BVB

Brandt: Dortmund kann mich prägen

Sebastian Weßling
11. Juni 2019, 08:34 Uhr

Foto: firo

Julian Brandt strebt eine Führungsrolle in der deutschen Nationalmannschaft an. Bei seinem neuen Klub Borussia Dortmund hat er einiges vor.

„Ich merke, wie ich jetzt im Training vorangehen möchte“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Ich sehe mich in der Pflicht, meinen Beitrag zu leisten, der Mannschaft fußballerisch Halt zu geben.“ 


Dabei sieht sich Brandt allerdings nicht als lauten Kommunikator: „Ich bin kein lautstarker Typ wie Joshua Kimmich, auch nicht wie Thomas Müller, der nur am Quatschen ist“, meinte der 23-Jährige. Brandt sieht sich eher in der Nachfolge Mesut Özils, der 2018 nach der Affäre um sein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aus der Nationalmannschaft zurückgetreten war. „Mesut war jemand, den man zwar auf dem Platz nicht so oft gehört hat, aber er konnte ein Spiel leiten, ihm eine Richtung vorgeben“, erklärte Brandt. „In manchen Momenten konnte er nur durch einen grandiosen Pass Euphorie auslösen. Das ist auch mein Ansatz.“

Die Entwicklung der neuformierten Mannschaft bewertete der Offensivspieler positiv, forderte aber auch: „Man sollte uns schon noch Zeit geben bis zur Europameisterschaft 2020, wir müssen noch weiter zusammenwachsen, uns weiter kennenlernen.“ Das sei auch beim 2:0 (1:0)-Sieg gegen Weißrussland zu sehen gewesen: „Natürlich hat bei uns noch nicht alles funktioniert, da viele aus einem kurzen Urlaub gekommen sind. Aber dafür, dass wir nur ein paar Tage zusammen trainiert haben, war es schon ganz okay.“

Brandt begründete auch, warum er sich entschieden hat, in diesem Sommer vom Bundesliga-Vierten Bayer Leverkusen zum Vizemeister Borussia Dortmund zu wechseln: „Ich hatte das Gefühl, dass ich jetzt Bock auf was Neues habe“, sagte er. „Ich möchte mich neu beweisen. Es kann mir guttun, neue Herausforderungen zu bewältigen.“ In Dortmund sei nicht nur die sportliche Qualität höher, sondern auch die Fanszene und die öffentliche Aufmerksamkeit größer. Das „kann mich prägen. Persönlich, aber auch spielerisch“, meinte Brandt. Eine Rolle spielte dabei auch BVB-Kapitän Marco Reus: „Ich habe vor meinem Wechsel viel mit ihm gesprochen“, so Brandt. „Er hat mir erzählt, dass er sich sehr freuen würde, wenn ich kommen würde. Er ist ein fantastischer Spieler. Marco ist ein Grund, warum ich mich für Dortmund entschieden habe.“

Zu seinen Zielen mit dem BVB äußerte sich der Neu-Dortmunder eher defensiv: „Es wäre natürlich schön, wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann, dass es ähnlich spannend wird wie in der vergangenen Saison“, sagte er. „Aber ich bin immer relativ vorsichtig bei der Zielformulierung. Ich muss erstmal ankommen, den Verein und die Mannschaft kennenlernen."

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11.06.2019 - 20:18 - Kuk

Vielleicht kann Vater Brandt dann noch den ein oder anderen Leverkusener zum BVB locken.
Schade, wenn Havertz keine Ausstiegsklausel hätte.

11.06.2019 - 10:21 - Hüller

Ich hoffe, Brandt ist bescheidener als sein Vater, den man eigentlich immer mit verpflichten muss. Als Berater/Scout bei WOB oder LEV für ein fürstliches Gehalt gearbeitet......
Ich denke mal, dass der BVB in auch verpflichten muss. Aber als Fussballer ist der Brandt ein Guter.

11.06.2019 - 09:06 - westkurver

Also eine unvergessliche Prägung bekommst Du auch, wenn Du im falschen Trikot auf eine generische Fangruppe triffst :-) :-).
Und die Farben, die Du jetzt vertrittst könnte man in Pott kaum besser wählen, also mach uns Spass und Finsternis am Alpenrand.

11.06.2019 - 08:42 - Kuk

Brandt scheint sehr bescheiden und bodenständig zu sein.
Qualität in er offensice wie Özil, dessen größter Erfolg die Weltmeisterschaft 2014 war, wird dem BVB sehr helfen.
Defensiv ist er nachmeiner Einschätzung besser als Özil, das ist auch gut so.