Das Revierderby steht an. Borussia Dortmunds Leiter der Lizenzspielerabteilung Sebastian Kehl äußerte sich in einem Interview über die Vorbereitung auf das Spiel gegen Schalke 04 - und zur Meisterfrage.

Bundesliga

Borussia Dortmund: Kehl über das Derby und die Meisterschaft

Justus Heinisch
12. Mai 2020, 10:47 Uhr
Sebastian Kehl spielte von 2002 bis 2015 für Borussia Dortmund. Foto: firo

Sebastian Kehl spielte von 2002 bis 2015 für Borussia Dortmund. Foto: firo

Das Revierderby steht an. Borussia Dortmunds Leiter der Lizenzspielerabteilung Sebastian Kehl äußerte sich in einem Interview über die Vorbereitung auf das Spiel gegen Schalke 04 - und zur Meisterfrage.

Sebastian Kehl hat als Spieler zahlreiche Revierderbys erlebt. Von 2002 bis 2015 spielte er für Borussia Dortmund. Doch wenn am kommenden Wochenende Dortmund auf Schalke 04 trifft, dann wird das ein seltsames Spiel. Denn bekanntlich ist es ein Geisterspiel, ein Derby ohne Fans. "Es wird sicherlich das ungewöhnlichste Derby der Geschichte. Dieses Spiel lebt von den Fans, von ihren Emotionen, von der Begeisterung im Stadion. Das alles werden wir sicher nicht erleben", sagte Kehl in einem Interview bei der "Welt".

Corona, Geisterspiele, viele Partien in einem engen Zeitfenster: Für die Profis ist das eine besondere Situation. "Es wird nicht darauf ankommen, wer die größere Qualität im Kader hat, sondern darauf, wem es am besten gelingt, sich auf das Spiel und die ungewohnte Situation einzulassen und die größte Teamdynamik zu entwickeln", meinte Kehl über die entscheidenden Restwochen in der Bundesliga.

Sportpsychologe soll helfen

Ein Sieg gegen den ewigen Rivalen aus Gelsenkirchen wäre nicht nur für die Fans wichtig. Dortmund liegt vier Punkte hinter Tabellenführer Bayern München und muss daher fast schon gewinnen, um weiterhin auf die Schale schielen zu dürfen. "Wir sind Tabellenzweiter und werden alles versuchen, um unsere Chancen noch zu nutzen", sagte Kehl. "Aber dafür benötigen wir die bedingungslose Akzeptanz der Situation und die maximale Bereitschaft, alles auf dem Platz zu geben." Auch wenn es eine skurrille Situation sei, die Meisterschaft womöglich ohne Fans zu feiern, könne der BVB seinen Anhängern mit dem Titel eine große Freude bereiten. "Das sollte unser Antrieb sein."

Um vom Kopf her fit zu sein, holte die Borussia in der vergangenen Woche den Sportpsychologen Philipp Laux ins Team. Die Verpflichtung des ehemaligen BVB-Torwarts sei schon vor Corona angedacht gewesen, habe jetzt aber an Aktualität gewonnen. Kehl über Laux' langfristige Aufgaben: "Wenn wir im Fußball von Top-Performance sprechen, ist es immer ein perfektes Zusammenspiel von Taktik, Athletik, Medizin und Psychologie. Es geht uns darum, die Potenziale der Spieler bestmöglich auszuschöpfen."

Spezielle App für die Spieler

Für die Bundesliga-Vereine ist die Wiederaufnahme des Spielbetriebs indes eine Herausforderung. Die Dortmunder Spieler haben derzeit keinen direkten Kontakt zu ihren Famlienangehörigen und Freunden. Eine Maßnahme, die die Profis verstehen würden, so Kehl. Der BVB hat sich in einem Hotel einquartiert und den Akteuren beispielsweise eine spezielle App zur Verfügung gestellt. Diese erfragt jeden Morgen den Gesundheitszustand ab.

Eine große Verunsicherung zum Beispiel beim Training bei den Spielern spürt Kehl jedenfalls nicht: "Ich habe das Gefühl, dass sich alle unsere Spieler sicher fühlen. Sie haben erkannt, dass die Maßnahmen nicht nur eine Voraussetzung sind, um den Spielbetrieb fortsetzen zu können, sondern dass sie auch zu ihrem Schutz getroffen wurden." Jeder Spieler dürfe seine Bedenken äußern, doch bis jetzt ist noch keiner mit grundsätzlichen Vorbehalten an den Klub herangetreten.

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