2016 trauerte der VfB Hüls über den Unfalltod seines Spielers Hiannick Kamba im Kongo. Doch der ehemalige Schalke-Jugendspieler ist offenbar gar nicht tot - und lebt inzwischen wieder im Ruhrgebiet.

Betrugsfall?

Bericht: Totgeglaubter Ex-Schalker lebt offenbar doch

Dominik Hamers
04. Mai 2020, 13:17 Uhr
Hiannick Kamba auf einem Foto des VfB Hüls in der Saison 2011/2012. Foto: Lutz von Staegmann

Hiannick Kamba auf einem Foto des VfB Hüls in der Saison 2011/2012. Foto: Lutz von Staegmann

2016 trauerte der VfB Hüls über den Unfalltod seines Spielers Hiannick Kamba im Kongo. Doch der ehemalige Schalke-Jugendspieler ist offenbar gar nicht tot - und lebt inzwischen wieder im Ruhrgebiet.

Es ist eine schier unglaubliche Geschichte. Im Januar 2016 machte die Nachricht vom Tode Hiannick Kambas die Runde. Der damalige Verteidiger des Fußball-Bezirksligisten VfB Hüls soll bei einem Autounfall im Kongo ums Leben gekommen sein. Inzwischen gibt es einem Bild-Bericht zufolge jedoch erhebliche Zweifel daran, dass der frühere Junioren-Spieler des FC Schalke 04 tatsächlich tot ist. Denn wie das Blatt vermeldet, ist Kamba wieder zurückgekehrt. Er soll sich dem Vernehmen nach im Ruhrgebiet aufhalten.

Der Fall beschäftigt inzwischen die Staatsanwaltschaft. Oberstaatsanwältin Anette Milk betont gegenüber Bild, dass in dieser Angelegenheit gegen die Ex-Frau des Fußballers ermittelt wird: „Der Beschuldigten wird Betrug vorgeworfen. Sie bestreitet die Tat aber. Das Verfahren dauert noch an.“ Nach dem vorgeblichen Tod des Mannes soll ein „niedriger sechsstelliger Betrag“ aus einer Versicherung an die Hinterbliebenen geflossen sein.

Kamba soll ohne Papiere zurückgelassen worden sein

Angeblich aber habe die Ex-Frau Kambas erst nach der Todesnachricht von der Existenz der Versicherung erfahren. Wie der frühere Schalker mit kongolesischer Abstammung verschwinden konnte und mit welchem Unterlagen dessen Ex-Frau seinen Tod nachweisen konnte, ist unklar.

Oberstaatsanwältin Milk zu Bild: „Er gab an, im Januar 2016 bei einer Reise im Landesinneren des Kongos von seinen Begleitern nachts verlassen und ohne Papiere, Geld, Telefon etc. zurückgelassen worden zu sein.“ Kamba soll sich bereits 2018 bei der Deutschen Botschaft in Kinshasa gemeldet und die Mitarbeiter dort über seine tatsächliche Situation aufgeklärt haben. 

Kamba ist bei seinem ehemaligen Arbeitgeber wieder tätig

Kamba, der inzwischen 33 Jahre alt ist, soll sich inzwischen wieder im Ruhrgebiet aufhalten. Nach Bild-Informationen ist er auch wieder in seinem früheren Beruf (Chemikant bei einem Energieversorger) tätig.

In Deutschland machte er vor seinem mysteriösen Verschwinden mit einer besonderen Geschichte auf sich aufmerksam. Nachdem seine Eltern 2005 zurück in den Kongo abgeschoben worden waren, sollte auch Kamba wieder zurück in das afrikanische Land. Doch Schalke bot ihm einen Vertrag an - er durfte bleiben. In der A-Jugend spielte er damals unter anderem in einer Mannschaft mit Manuel Neuer.

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04.05.2020 - 14:53 - 76

Vielleicht fängt er demnächst mit neuem Pass in der U14 eines größeren Vereins wieder an. Man kann das Gegenteil ja nicht beweisen.