25.11.2018

Bundesliga

BVB-Boss Watzke lobt Trainer Favre

Foto: Firo

Der BVB erlebte eine harmonische und entspannte Mitgliederversammlung. Dank des derzeitigen Erfolgs verteilte Geschäftsführer Watzke jede Menge Lob.

Hans-Joachim Watzke geriet regelrecht ins Schwärmen, als er über das sprach, was sich alles geändert hat bei Borussia Dortmund. Denn es ist ja gerade ein Jahr her, dass die Mitgliederversammlung des BVB zu einer regelrechten Krisensitzung geriet: 4:4 hatten die Dortmunder da tags zuvor gegen Schalke 04 gespielt, was sich nach einer 4:0-Führung wie eine Niederlage angefühlt und deswegen auch gut in jene veritable Pleitenserie im Herbst 2017 fügte. Peter Bosz behielt damals wohl nur deswegen seinen Job, weil sich Watzke seinen Trainer nicht ausgerechnet vom Revierrivalen abschießen lassen wollte, musste sich dann aber auf offener Bühne eine regelrechte Strafpredigt seines Vorsitzenden anhören.


Ein Jahr später ist alles anders: Borussia Dortmund ist Tabellenführer, hat von zwölf Bundesliga-Spielen noch kein einziges verloren – und Lucien Favre, der Nach-Nachfolger von Bosz wurde vor 1119 Mitgliedern in den höchsten Tönen gelobt. Die Zusammenarbeit sei von Vertrauen geprägt und tue richtig gut, schwärmte Watzke. „Denn du bist nicht nur ein erstklassiger Fußballlehrer, sondern auch ein sehr feinfühliger, anständiger Mensch“, sagte er in Favres Richtung.

BVB-Trainer Favre beweist großes Geschick

Letzteres freilich wurde auch den Favre-Vorgängern Bosz und Peter Stöger stets bescheinigt, nur mit dem Fußball haperte es. Das ist nun anders, auch die Spieler loben Favres Trainingsarbeit, seine taktischen Ideen – und auch im Umgang mit dem 29 Mann starken Kader beweist er großes Geschick. Fast einer kompletten Fußballmannschaft muss der Trainer Spieltag für Spieltag mitteilen, dass sie nicht im Kader stehen – und bislang dringt keine Unzufriedenheit nach außen. 

Auch das war Watzke ein großes Lob wert, ausdrücklich gerichtet an jede Spieler, die beim 2:1-Sieg in Mainz am Vortag nicht zum Einsatz gekommen oder gar nicht erst mitgenommen worden waren. Das seien die „wahren Helden“, meinte der BVB-Boss. „Die machen uns momentan so stark, weil sie unser Niveau dramatisch heben“, so Watzke. „Weil sie im Training versuchen, sich aufzudrängen, weil sie bei aller Enttäuschung weiter Gas geben.“

Der neue Trainer und der neue Geist in der Mannschaft seien aber nur zwei richtige Ableitungen, die der BVB aus der Vorsaison gezogen habe: Durch die Verpflichtung von Sebastian Kehl als Leiter der Lizenzspieler-Abteilung und Matthais Sammer als externem Berater habe der BVB viel Stärke hinzugewonnen. Ausdrücklich lobte Watzke auch Sportdirektor Michael Zorc, der diese Änderungen vorbehaltlos mitgetragen habe.

Und das der BVB-Boss schon einmal am Loben war, bekam auch Marco Reus warme Worte zu hören: „Du bist ein großartiger Kapitän“, meinte Watzke. „Und als Dortmunder Junge Kapitän des Tabellenführers zu sein - da gibt es sicher auch schlechtere Tage.“

Autor: Sebastian Weßling

Kommentieren

26.11.2018 - 08:54 - asaph

Dortmund hat im Moment das Glück, was die Bayern oft genug hatten!.
Die beste Mannschaft der BL steht noch auf Platz 2 - aber dies wird sich bald ändern!

26.11.2018 - 08:34 - Kuk

Die Spielidee hängt immer vom zur Verfügung steheneden Kader ab. Aus der letzten Saison erinnere ich mich an das von Peter Stöger oft verwendetes Wort "Körperlichkeit". Genau in dieser Hisicht wurde der Kader optimiert.

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