Der Berliner Schiedsrichter-Sprecher Ralf Kisting hat vor einer weiteren Eskalation der Gewalt auf den Fußballplätzen im Amateurbereich gewarnt und ein sofortiges Umdenken gefordert.

Gewalt im Amateurfußball

Berlins Schiri-Sprecher: Darf nicht ersten toten Schiedsrichter geben

27. Oktober 2019, 11:12 Uhr

Foto: Jörg Schimmel

Der Berliner Schiedsrichter-Sprecher Ralf Kisting hat vor einer weiteren Eskalation der Gewalt auf den Fußballplätzen im Amateurbereich gewarnt und ein sofortiges Umdenken gefordert.

„Es darf nicht den ersten toten Schiedsrichter in Deutschland geben“, bevor sich etwas ändere, sagte der Berliner Schiedsrichter-Sprecher Ralf Kisting dem Deutschlandfunk.

Die Gewalt gegen die Referees sei im Fußball ein bundesweites Problem, betonte Kisting - im Saarland hatten Schiedsrichter im vergangenen Monat gestreikt. „Wir brauchen einen Neustart“, betonte Berlins Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses, Jörg Wehling, in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“.

Der Berliner Verband hatte am Freitag nach der Streikankündigung alle Spiele ab einschließlich der Berlin-Liga abgesagt. Bis jetzt wurden in dieser Spielzeit bereits 109 Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung auf den Berliner Fußballplätzen registriert. 53 Mal richteten sich die Aggressionen direkt gegen den Schiedsrichter.

Im Frühjahr habe der Schiedsrichterausschuss bereits auf Nachwuchsprobleme aufgrund der anhaltenden Gewalt hingewiesen. „Wir haben damit jedoch bei Funktionären und Verbänden nicht das Gehör gefunden, dass wir uns erhofft haben“, erklärte Kisting.

Die Forderungen der Schiedsrichter: Unter anderem bei jedem Spiel zwei Ordner, die vom Verein gestellt werden, an die sich der Schiedsrichter wenden kann. „Und wir brauchen hauptamtliche Kräfte im Sportgericht, damit die Urteile, die Auflagen und Bewährungsstrafen ein Maß erreichen, bei dem man sagt: Ja, das ist eine professionelle Aufarbeitung.“ Zudem sollten Spieler eine Schulung in Regelkunde bekommen. (dpa)

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27.10.2019 - 13:02 - Außenverteidiger

Richtig. Sehen unsere NRW Verantwortliche leider anders. Die Sportrichter fördern die Gewalt seit Jahren. Rein Täterorientiert.
Allen voran der Präsident des FLVW Gundolf Walaschewski (Jedes Wochenende total bestürzt.), Manfred Schnieders als Vizepräsident Amateurfußball und Marianne Finke-Holtz als Vizepräsidentin Vereins und Verbandsentwicklung. Der Fisch stinkt von ganz oben. Diese Verantwortungsträger kommen augenscheinlich ihren Aufgaben nicht nach. Einen reibungslosen Ablauf kann gewährleistet werden. Ich höre immer von “gesamtgesellschaftlichen Problemen“. Faule Ausrede, dann bringt man halt seinen gesellschaftlichen Bereich auf Vordermann.