Nach Bayern, Bremen und Schleswig-Holstein hat auch die Landesregierung von NRW einen Beschluss erlassen, wonach Großveranstaltungen mit über 1000 Zuschauern aufgrund des Coronavirus komplett verboten werden sollen.

Coronavirus

Corona: NRW verbietet Veranstaltungen mit über 1000 Zuschauern

10. März 2020, 15:44 Uhr
Foto: dpa

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Nach Bayern, Bremen und Schleswig-Holstein hat auch die Landesregierung von NRW einen Beschluss erlassen, wonach Großveranstaltungen mit über 1000 Zuschauern aufgrund des Coronavirus komplett verboten werden sollen.

Von dieser Entscheidung betroffen sind somit unter anderem alle Spiele der 1. und 2. Fußball-Bundesliga. In Bayern gilt diese Regelung zunächst bis zum 19. April, in Bremen bis zum 26. März und in Schleswig-Holstein bis zum 10. April.

In NRW gaben Ministerpräsident Armin Laschet und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (beide CDU) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz keine zeitliche Befristung bekannt. „Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat dem Kabinett einen Erlass zur Bewertung von Großveranstaltungen vorgestellt, der heute an alle Kommunen geht und verbindlich ist“, teilte Laschet mit. In NRW sind die meisten Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert.

In den kommenden Tagen sind von dieser Entscheidung in NRW in der Fußball-Bundesliga unter anderem die Nachholpartie zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Mittwoch, sowie die Spiele des kommenden Spieltags zwischen Fortuna Düsseldorf und dem SC Paderborn am Freitag sowie zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 und Köln und dem FSV Mainz 05 am Samstag betroffen. Die Partien werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Durch die Entscheidung werden wohl auch die kommenden Heimspiele des VfL Bochum, MSV Duisburg und KFC Uerdingen vor leeren Rängen stattfinden müssen. In der Regionalliga West trifft diese Entscheidung ebenfalls manche Vereine, wie Rot-Weiss Essen, das am Samstag gegen den FC Schalke 04 II spielt. RWE hat regelmäßig 10.000 Zuschauer zu Gast. Auch der Wuppertaler SV, Rot-Weiß Oberhausen oder Alemannia Aachen stehen nun vor Problemen. Kleinere Vereine wie der SV Bergisch Gladbach oder der SV Lippstadt könnten vermutlich mit Zuschauern spielen - sofern sich die Liga nicht solidarisch erklärt. mit sid

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10.03.2020 - 20:34 - Alt Zebra

Wenn die Fans den Geldgeilen DFB am Herzen gelegen wären hätten sie schon längst Reagiert.Alle Spiele Absagen bis auf weiteres,Geisterspiele können sich die Mannschaften ab der 2 Liga garnicht Leisten.Endschädigungen vom DFB sind ja nicht zu erwarten und die Ideen den Vereinen die Gelder vom Nächsten Jahr zu geben ist doch Unsinnig.Alles ander als wie in Italien die Liga zu Unterbrechen ist falsch.

10.03.2020 - 20:08 - derdereuchversteht07

Also, wenn das Spiel am Samstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, wäre es für uns Fans natürlich ein kleiner Trost, wenn das Spiel bei sporttotal.tv gezeigt wird. Soweit das möglich ist bzw. wenn überhaupt angepfiffen wird. Alemannia Aachen hat ja sein Spiel schon abgesagt.

10.03.2020 - 19:29 - Du schöner RWE

So sehe ich das auch. Jetzt mit aller Konsequenz einschreiten und alle Großveranstaltungen absagen. Da wo es geht Homeoffice anbieten. Arbeit und Öffentliche Dienstleistungen müssen weitestgehend aufrecht erhalten werden. Sport, Hobbies und Konzerte müssen hinten anstehen. Und wie TiW schon erwähnte, muss der Verband es für alle Vereine gleich regeln. Kann überhaupt nicht verstehen, dass Union Berlin am Wochenende vor Publikum stattfindet, da muss es für alle Vereine einheitliche regeln geben.

10.03.2020 - 18:31 - Pfeifendlichab

10.03.2020 - 18:17 - lapofgods

"Denn in jeder Straßenbahn, in jedem Bus, in jeder S-Bahn stehen die Menschen in Stoßzeiten dichtgedrängt aneinander. "

Was ist für die Gesellschaft wohl wichtiger? Menschen, die zur Arbeit fahren? Oder Menschen, die ihrem Hobby nachgehen?

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Werter "lapofgods": Selbstredend ist Arbeit zu haben und auszuüben wichtig, denn Arbeit ermöglicht - u.a. - auch das Ausüben von Hobbies. Ich kann angesichts einer Pandemie aber gerne auf mein Hobby (u.a. Fußball) verzichten.

10.03.2020 - 18:26 - Tief_im_Westen

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10.03.2020 - 18:17 - lapofgods

"Denn in jeder Straßenbahn, in jedem Bus, in jeder S-Bahn stehen die Menschen in Stoßzeiten dichtgedrängt aneinander. "

Was ist für die Gesellschaft wohl wichtiger? Menschen, die zur Arbeit fahren? Oder Menschen, die ihrem Hobby nachgehen?

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10.03.2020 - 18:13 - lapofgods

"2020 keine Videokonfernz an den Start zu bekommen"

Was der Stammtisch alles weiß. Boh! Und wenn er es nicht weiß, hat er es immerhin schön erfunden.

Das die Politik noch keine einheitlichen Regeln hat (weil wir halt ein föderaler Staat sind) und im Osten deswegen noch mit Publikum gespielt werden soll, weiß man aber am Stammtisch nicht. Zu kompliziert.

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10.03.2020 - 18:07 - Tief_im_Westen

Du schöner RWE, so sehe ich es auch. Da ist eigentlich der Verband gefragt. 2020 keine Videokonfernz an den Start zu bekommen und keine einheitliche Lösung finfen, ist schon unter aller Sau, auch gegenüber den Vereinen, die da jetzt allein dastehen und ausbaden müssen, was Bürokraten ihnen zumuten.

Auf der anderen Seite zeigt es auch, dass die Fans auch solidasieren müssen und nach dieser Krise gegen Strukturen vorgehen, die nicht im Interesse des Sports sind.

10.03.2020 - 18:04 - Pfeifendlichab

Ich bin wirklich kein zur Hysterie neigender Typ, aber grundsätzlich halte ich es dennoch für sinnvoll, angesichts von Corona Großveranstaltungen abzusagen. Ein vollbesetztes oder überdurchschnittlich gut gefülltes Fußballstadion ist schließlich ein Virenübertragungsbeschleuniger - was im Übrigen aber auch für einen vollbesetzten ICE oder ein vollbesetztes Kino/Theater/Opernhaus etc. gilt. Jedoch: Die Annahme, ausgerechnet die Zahl 1000 Personen + X als Großveranstaltung zu definieren, erschließt sich mir nicht. Denn in jeder Straßenbahn, in jedem Bus, in jeder S-Bahn stehen die Menschen in Stoßzeiten dichtgedrängt aneinander. Insofern erscheint mir die 1000+X-Anordnung, die hauptsächlich Sportevents und Konzerte betrifft, von eher symbolpolitischer Natur zu sein.

Will man die massive Ausbreitung von Corona wirklich stoppen, kann m.E. nur ein mehrwöchiges Ausgehverbot helfen - was natürlich einer Totalquarantäne und einem nahezu wirtschaftlichen Stillstand gleichkommt (Grundversorgung durch Bundeswehr, THW etc. muss natürlich gewährleistet sein).

Insofern: So ungern ich derzeit als RWE-Fan auch ein Ligaspiel verpasse, so nachvollziehbar ist es aber für mich, bei der Umsetzung von Verboten mal irgendwo anzufangen. In letzter Konsequenz durchdacht ist das 1000+X-Verbot meines Erachtens aber (noch) nicht ...

10.03.2020 - 17:34 - Du schöner RWE

Ich bin der Meinung, da müssen sich alle solidarisch erklären und Geisterspiele durchführen, alles andere ist nicht nachvollziehbar.

10.03.2020 - 17:14 - Schäl Sick

Was ist mit unserer Viktoria? Bisher meidet der Verein das Thema.
Vielleicht könnte man ab sofort keine Karten mehr verkaufen und nur die Dauerkartenbesitzer einlassen. Dann bleiben wir unter 1000 Zuschauer.

10.03.2020 - 17:13 - Labernich

Laschet der Märchenonkel macht das schon. Guckt ma erst wat die anderen alle machen.