Schon seit Wochen wird gemutmaßt, dass die Corona-Krise einige Profivereine vor existenzielle Probleme stellen könnte. Einem Medienbericht zufolge droht dem Karlsruher SC die Insolvenz.

Corona-Krise

Bericht: Zweitligist steht vor der Insolvenz, Verein dementiert

01. April 2020, 10:14 Uhr
Foto: dpa

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Schon seit Wochen wird gemutmaßt, dass die Corona-Krise einige Profivereine vor existenzielle Probleme stellen könnte. Einem Medienbericht zufolge droht dem Karlsruher SC die Insolvenz.

Fußball-Zweitligist Karlsruher SC steht offenbar vor der Insolvenz. Wie der SWR berichtet droht dem Verein schon in der kommenden Woche die Zahlungsunfähigkeit. Demnach sollen dem Aufsteiger zwischen fünf und zehn Millionen Euro fehlen, um unter anderem die Spielergehälter weiter zahlen zu können. Der Verein arbeite intensiv nach Lösungen, heißt es.


Als eine mögliche Lösung bringt der SWR eine so genannte Planinsolvenz ins Spiel. Dadurch sollen Profiabteilung und der gesamte Verein saniert werden. Das Verfahren könnte bereits im August abgeschlossen sein. Vertreter des KSC wollen den Karlsruher Oberbürgermeister an diesem Mittwoch über die prekäre Situation informieren.

Keine Punktabzüge in diesem Jahr

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hatte erst am Dienstag verkündet, dass Insolvenzen in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht mit einem Punktabzug bestraft werden sollen. Auch in der kommenden Spielzeit soll eine Zahlungsfähigkeit lediglich mit einem Punktverlust von drei Zählern bestraft werden - bisher waren es neun Punkte. Das soll bedrohte Klubs retten. In der derzeit pausierten 2. Bundesliga ist der KSC als Tabellen-17. stark abstiegsbedroht. Von den vergangenen zehn Ligaspielen konnten die Karlsruher nur eines gewinnen.


Die finanzielle Schieflage in Karlsruhe ist auch durch den derzeitigen Neubau des Wildparkstadions bedingt. Der Verein ist verpflichtet, den Neubau über jahrelange Rückzahlungen an die Stadt Karlsruhe mitzufinanzieren. Erst vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass der Umbau um zehn bis 30 Millionen Euro teurer werden könnte als ursprünglich gedacht. Der neue Wildpark soll eigentlich im Mai 2022 fertiggestellt sein.

+++Update+++: Der KSC hat am Mittwochvormittag die Meldung des SWR über eine bevorstehende Insolvenz dementiert - den Ernst der Lage allerdings nicht geleugnet. „Vorausgesetzt die TV-Gelder kommen“, sagte Geschäftsführer Michael Becker, „sind wir nach aktueller Planung bis zum 30. Juni gut aufgestellt“. Die Badener befänden sich durch die Coronakrise allerdings „in einer nie dagewesenen Situation“.

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