Er war in den letzten Wochen bei vielen Vereinen im Gespräch. Als bekannt wurde, dass Berkant Canbulut zu haben ist, streckten einige Klubs die Fühler nach dem offensiven Mittelfeldspieler aus. Nun hat er sich entschieden: Canbulut wechselt zu einem ambitionierten Landesligisten.

Zu Gaetano Manno

Absage an Wattenscheid: Berkant Canbulut wechselt in die Landesliga

07. Juni 2020, 20:00 Uhr
Das letzte halbe Jahr verbrachte Berkant Canbulut beim TuS Haltern. Hier sein Jubel zum 1:0 (Endstand: 1:1) gegen Rot-Weiss Essen. Foto: Thorsten Tillmann

Das letzte halbe Jahr verbrachte Berkant Canbulut beim TuS Haltern. Hier sein Jubel zum 1:0 (Endstand: 1:1) gegen Rot-Weiss Essen. Foto: Thorsten Tillmann

Er war in den letzten Wochen bei vielen Vereinen im Gespräch. Als bekannt wurde, dass Berkant Canbulut zu haben ist, streckten einige Klubs die Fühler nach dem offensiven Mittelfeldspieler aus. Nun hat er sich entschieden: Canbulut wechselt zu einem ambitionierten Landesligisten.

Berkant Canbulut hat 148 Regionalligaspiele bestritten und 28 Tore erzielt. Das letzte halbe Jahr verbrachte er beim TuS Haltern. Aufgrund der Corona-Krise kam er nur auf sieben Einsätze (vier Treffer) für den TuS. Den Abschied hatte er sich aus Haltern anders vorgestellt. Doch Corona kam dazwischen.

Wenn er an die Regionalliga-Zeit zurückdenkt, dann wird der 28-Jährige weniger an Haltern, als viel mehr an die SG Wattenscheid 09 denken. 139 Spiele (21 Buden) absolvierte Canbulut in viereinhalb Jahren für die SG. Es hätte nicht viel gefehlt, da wäre er zur kommenden Saison zurückgekehrt. "Ich hatte gute Gespräche mit Wattenscheid. Sie wollten mir auch einen Job vermitteln. Aber leider kam 09 zu spät. Ich hatte mich vom Kopf her schon für Hagen entschieden. Ich musste Wattenscheid, das ich tief in meinem Herzen habe, leider absagen. Diesmal hat nicht das Herz, sondern der Kopf entschieden", erzählt Canbulut gegenüber RevierSport. Er wird nämlich ab dem 1. Juli 2020 für den Landesligisten SpVg Hagen 11 auflaufen. Die Hagener dürfen noch hoffen, dass sie am grünen Tisch in die Westfalenliga aufsteigen.

Kurze Wege zur Arbeit und zum Training

Neben der SG Wattenscheid 09, waren auch der Dortmunder Landesligist TuS Bövinghausen und einige Klubs aus der Regionalliga Südwest sowie Oberligist TuS Koblenz an Canbulut interessiert.

Doch der in Hagen wohnhafte Familienvater wollte nun Sicherheit für seine Zukunft. Ein Träumer ist er nämlich nicht, wie er betont. "Ich werde nicht mehr im Profifußball spielen. Das weiß ich. Im Januar werde ich 29 Jahre alt, mein Sohn ist fünf Monate. Ich muss meiner Familie Sicherheit geben. Da kann ich es mir nicht erlauben, wie zu Wattenschieder Zeiten, monatelang auf mein Gehalt zu warten", sagt Canbulut und verrät: "Hagen 11 gibt mir diese Sicherheit. Ich habe einen sehr guten Job vermittelt bekommen. Dort kann ich nach meiner abgeschlossenen kaufmännischen Ausbildung schon am 15. Juni anfangen. Ich freue mich sehr darauf."

Auch die kurzen Wege zur neuen Firma und zur Anlage von Hagen 11 waren ein Grund für Canbuluts Entscheidung: "Zur Arbeit benötige ich keine fünf und zum Platz keine zehn Minuten. Das ist natürlich ein Traum. Da spart man sich aufs Jahr gesehen sehr viele Stunden im Auto. Das ist auch eine Form von Lebensqualität", sagt der offensive Mittelfeldspieler.

Ambitionierte Ziele

Canbulut wird auf eine interessante Kaderzusammenstellung in Hagen treffen. Mit Gaetano Manno, Tim Bodenröder oder Onur Cenik stehen einige ehemalige-Profis im Hagener Kader. Die Ziele sind ambitioniert. Canbulut: "Die Voraussetzungen für einen sportlichen Erfolg sind geschaffen. Der Verein möchte höher spielen, wir Spieler auch. Ich denke, dass uns das auch gelingen wird. Ich bin jedenfalls hoch ambitioniert und freue mich als Hagener nun für einen Klub aus der Stadt zu spielen."

Kommentieren

08.06.2020 - 17:01 - 76

Das ist eine ähnliche Kategorie wie Philipp Gödde. Der Gelder werden in den Bereichen 3. und 4. Liga deutlich weniger. Es wäre fahrlässig, wenn Spieler in diesen Altersgruppen, krampfhaft am "Profifussball" dieser untersten Bereiche festahlten würden, um vielleicht noch ein paar Jahre für ein paar Hundert Euro im Monat zu spielen und sich dadurch ihre berufliche Perspektive verbauen würden. Absolut vernünftig kann ich dazu nur sagen.

08.06.2020 - 07:42 - Ballaballa52

Schade für 09 aber verständlich! Für einen Amateursportler muss Familie, Beruf und dann noch Heimatnähe vorgehen!
Und rwe kann sich freuen, da er jetzt keine Tore mehr gegen sie schießen kann(:-)