Bundesliga

Alte Probleme mit neuem Trainer: Noch kein Svensson-Effekt in Mainz

10. Januar 2021, 10:49 Uhr
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Ausgerechnet beim Einstand des neuen Trainers verliert Mainz 05 zum ersten Mal in der Geschichte ein Bundesliga-Heimspiel gegen den Nachbarn Eintracht Frankfurt. Das erschwert die ohnehin schon komplizierte Rettungsmission.

Der neue Hoffnungsträger Bo Svensson flüchtete sich nach seiner missglückten Cheftrainer-Premiere beim FSV Mainz 05 und dem Sturz auf den letzten Tabellenplatz in Durchhalteparolen. „Die Mannschaft lebt. Das macht Mut. Wir haben das Zeug, zurückzukommen und die Klasse zu halten“, sagte Svensson nach dem ernüchternden 0:2 (0:1) im Rhein-Main-Derby der Fußball-Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt.

Davon war bei der ersten Liga-Heimniederlage im Duell mit dem Nachbarn allerdings ebenso wenig zu erkennen wie vom erhofften Svensson-Effekt. Vor allem in der ersten Halbzeit waren die Mainzer den Hessen, die sich mit dem dritten Sieg in Serie durch zwei Elfmeter-Tore von André Silva (24./72. Minute) im Kampf um die internationalen Startplätze zurückmeldeten, klar unterlegen.

„Jeder wusste, worum es geht, konnte es aber nicht auf den Platz bringen“, sagte 05-Kapitän Danny Latza. Abwehrchef Alexander Hack monierte: „Uns hat der Siegeswillen gefehlt. Den müssen wir wieder zeigen, sonst wird es ganz schwer.“

Neu-Trainer Svensson, der am vergangenen Montag vom FC Liefering verpflichtet worden war, weiß um die prekäre Lage der Rheinhessen. „Es war vor dem Spiel schon nicht einfach für uns und ist nach dem Spiel nicht einfacher geworden“, stellte er fest. Nur sechs Punkte aus 15 Spielen sind viel zu wenig im Kampf gegen den erstmaligen Abstieg seit 14 Jahren. Dennoch gibt sich der 41 Jahre alte Däne kämpferisch: „Es wird kein Selbstmitleid geben. Ich werde die Jungs bestärken, dass sie die Qualität haben.“

Gegen die Eintracht traten die derzeitigen Mängel einmal mehr offen zu Tage. Hinten klaffen zu viele Lücken und vorne fehlt die Kaltschnäuzigkeit. „In unserer Situation bringen die Jungs natürlich nicht viel Selbstvertrauen mit. Wir müssen inhaltlich besser werden“, formulierte Svensson die vordringlichste Aufgabe.

Ähnlich sah es Sportdirektor Martin Schmidt, unter dem Svensson einst als Co-Trainer gearbeitet hatte. „Durchsetzungskraft im Strafraum, Verwerten von Großchancen, noch mutiger sein und mehr Druck auf den Gegner aufbauen - daran werden wir arbeiten“, sagte der Schweizer. Im Derby kam auch noch fehlendes Spielglück hinzu. Gleich zweimal nahm Schiedsrichter Bastian Dankert nach Videobeweis einen Strafstoß für die Mainzer zurück - beide Male allerdings zurecht.

Svensson muss mit dem Team nun schnell die Kurve kriegen. Auf personelle Verstärkung kann er dabei kaum hoffen. „Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind durch die Corona-Pandemie überall sehr, sehr eng. Große Sprünge können wir uns im Winter nicht erlauben“, sagte der neue Sportvorstand Christian Heidel über mögliche Transfers. Svensson hat die Rettung dennoch nicht abgeschrieben: „Es sind noch 57 Punkte zu vergeben. Wir werden alles daransetzen, davon so viele wie möglich zu bekommen.“ dpa

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10.01.2021 - 11:07 - mazeppa

Mainz wird auch und vor allem Opfer, dass mit Freiburg, Augsburg, Hoffenheim und eben Mainz zu viele farblose süddeutsche Vereine in der 1. Liga spielen. Die Bundesliga ist auch deshalb extrem langeweilig geworden, selbst wenn es Zuschauer gäbe.

Die geographische Symmetrie, auf die der DFB auch wegen der TV-Zwangsgelder mmer großen Wert legt, ist schon lange verletzt. Auch ein Xantener muss TV-Zwangsgelder zahlen .
Das Ruhrgebiet ist mit Dortmund und Gelsenkirchen nur noch zweifach vertreten, aus Ostdeutschland kommen auf dem Papier Union Berlin und Leipzig zwei Vertreter, die aber so nicht wahrgenommen werden. Auch da besteht Nachholbedarf. Aue wird man aber in der 1. Liga kaum haben wollen.

Das alles hat seit letztem Jahr "Corona" mit Zuschauerausschluss etwas in den Hintergrund treten lassen, aber das Thema bleibt: Es dürfen nicht zu viele gleichartige Vereine in der 1. Liga spielen. Bundesliga ist ein Showgeschäft, nicht mehr und nicht weniger.

Mainz und hoffentlich Hoffenheim werden wohl absteigen (müssen) - wegen der geographischen Symmetrie, ganz gleich, wieviele Trainer sie haben und welche sie feuern.