Im Sommer 2019 wurde Benjamin Hoffmann trotz Meistertitel mit der U19 von Borussia Dortmund von seinen Aufgaben als Trainer entbunden. Jetzt hat er in einem Interview mit Spox und Goal mit dem BVB abgerechnet.

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BVB: Früherer U19-Trainer kritisiert Vereinsführung

Stefan Bunse
02. Juli 2020, 20:56 Uhr
Benjamin Hoffmann musste trotz erfolgreicher Arbeit vor einem Jahr als U19-Trainer des BVB aufhören. Foto: Thorsten Tillmann

Benjamin Hoffmann musste trotz erfolgreicher Arbeit vor einem Jahr als U19-Trainer des BVB aufhören. Foto: Thorsten Tillmann

Im Sommer 2019 wurde Benjamin Hoffmann trotz Meistertitel mit der U19 von Borussia Dortmund von seinen Aufgaben als Trainer entbunden. Jetzt hat er in einem Interview mit Spox und Goal mit dem BVB abgerechnet.

Das Ende seiner Tätigkeit als A-Jugend-Trainer von Borussia Dortmund sei für ihn urplötzlich gekommen, erklärte Benjamin Hoffmann im Interview mit Spox und Goal. „Mitte März bekam ich Bescheid. Ich habe zunächst eine wahnsinnige Enttäuschung gespürt, weil ich mich als der Gescheiterte fühlte, der seine Ziele nicht erreicht hat. Ich konnte die Begründung des Vereins nicht nachvollziehen. Es war kein schöner Tag.“

Der Verein habe ihm gesagt, dass er nicht mehr die ideale Besetzung sei. Man wollte einen Trainer mit höherem Bekanntheitsgrad haben, der auch eine größere Erfahrung im Seniorenfußball hat. Diesen Trainer hatten die Schwarz-Gelben dann mit Skibbe gefunden. Hoffmann selbst kam als Spieler über die Oberliga nicht hinaus.

Hoffmann: S04-Coach Elgert als positives Beispiel

Hoffmann sollte in der abgelaufenen Saison beim BVB als sportlicher Leiter der U12-U16 eingesetzt werden, empfand dies aber als Degradierung. Er sei zwar nachdem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit dem Gedanken in den Urlaub gefahren, den Job zu machen, aber zufrieden war er nicht. Als das Angebot aus Mainz kam, wechselte er und setzte seine erfolgreiche Arbeit dort bis zum Saisonabbruch fort.

Am meisten bemängelte er die fehlende Geduld der Vereinsbosse. Immerhin hatte er in seinen drei Jahren bei der Dortmunder A-Jugend zwei Meisterschaften und einen Halbfinaleinzug gefeiert und Spieler wie Jadon Sancho und Jacob Bruun Larsen an den Profikader herangeführt. „Um langfristig ein guter Jugendtrainer zu sein, benötigt man erst einmal einen gewissen Erfahrungsschatz“ machte Hoffmann klar. 


Und bemühte ausgerechnet einen Vergleich mit Dortmunds Erzrivalen Schalke 04. „Der Norbert Elgert, der 1996 bei Schalke anfing, ist ja nicht mit dem heutigen zu vergleichen und hatte auch nicht gleich einen starken Jahrgang nach dem anderen. Doch diese Geduld bringen die Vereine aus meiner Sicht oft nicht mehr auf.“

Hoffmann einst selbst Jugendspieler beim BVB

Dass er die Chance dazu nicht erhalten hat, wirft er den Verantwortlichen um Jugendkoordinator Lars Ricken vor. „Das sieht man auch an meiner Person, wo trotz der Erfolge beim BVB Kritik innerhalb des Vereins entstanden ist und man einen Trainer wollte, der bekannter ist. Man kann aber nicht immer beides haben - höchstens dann, wenn man einen langen Atem beweist.“

Seinen Nach-Nachfolger Mike Tullberg, der in der kommenden Saison das Amt von Michael Skibbe übernimmt, bezeichnet er als jungen, ambitionierten Trainer, der den vollen Fokus auf die Entwicklung der Spieler legt. So wie er. Von der C- bis zur A-Jugend hatte Hoffmann selbst für den BVB gespielt, sich dann über diverse Stationen im Nachwuchsbereich 17 Jahre lang hochgearbeitet. Bis der Knick kam.

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