RL West

Alemannia Aachens Trainer tritt auf die Euphoriebremse

26. Oktober 2020, 17:20 Uhr
14 Punkte aus sieben Spielen: Alemannia-Trainer Stefan Vollmerhausen kann aktuell gut gelaunt sein. Foto: Stefan Rittershaus

14 Punkte aus sieben Spielen: Alemannia-Trainer Stefan Vollmerhausen kann aktuell gut gelaunt sein. Foto: Stefan Rittershaus

Für Fußball-Regionalligist Alemannia Aachen läuft es aktuell sehr gut. Die Kaiserstädter haben 14 Punkte auf dem Konto und noch bis zu drei Spiele gegenüber der Konkurrenz in der Hinterhand. Doch Trainer Stefan Vollmerhausen tritt auf die Euphoriebremse.



Am Mittwoch (19.30 Uhr) reist Alemannia Aachen im Nachholspiel der Regionalliga West zur Zweitvertretung des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf. Mit einem weiteren Dreier könnten die Aachener bis auf Platz fünf in der Tabelle vorrücken. Nach sieben Begegnungen stehen die Alemannen bei 14 Punkten.

Dabei fing für die Alemannia die Saison alles andere als gut an. Lange Zeit war die finanzielle Situation so unübersichtlich, dass Trainer Stefan Vollmerhausen und Sportchef Thomas Hengen nicht wussten, mit welchem Etat sie für die Serie 2020/2021 planen können. Erst durch die Hilfe von Finanz-Experte Dirk Kall sowie einigen Gönnern des Vereins konnte die Alemannia einen Etat, der nach RevierSport-Informationen bei rund einer Million Euro liegt, die Planungen aufnehmen. Neben der späten Kaderplanung und diversen Verletzungen in der Vorbereitung kamen auch noch die 0:1-Mittelrheinpokal-Finalniederlage gegen den 1. FC Düren - die Pleite sollte am Ende die Aachener ein Spiel gegen den FC Bayern München kosten - sowie eine Corona-Pause hinzu. Trotz dieser Widrigkeiten: Trainer Vollmerhausen (47) schaffte es, eine echte Einheit zu formen. Die Alemannia ist auf dem Weg ein Spitzenteam zu werden.

RevierSport hat zu Wochenbeginn mit dem gebürtigen Wuppertaler und seit dem 1. Juli 2020 Aachen-Trainer Stefan Vollmerhausen gesprochen.

Stefan Vollmerhausen, 14 Punkte aus sieben Spielen. Hätten Sie dies nach den Widrigkeiten der letzten Wochen und Monate erwartet?
Fakt ist, dass wir trotz der späten Planung einen ordentlichen Kader zusammengestellt haben. Aber klar: die Verletzungen und der unfertige Kader plus die Corona-Problematik haben uns da schon ins Schwitzen gebracht. Dass wir dann so gut starten, damit war vielleicht nicht zu rechnen. Dass in der Mannschaft viel Potential schlummert, jedoch schon.

Potential für ganz oben?
(lacht) Da muss ich leider fünf Euro ins Phrasenschwein werfen. Wir denken nur von Spiel zu Spiel. Ehrlich: Es macht in diesen Zeiten gar keinen Sinn, weit vorauszublicken. Stand jetzt spielen wir am Mittwoch in Düsseldorf. In wenigen Stunden könnte vielleicht auch das Spiel abgesagt werden, wenn sich irgendein Beteiligter mit dem Virus infiziert. Wir Trainer haben es aktuell nicht einfach. Man kann eigentlich nur von Tag zu Tag planen.

Ihre Mannschaft erwarten jetzt viele Spiele in nur wenigen Zeitabständen. Könnte dies ein Problem werden?
Das werden wir dann sehen. Neben unseren Langzeitverletzten Sebastian Schmitt, Andre Wallenborn, Oluwabori Falaye
und Leon Gaedicke fallen uns mit Matti Fiedler (Syndesmosebandriss, Anm. d. Red.) und Peter Hackenberg (Muskelbündelriss) zwei sehr wichtige Spieler aus. Zudem haben Kai Bösing (Knie), Steven Rakk (Aduktorenprobleme) und Nils Blumberg (Schleuder-Trauma nach Autounfall) mit Problemen zu kämpfen. Unsere Kadersituation ist alles andere als entspannt.

Umso glücklicher sind Sie wahrscheinlich, dass Hamdi Dahmani in den letzten Tagen vor der Schließung des Transferfensters noch dazugekommen ist...
Ja, klar. Das habe ich ja schon öfters betont. Hamdi ist ein Unterschiedsspieler. Er hat bei uns auf Anhieb funktioniert uns ist eine große Verstärkung für die Mannschaft.

Was erwarten Sie vom Spiel am Mittwoch?
Fortuna Düsseldorf II gehört zu den besten Mannschaften der Liga. Vor allem, wenn erfahrene Spieler wie Oliver Fink oder Kevin Hagemann auf dem Platz stehen, dann ist die Fortuna noch ein Level stärker. Das wird ein hartes Stück Arbeit. Überhaupt gibt es in dieser Liga keine einfachen Aufgaben. Das beweisen doch die engen Ergebnisse Woche für Woche.

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27.10.2020 - 08:40 - Micki1805

Echt super mit Aachen - reden immer davon, dass kein Geld da ist - dann werden Spieler geholt, die gut verdienen.
Sind schon seit Jahren in der Insolvenz und kaufen trotzdem immer wieder ein.
Habe einen Peter Hermann als Berater oder Manager, der ja auch kein Geld bekommt *lach* und einen Thomas Hengen, der in Holland einen Verein verlässt, wo er gut verdient hat und geht nach Aachen, weil der Verein so toll ist *lach*.
Was passiert, wenn in der Regionalliga die Saison abgebrochen wird oder weiter ohne Zuschauer gespielt wird - wie will Aachen das denn machen? Ohne Zuschauer fällt wohl die nächste Insolvenz an. Die Miete für das Stadion muss wohl sehr hoch sein.
Dann lieber Thomas - nicht mehr Geschäftsführer Sport, sondern Insolvenzverwalter Sport.
Aachen träumt seit Jahren immer noch von den alten Zeiten - leider wird es so kommen, dass Düren bald die Nummer eins sein wird und Aachen richtig Konkurrenz macht.
Düren macht gute Arbeit. Und haben auch mehr Geld.