Kurz vor dem Saison-Neustart nach der Corona-Zwangspause am Wochenende ist der Profifußball offenbar noch zerstrittener als bisher bekannt.

DFL

Bericht: Ein Bundesligist gegen Saison-Fortsetzung

14. Mai 2020, 10:55 Uhr
Foto: dpa

Foto: dpa

Kurz vor dem Saison-Neustart nach der Corona-Zwangspause am Wochenende ist der Profifußball offenbar noch zerstrittener als bisher bekannt.

Nach Informationen des kicker hat sich ein Verein bei der Teilversammlung der 18 Bundesligisten am Mittwoch sogar gegen die Fortsetzung der Spielzeit ausgesprochen. Laut der Bild-Zeitung war ein Klub (Fortuna Düsseldorf) gegen die Möglichkeit, im Notfall auch nach dem 30. Juni weiterzuspielen. Bei den Rheinländern enden am 30. Juni gleich 17 Verträge.

Mit der Geschlossenheit der Klubs, die am Donnerstag ab 11.00 Uhr bei einer Videokonferenz der Deutschen Fußball Liga (DFL) beraten, ist es ohnehin vorbei. Es herrscht Streit bei der Frage, wie die Saison im Fall eines vorzeitigen Abbruchs gewertet werden soll. Vor allem die mögliche Regelung des Auf- und Abstiegs hat die Uneinigkeit der Bundesligisten zum Vorschein gebracht.

Wie mehrere Medien berichten, votierten acht Vereine gegen den Antrag des DFL-Präsidiums, auch im Falle eines Saisonabbruchs „am Grundprinzip eines sportlichen Auf- und Abstiegs zwischen der Bundesliga und der 2. Bundesliga und zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga unter Beibehaltung der Anzahl von jeweils 18 Klubs“ festzuhalten.

Eigentlich hätte die finale Abstimmung über eine entsprechende Satzungsänderung schon am Donnerstag erfolgen sollen. Die endgültige Entscheidung soll nun um eine Woche vertagt werden. Um eine Einigung zu erzielen, braucht es wohl einen modifizierten Antrag. Die andere Möglichkeit wäre, über das Worst-Case-Szenario erst im Fall seines Eintritts zu beraten. Dabei drängt die Zeit. Schließlich erscheint ein Abbruch aus vielerlei Gründen jederzeit möglich.

Das Präsidium wollte mit seinem Antrag zur Beibehaltung des Abstiegs offenbar das Szenario verhindern, wonach gefährdete Klubs einen Saison-Abbruch provozieren könnten. Diese Überlegungen kamen bei den Abstiegskandidaten und ihren Unterstützern nicht gut an. So kritisierte Aufsichtsratsboss Marco Bode von Werder Bremen unter anderem den Zeitpunkt und die fehlende Sorgfalt des Antrags. sid

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren

14.05.2020 - 13:58 - IchDankeSie1907

Es sollte keine Absteiger geben, egal wie die Saison endet. Es gibt schon genug Verlierer in der Gesellschaft wegen Corona. Und DFL und DFB zeigen in aller Deutlichkeit, dass Worte wie Solidarität und Zusammenhalt für diese Verbände keinerlei Bedeutung haben. Und das, obwohl der Mannschaftsport gerade davon lebt! Man will auf Teufel komm raus ein "weiter so", wie vor Corona, und das vor allem beim Geldscheffeln. Auch das fast gewaltsame Verhindern der zweigleisigen dritten Liga, zeigt die Entwicklung. Man glaubt allen ernstes, man kann so weitermachen wie früher. Nein, wir Fans werden es hoffentlich verhindern können.
Diese ganze Quatsch mit Fortführung der Saison ohne Fans im Stadion ist eine Katastrophe. Diese Fans haben den Fußball groß und damit zu dem gemacht was er heute ist. Diese Fans brauchen die DFL-Vereine nun nicht mehr um ihr Geld zu scheffeln!
Wäre es nicht mit soviel (gesundheitlichen) Elend für die Betroffenen verbunden wäre, so würde ich mir wünschen, dass dieser ganze Saisonneustart in einem einzigen katastrophalen Desaster enden würde.
Vielleicht würde man diese geldgierigen und "unsolidarischen" DFL-Fußballbonzen dann endlich zum Teufel schicken.
Der Fußball gehört den Fans und nicht der DFL, dem DFB oder den Fernsehanstalten!

14.05.2020 - 13:27 - hoelwil

Wenns keinen Abstieg gäbe, könnte das Gesundheitsamt Bremen dem SV Werder unter Umständen die Liga erhalten. Aber das ist die DFL selber Schuld ,denn in diese Lage wird man sich schon selbst manövrieren. Die Saison ohne Meister und ohne Absteiger zu werten, wäre sicher die korrekteste Lösung. Geht halt alles, wenn man wieder sicher mit Publikum spielen kann, von vorne los. Warum nicht mit den gleichen Kadern, ohne die Spieler deren Verträge ausgelaufen sind, plus Auffüllen über die Nachwuchsteams.