Am Samstag nimmt Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund vor leeren Rängen wieder den Spielbetrieb auf. Kapitän Marco Reus weiß um den Nachteil, möchte aber dennoch mit dem BVB endlich Meister werden.

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BVB-Kapitän Reus: "Ich möchte mit Dortmund endlich Meisterschaft holen"

Chris McCarthy
15. Mai 2020, 14:41 Uhr
Kapitän Marco Reus will mit dem BVB endlich Meister werden. Foto: dpa

Kapitän Marco Reus will mit dem BVB endlich Meister werden. Foto: dpa

Am Samstag nimmt Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund vor leeren Rängen wieder den Spielbetrieb auf. Kapitän Marco Reus weiß um den Nachteil, möchte aber dennoch mit dem BVB endlich Meister werden.

Wenn Borussia Dortmund am Samstag im Revierderby gegen Schalke 04 den Spielbetrieb in der Bundesliga wieder aufnimmt, wird Marco Reus noch nicht mit von der Partie sein. Der Kapitän laboriert derzeit noch an einer Muskelverletzung.


Mitfiebern wird Reus dennoch, auch wenn es sich um ein Geisterspiel handelt. Gegenüber der der spanischen Zeitung "El Pais" (via Sportbild) erklärte der 30-Jährige: "Natürlich ist es schade, dass wir auf die Unterstützung der Fans verzichten müssen. Natürlich fehlen uns unsere Fans. Wer einmal auf dem Rasen im Westfalenstadion gestanden hat, weiß, welche Kräfte unsere Fans freisetzen können. Die Südtribüne mit 25.000 Zuschauern ist wie ein Motor, der einen beschleunigt. Das ist schon ein herber Verlust. Aber: Es gab keine Alternative."

Reus möchte sich nämlich nicht beschweren: "Niemand sollte sich über die Gegebenheiten, unter denen wir nun spielen dürfen, beschweren dürfen. Wir Spieler sind Vorbilder für eine ganze Gesellschaft. Wenn wir mit der Chance, die wir in Deutschland nun bekommen, nicht verantwortungsvoll umgehen, wären wir bescheuert."

Reus will mit dem BVB Meister werden

Bevor die Bundesliga durch das Coronavirus lahmgelegt wurde, belegte der BVB Platz zwei. Obwohl die Dortmunder auf die heimische Unterstützung verzichten müssen, zeigt sich Reus in Sachen Meisterschaft kämpferisch. "Wir haben mit Dortmund vier Punkte Rückstand auf Bayern. Wir spielen noch gegen sie. Ich möchte mit Dortmund endlich die Meisterschaft holen."


Der 30-Jährige glaubt an den Titel und brennt darauf, mitzuwirken: "In diesem Jahr gibt es nach wie vor eine realistische Chance, trotz all der Widrigkeiten. Wir können Bayern mit einem Sieg in zwei Wochen ziemlich auf die Pelle rücken. Dann wird es richtig spannend. Ich möchte endlich wieder spielen. Ich habe große Sehnsucht nach Fußball."

BVB-Kapitän Reus hat Initiative #helpyourhometown

Das Coronavirus wirkt sich selbstverständlich vor allem auf das Leben abseits des Fußballplatzes aus. Auch hier will Reus seinen Teil leisten. Daher hat der Profi des BVB die Initiative #helpyourhometown ins Leben gerufen. 


Der Nationalspieler erklärt die Beweggründe: "Es geht darum, denjenigen zu helfen, die durch die vorgeschriebenen Schließungen vor der Insolvenz standen. Stellen Sie sich mal vor, wie sich ein Stadtbild verändert, wenn man durch die Straßen fährt und all die kleinen Friseure und Kioske oder andere kleine Geschäfte, die eine Stadt so ausmachen, verschwinden alle? Ich liebe Dortmund dafür. Ich bin in dieser Stadt geboren und habe die längste Zeit meines Lebens hier verbracht. Daher musste ich einfach was für Dortmund tun."

Vielerorts wurde bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga von einem Schritt Richtung Normalität gesprochen. Reus ist diesbezüglich vorsichtig: "Ich glaube nicht, dass man von Normalität sprechen kann. Sollten wir auch nicht. Wenn man derzeit einkaufen geht, tragen die Menschen eine Schutzmaske. Wir werden ab kommender Woche die Bundesliga ohne Zuschauer sehen. Damit retten wir hoffentlich eine ganze Branche, an der über 55.000 Jobs hängen. Aber den Zuschauer wird daheim am Fernsehen mit Sicherheit auch zu jeder Sekunde klar sein, dass wir Corona noch nicht besiegt haben und dementsprechend weit weg von Normalität sind."

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16.05.2020 - 07:50 - UNVEU

Egal wer Meister wird - bin mal gespannt wie man verhindern will das die Leute auf die Straße gehen um die Meisterschaft zu feiern? Da wird es doch zwangsläufig große Menschen Ansammlungen auf den Straßen geben