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BVB II: Von der 2. In die 4. Liga – Warum für Niklas Dams trotzdem alles passt

Niclas Scheidt
11. Oktober 2020, 08:30 Uhr
Mit dem SV Wehen Wiesbaden stieg Niklas Dams (links) vergangene Saison von der 2. in die 3. Liga ab. (Foto: dpa)

Mit dem SV Wehen Wiesbaden stieg Niklas Dams (links) vergangene Saison von der 2. in die 3. Liga ab. (Foto: dpa)

Niklas Dams wechselte zu Saisonbeginn von Zweitliga-Absteiger Wehen Wiesbaden noch eine Liga tiefer in die Regionalliga zu Borussia Dortmund II. Wieso er diesen Schritt gegangen ist und warum er mit 30 Jahren in dieser Mannschaft noch so viel Spaß, verriet er im Gespräch mit RevierSport.

Seit dieser Saison ist Niklas Dams der Abwehrchef von Borussia Dortmund II. Nach dem Spiel gegen Wegberg-Beek (3:2) steht er ganz locker in der Mixed Zone und redet wie ein Wasserfall. Das ist positiv gemeint. Weil er viel zu erzählen hat.


Die BVB-U23 kassierte bisher nur sechs Gegentore in sieben Spielen. Dams hat daran einen großen Anteil, spricht aber nicht von sich: „Wir sind sehr schwer zu bespielen, lassen sehr wenig Torchancen zu. Und wenn, dann legen wir dem Gegner die Bälle selbst da hin.“ Das sagt Dams nicht verbittert, sondern mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen.

„Es ist immer sehr interessant, mit so vielen jungen Spielern zu arbeiten“

Der Wechsel von der zweiten in die vierte Liga hat für Dams gleich zwei Gründe. Zum einen gefällt dem 30-Jährigen die Rolle des alten Hasen, er will voran gehen: „Es ist immer sehr interessant, mit so vielen jungen Spielern zu arbeiten. Ich konnte mir schon mit Mitte 20 vorstellen, mal in einer zweiten Mannschaft zu spielen. Als Spieler, der die Jungs führt. Der mithelfen kann, die Spieler zu entwickeln.“


Für Dams hieß der Wechsel in die U23 der Borussia eine Umstellung, besonders was die Spielertypen angeht. In der letzten Saison sind bei Wehen Wiesbaden nach dem Fehlstart noch ein paar erfahrene Spieler dazugestoßen, sodass der spätere Absteiger einen relativ hohen Altersdurchschnitt vorwies.

„Es gibt einmal die fußballerischen Fähigkeiten und dann diese Abgezocktheit. Die fehlt noch ein stückweit, was auch ganz normal ist. Das ist der größte Unterschied. Alles andere ist da, die Qualität hier ist extrem hoch.“ Dams ist mit Abstand der Älteste im Team. Wahrscheinlich auch, um eben diese Fähigkeiten dieser blutjungen Mannschaft zu vermitteln.

Dams ist Familienmensch

Der andere Grund ist privater Natur. Dams ist gebürtiger Düsseldorfer, genauer gesagt kommt er aus Ratingen. „Meine Tochter wurde jetzt gerade eingeschult. Das war für mich einfach der logische Schritt, wieder in die Heimat zu gehen.“


Beim Thema Aufstieg macht der 30-Jährige keinen Hehl aus seiner Meinung: „Natürlich habe ich Bock aufzusteigen. Das ist das Geilste, was du erleben kannst - völlig egal in welche Liga.“ Niklas Dams hat in Dortmunds U23 das perfekte Paket für sich gefunden: Heimat, ein starkes Team, eine Führungsaufgabe und – na klar – die Aufstiegshoffnung. 

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