Bundesliga

BVB: Watzke: Politik betreibt „Fußball-Bashing“

18. Oktober 2020, 10:41 Uhr
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Foto: firo

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Foto: firo

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund beklagt „Fußball-Bashing“ seitens der Politik und kritisiert explizit auch Äußerungen der Bundeskanzlerin

„Ich fand das nicht zielführend von Angela Merkel. Es gibt immer Tausend Dinge, die wichtiger sind als die Fußball-Bundesliga. Aber wir müssen die Frage nach der Gefährdung stellen“, sagte Watzke im ZDF-Sportstudio am späten Samstagabend: „Und die sehe ich nicht.“

Merkel hatte angesichts drastisch steigender Corona-Fallzahlen erklärt: „Man kann überlegen, ob man bei Fußballspielen wieder weniger Leute oder gar keine reinlässt.“ Watzke sagte, er erwarte von der Politik, „nicht so ein populistisches Fußball-Bashing“ zu betreiben.

„Ich verstehe nicht, dass man sich am Fußball abarbeitet“, sagte Watzke. „Der Fußball hat ein weltweit anerkanntes Topkonzept in Deutschland umgesetzt. Es geht überhaupt keine Gefahr aus. Wenn alle Veranstaltungen in Deutschland so diszipliniert abgelaufen wären wie im Fußball, hätten wir vielleicht auch nicht die Zahlen.“

Die Vereine müssten „irgendwann Geld einnehmen“, um nicht in große Nöte zu geraten. „Das war jetzt wieder ein Rückschlag“, betonte er. „Das Spiel gegen Schalke wird uns wieder eine Million kosten, das Spiel gegen St. Petersburg genauso. Wir brauchen zumindest diese Geisterspiele, sonst wird es ganz eng.“ SID

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18.10.2020 - 11:38 - Außenverteidiger

Ist die Angela nicht von seiner CDU?
Die Bundesliga nimmt immer noch Milliarden Euro ein. Wie kommt man bei diesen Summen zu solchen Aussagen? Investmentbanker sind jetzt die neuen Vorbilder?
Niemand anderes, als die Vereine selbst, sind für das interne Rechnungswesen verantwortlich. Märkte verändern sich und auch der Fußball, darf sich geänderten Rahmenbedingungen anpassen.
Ein Holzfäller in der Wüste, kann zwar mehr Bäume fordern oder passt sich an. Er ist doch Unternehmer und müsste jetzt etwas im eigenen Betrieb unternehmen.

18.10.2020 - 11:06 - Dr. Acula

Och, der arme Aki sieht seine Felle schwimmen. Jammern auf sehr hohem Niveau!
Erzähl DAS mal den Wirten, Messebauern etc. ...

18.10.2020 - 11:04 - mazeppa

Das Narrativ der Politik und als Folge davon die Freiheitseinschränkungen der Bürger besagen: Menschen dürfen sich nicht mehr nahe kommen, weil sie gegenseitig gefährlich sind.
Wer gesund bleiben will, muss Menschen meiden. So einfach ist das. Ob das Narrativ richtig ist, ist eine andere Frage.

Watzke soll jetzt mal erklären, welchen Sinn unter diesen Vorgaben der Politik der Massensport Fußball noch eine Zukunft haben kann. Ich sage: Keinen.
Watze sollte auch sagen, welche Lösung er anbietet. Ich befürchte, er wird auch keine haben.

Es ist zu vermuten, dass es noch schlimmer kommen wird für die Vereine, dass z. B. die Stadien, die jetzt überall nutzlos rumstehen, enteignet werden, soweit sie nicht ohnehin in öffentlichem Eigentum sind. Man nennt es Eigenbedarf bzw. "Eigentum verpflichtet".

Der deutsche Staat braucht jetzt Flächen für den Wohnungsbau.




:

18.10.2020 - 11:03 - Kuk

Ich habe Hr. Watzke selten so aufgeräumt wie gestern im SportStudio erlebt.
Die Sticheleien von Moderator Bwyer konterte er sehr professionell.

Ich habe kein Verständnis, wenn ein Verantwortungsträger IN DIESEN TAGEN die Kanzlerin wegen zu strikter Pandemie-Bekämpfung kritisiert.
Den Beweis, daß der Profi-Fußball keine Gefahr darstellt, hat Hr. Watzke bleibt Hr. Watzke schuldig.