

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14.11.2020 - 08:26 - 76

Wir müssen lernen mit dem Virus zu leben. Das hört man seit Monaten von den Fachleuten. Wenn das bedeuten soll, dass man immer vieles verbieten will, dann verstehe ich unter Leben wohl was anderes. Warum kann man einen Teil der Milliarden, die für die Rettung von Unternehmen ausgegeben werden, nicht besser in Konzepte und Schutzmassnahmen investieren und damit so normal wie möglich alles wieder machen? Warum sollen 2 Leute nicht Tennis spielen? Die stehen 20 Meter weit auseinander. Warum soll Fussball im Freien verboten sein? Man könnte x Sachen aufzählen während Schulkinder dicht gedrängt in Schulbussen stehen oder Schulsport in der Halle betreiben. Im Übrigen stimme ich Baxy zu. Sport ist für Körper, Geist und Seele sehr wichtig.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

14.11.2020 - 07:06 - Hans Kirchner

Corona-Viren gehören zu den Grippe-Viren. Habe in meinem ganzen Langen Leben noch keinen Virus mit eingebauten Kalender erlebt. Der bleibt solange wie die Witterungslage winterlich ist. Gibt in Zukunft sehr sehr lange Winterpausen in Deutschland

Beitrag wurde gemeldet

14.11.2020 - 00:04 - Baxy

Niemand glaubt, dass in diesem Jahr noch gespielt wird. Aber was ist denn im Januar oder Februar besser? Der Breitensport hat null Lobby und deshalb ist es leicht, ihn zu verbieten. Wenn man aber mal überlegt, welche Folgeschäden es haben wird, dass ein ganzes Volk Monate lang keinen Sport machen darf (ja, man darf joggen... das werden manche Fußballer auch tun, aber wahl die wenigsten Volleyballer, Tischtennisspieler etc.) wird mir Angst und Bange. Der Verzicht auf Sport wird für sehr, sehr viele Menschen den Verlust von Lebensjahren bedeuten, ein Argument, welches immer in Bezug auf die Rechtfertigung von Corona Maßnahmen angebracht wird. Kein Sport bedeutet mehr Tote durch Herz Kreislauf Erkrankungen, das ist ein Fakt. Hier wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet

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