Bundesliga

Borussia Dortmund: Die Angst vor dem Horror-Szenario

08. Februar 2021, 12:20 Uhr
Foto: firo

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Das Minimalziel Champions League ist für Borussia Dortmund in Gefahr. Die Trainerfrage für die Gegenwart und die Zukunft wird daher heiß diskutiert.

Matthias Sammer kennt sich mit Rettungsmissionen bei Borussia Dortmund aus. Der Berater des Vizemeisters bewahrte den BVB an der Seite von Udo Lattek vor 21 Jahren vor dem Abstieg. So dramatisch wie im Frühjahr 2000 ist die Situation derzeit nicht. Doch nach der bereits achten Saisonniederlage droht den Dortmundern mit dem Verpassen der Champions League ein Horror-Szenario.

Dass der Name Sammer dabei ins Spiel kommt, liegt auf der Hand - auch wenn der 53-Jährige bisher keine öffentlichen Signale gesendet hat und die Verantwortlichen dem unerfahrenen Edin Terzic vorerst den Rücken stärken. „Wir sind davon überzeugt, dass wir es mit Edin packen“, sagte Sportdirektor Michael Zorc der Bild-Zeitung. Ein erneuter Trainerwechsel sei „kein Thema“.

Es könnte aber ein Thema werden. Der Rückstand auf Platz vier beträgt vier Punkte. Wenn das Minimalziel Champions League verpasst wird, gehen dem BVB bei einer Europa-League-Teilnahme rund 30 Millionen Euro verloren. Durch die Corona-Pandemie rechnen die Schwarz-Gelben ohnehin mit einem Verlust von mindestens 75 Millionen Euro. „Die Tendenz geht in die falsche Richtung. Wir müssen ganz schnell den Dreh bekommen“, forderte Zorc bestimmt.

Doch gelingt das mit Terzic? In neun Spielen unter dem 38-Jährigen holte der BVB 13 von 27 möglichen Punkten. Dennoch wird dem Nachfolger von Lucien Favre zugetraut, „dass er mit der Mannschaft die Qualifikation zur Champions League erreicht“, wie Lizenzspielerchef Sebastian Kehl im Gespräch mit dem kicker betonte: „Es gibt deshalb von uns überhaupt keine Kritik an seiner Arbeit.“

Doch wenn die Erfolge in den nächsten Wochen ausbleiben, werden die BVB-Bosse nicht tatenlos zuschauen. Schon jetzt scheint klar, dass Terzic keine Lösung über die Saison hinaus ist.

Der Name Marco Rose fällt bei der Suche nach einem neuen Trainer immer wieder. Das Pokal-Viertelfinale Anfang März bei Borussia Mönchengladbach sorgt dabei für zusätzliche Brisanz.

Rose verfügt über eine Ausstiegsklausel. Rund fünf Millionen Euro müsste der BVB für den 44-Jährigen bezahlen. Ohne die Einnahmen aus der Königsklasse würde auch diese Summe schmerzen.

Zorc nimmt aber erst einmal die vermeintlichen Führungsspieler um Kapitän Marco Reus in die Verantwortung. „Gerade von unseren etablierten Spielern erwarte ich, dass sie deutlich mehr Leistung zeigen und Verantwortung übernehmen“, sagte der Ex-Profi.

In Freiburg brachte erst Teenager Youssoufa Moukoko frischen Wind ins lahme BVB-Spiel. „Es kann nicht sein, dass ein gerade 16-Jähriger in etwas mehr als 30 Minuten Spielzeit mit Abstand die meisten Torschüsse abgibt“, schimpfte Zorc.

Die Stars sind also gefordert. Ansonsten könnte Matthias Sammer vielleicht doch noch einmal eine Rettungsmission starten. sid

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10.02.2021 - 05:56 - Scott

Watschi und Zonk würden jetzt lieber direkt das tun, was sie am liebsten machen - bei den Gladbachern wildern!
Schon blöd, wenn dort gute Arbeit geleistet wird und man sich selbst immer wieder die Blösse geben muss, dies durch seine Wilderei bestätigen zu müssen.
Vielleicht könnte Max Eberl den Bettnässern vom BäVauBä ja mal Nachhilfe geben.
Nur doof, dass die Pissgelben noch bis zum Saisonende an ihrem Bübchen Tetris festhalten müssen und Rose erst zur nächsten Spielzeit bekommen.
Ob der es dann schafft, die AG ohne den Mutanten wieder auf einen einstelligen Tabellenplatz zu führen ist fraglich.

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09.02.2021 - 19:05 - soso

Betet vür Borussia.

Die Tabelle lügt nicht.

Evtl. noch Europa-Liga mit dem arroganten Haufen in dieser Wohlfühloase BVB.
Vielleicht haben Zorc und Aki jetzt ausgeschlafen .....

Man kann es nicht mehr sehen.

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08.02.2021 - 21:19 - adilette

Tja , sollte die BVB AG die internationale Teilnahme verpassen , dann weiß der Allwissende Lappes Rat !! Zweifellos

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08.02.2021 - 17:43 - Andrade

Vielleicht sieht man das BVB Spiel von außen klarer als die Verantwortlichen. Kann ich mir gut vorstellen. Ich sehe nach 9 Spielen nicht die geringste Handschrift des Trainers. Erforderlichen wären konsequente Maßnahmen, die für einen Novizen wohl zu schwer wiegen. Gegen Freiburg, es tut mir leid, sah ich maximalen Änderungsbedarf.
M.Reus und J.Brandt bewegen sich in einem Raum 20 m vom Tor des Gegner bis 20 m zum eigenen. In der Offensive beschwören sie null Gefahr für den Gegner herauf, in der Defensive erzielen sie null Wirkung gegen den Ball. Ich gehe davon aus, dass Herr Terzic das sieht, wenn nicht .... E.Can stört das eigene Spiel durch absolut unberechenbare Aktionen, bei denen nix rauskommt. M.Hummels steht und wartet mit dem Zuspiel bis zur letzten Sekunde, oft spielt er dann in die Füße des Gegners. Sancho spielte die besten Spiele, erinnere Bayern auf der echten Seite. Ohne Tempo kommt auch er nicht am Gegner vorbei. Die Doppelspitze schießt in jedem Spiel mindestens 1 , in den meisten Spielen 2 Tor. Moukoko ist topfit, ihm hat man die Erkenntnis noch nicht ausgetrieben, wie wichtig das Spiel ohne Ball ist. Siehe Tor gegen Freiburg. Lieber Herr Zorc, schimpfen ist nutzlos, analysieren, erkennen, entscheiden. Das ist doch überall so, aber man muss es tun, konsequent ohne Rücksicht auf Verdienste.

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