Fußball

Berater-Streit: Backs kritisiert BVB im Umgang mit Raiola

Björn Goldmann
09. April 2021, 11:49 Uhr
Foto: firo

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Mino Raiola wirbt bei Europas Topklubs um das Abwerben von BVB-Torjäger Haaland. Selbst Beraterkollege Backs übt Kritik an diesem Vorgehen.

Neben dem Platz wird in der Beraterbranche ebenso taktiert wie bei den Fußballprofis auf dem Platz: Borussia Dortmunds Stürmerstar Erling Haaland ist derzeit das wohl größte Objekt der Begierde im europäischen Vereinsfußball. In der vergangenen Wochen flogen Berater Mino Raiola und Haalands Vater Alf-Inge bereits medienwirksam alle großen Klubs des europäischen Fußballs ab, um schon mal vorzufühlen, wer es sich denn vorstellen könnte, Haaland vom BVB loszueisen. Der BVB will Haaland mit seinem Vertrag bis 2024 halten, auch wenn die Champions League wahrscheinlich verpasst werden wird. Doch dem mit allen Wassern gewaschenem Raiola ist zuzutrauen, dieses Wechselverbot zu torpedieren, sollte Borussia Dortmund die Königsklasse verpassen.

Kritik für sein Vorgehen kassiert Raiola nicht nur immer wieder von vielen Klubverantwortlichen, sondern nun auch von einem Arbeitskollegen. Stefan Backs, unter anderem Berater des Schalke-Torhüters Ralf Fährmann und des Ex-Schalkers Alexander Nübel, hat jüngst auf der Website seiner Agentur „Siebert & Backs“ Stellung zum Ausflug des italienischen Star-Agenten bezogen: „Mino Raiola hat mal wieder erreicht, was er wollte. Er ist in der Fußball-Szene in aller Munde.“

„Typisch für Raiola. Es ist seine Masche“

Dass Raiola dies vor dem so wichtigen Spiel des BVB um die Champions League-Plätze gegen Eintracht Frankfurt tat, sei laut Backs „typisch für Raiola. Es ist seine Masche. Mit Aktionen wie dieser hält er seine Maschine am Laufen. Eltern von jungen Spielern reißen sich geradezu darum, von Raiola beraten zu werden. Verspricht er doch mit Aktionen wie oben geschildert den Zugang zu großen Klubs und damit zum großen Geld.“

Ist dies ein legitimes Vorgehen eines Beraters oder doch nur ein Schaulaufen? Backs ist sich sicher: „Bei genauerer Betrachtung speist sich seine Kunst aber hauptsächlich aus Selbstvermarktung. Denn allein die Klasse eines Spielers bestimmt, ob er bei einem Top-Klub landet oder nicht. Mit anderen Worten: Auch der kreuzbravste deutsche Berater könnte Erling Haaland zu Real Madrid oder einem anderen Top-Verein bringen. Da sich diese Vereine bei einem solchen Talent von ganz alleine melden.“

Der BVB sei auch selbst schuld

Es sei ein Spiel, bei dem der BVB aber auch selbst mitspiele: „Zudem zahlt Dortmund auch im internationalen Vergleich großzügige Berater-Provisionen, um sich seine Top-Talente zu sichern. Das lockt automatisch Typen wie Raiola an. Der BVB kann sich also nicht beschweren und verhält sich dazu passend auch seltsam devot“, so Backs, der seine Branche durch Berater wie Raiola wie folgt einordnet: „Mino Raiolas Masche wirft ein bezeichnendes Licht auf den Profifußball, der sich trotz Corona-Krise nicht dauerhaft ändern wird. Die Gier der Klubs, aber auch der Eltern solcher Spieler machen ihn erst möglich. Von daher darf sich niemand beschweren.“

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10.04.2021 - 08:10 - dr. breitner

Wasser predigen und Wein saufen. Es kommt doch immer darauf an wer sich äussert.
Backs ist auf dem besten Wege eine Karriere sportlich zu zerstören und gibt einem Kollegen, der 3 Ligen höher spielt,
gute Tipps. Und in Punkto Selbstvermarktung ist Backs doch ein "Riola für Arme". Jede Woche meldet er sich zum Thema
Nübel, jetzt zu Riola. Er schafft es damit zumindest regelmässig in RS.

09.04.2021 - 13:54 - Kuk

Miola's Spieler sind bei den TOP-Adressen in Europa begehrt. Der Backs muß kleinere Brötchen backen.
Wenn der Backs mal gute oder erfolgreiche Arbeit leisten würde, wären seine Kommentare vielleicht interessant.
Tatsächlich hat er sich mit Nübel verzockt und jetzt stinkert er rum.
Unterstes Niveau ...
... wird auch nicht besser, wenn er mal richtig liegen sollte.

09.04.2021 - 12:58 - Hüller

Bisschen hat der Backs aber recht........ wichtig ist auch, dass der Erling seine nächste REHA in Dubai machen kann.

09.04.2021 - 12:57 - Spieko

Backs ist in meinen Augen ein geldgieriger Typ, der mit Steinen um sich wirft, obwohl er im Glaskasten sitzt.
Wie kann man einen jungen Torwart dermaßen so mies beraten und "verhökern"?Aber...der eigene Geldsäckel ist gefüllt.
Nun lenkt er auf so eine dumme Art und Weise auf andere ab.
Einfach nur peinlich!

09.04.2021 - 12:15 - Amroth

Herr Backs schwingt hier die Moralkeule, Raiolas Masche werfe ein bezeichnendes Licht auf den Profifußball, der nur durch die Gier der Vereine, Eltern und Spieler möglich sei.
Diese Aussage ausgerechnet von Backs zu hören ist schön ziemlich amüsant. Sein "wertvollster" Klient Alex Nübel ist sicherlich nur wegen des schöneren Wetters nach München auf die Ersatzbank gewechselt, anstatt in Gelsenkirchen oder einem anderen Verein Stammspieler zu sein. Da hat Herr Backs ja mehrfach und sehr vehement versichert, das Nübel nicht des Geldes wegen nach München gewechselt ist. Wie gesagt, es muss am schönen Wetter liegen und wahrscheinlich ist der Ersatzbank in der Allianzarena besonders gut gepolstert, so bequem sitzt man sonst nirgendwo...

09.04.2021 - 12:12 - Micki1805

Wäre schön, wenn der Herr Backs sich mal um seinen Drecksladen kümmern würde und nicht um andere.
Denke mal, dass er genug mit Herrn Nübel zutun hat. Dann noch so dumm zu sein und Nübel beim BVB ins Gespräch zu bringen.
Den blinden Nübel will doch keiner haben - der wird auf der Bank in Bayern versauern. Das kommt davon Herr Nübel, wenn man einen Geldgeilen Berater hat, der keine Ahnung hat und nur an seine eigene Tasche denkt. Wer so einen Transfer macht, der kann wirklich keine Ahnung haben und hoffe auch mal, dass Neuer noch weitere 2 Jahre verlängert ;))))