Eine knappe Viertelstunde war es noch bis zum Anpfiff des Bundesligaspiels zwischen Borussia Dortmund und Werder Bremen, da griff Stadionsprecher Nobby Dickel zum Mikrofon.

Dortmund

BVB verabschiedet Sahin emotional

Sebastian Weßling
15. Dezember 2018, 18:34 Uhr

Foto: firo

Eine knappe Viertelstunde war es noch bis zum Anpfiff des Bundesligaspiels zwischen Borussia Dortmund und Werder Bremen, da griff Stadionsprecher Nobby Dickel zum Mikrofon.

„Wir wollen jetzt jemanden verabschieden und uns gleichzeitig bedanken bei einem, der jahrelang die Knochen für unseren BVB hingehalten hat“, rief er – und prompt wurde es laut auf der Südtribüne. 

Denn unten auf dem Rasen stand Nuri Sahin, das BVB-Eigengewächs aus Meinerzhagen, der insgesamt 14 Jahre für den Klub gespielt hatte. Im Sommer war er am letzten Tag der Transferperiode nach Bremen gewechselt, was so schnell über die Bühne ging, das für eine offizielle Verabschiedung keine Zeit mehr war. Die wurde nun nachgeholt. Vorstandsbos Hans-Joachim Watzke überreichte Blumen und herzte den Mittelfeldspieler, von der Südtribüne kam ein langgezogenes „Nuuuuuuuuuriiiiiiii“. 

Denn der 30-Jährige war immer einer der Publikumslieblinge beim BVB, für den er schon mit 16 debütiert hatte. Noch immer ist er jüngster Spieler und jüngster Torschütze der Bundesliga-Geschichte. „Und er ist nicht nur ein fantastischer Fußballer, sondern auch ein außergewöhnlicher Mensch“, rief Dickel. „So einen zu verabschieden tut weh, weil es solche Typen so selten gibt. Nuri, bleib, wie du bist, denn das ist gut so.“

Sahin selbst aber wollte noch nicht so recht teilnehmen an der Abschiedssause. Der Mittelfeldspieler war ja nicht zum Spaß nach Dortmund gekommen, es ging um drei Punkte, die Bremen gut gebrauchen kann. Deswegen winkte er nur kurz in Richtung Südtribüne, dann ins restliche Stadionrund, und lief dann zurück zu seinen Mitspielern, um sich weiter auf das Spiel vorzubereiten. 

Emotional war die Partie aber dennoch für ihn: 273 war er in Pflichtspielen für Dortmund aufgelaufen, unterbrochen nur von kurzen Episoden bei Feyenoord Rotterdam, Real Madrid und dem FC Liverpool hatte er immer für Dortmund gespielt. „Nuri Sahin war für Borussia Dortmund über viele Jahre hinweg ein sehr verdienter Spieler“, hatte BVB-Sportdirektor Michael Zorc dazu vor dem Spiel gesagt. „Ich freue mich auf die Leute“, so Sahin vor der Partie im Interview mit dieser Redaktion. „Mit den Jungs auf dem Platz habe ich ja Kontakt. Aber ich freue mich sehr auf die Physios, die Leute aus der Presseabteilung und andere, die ich lange nicht gesehen habe. Das werden schöne Momente sein.“

Autor: Sebastian Weßling

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