Man stelle sich vor, Bundesliga-Herbstmeister Werder Bremen gäbe die sofortige Trennung von Trainer Thomas Schaaf bekannt. Man kann sich ausmalen, welche Reaktionen durch diese Meldung losgetreten würden. Keine Bange, Herr Schaaf sitzt beim Tabellenführer weiter fest im Sattel. Eine ähnlich überraschende Personalentscheidung ereignete sich nun aber, wenn auch sieben Klassen tiefer, beim A-Liga-Ersten SC Frintrop. Revierkick sprach mit Ex-Trainer Joachim Nühlen über Gründe für das überraschende Ende einer Erfolgsgeschichte.

Im Interview: Joachim Nühlen (Ex-Trainer SC Frintrop)

"Für mich kam es auch überraschend"

Aaron Knopp
09. Januar 2007, 14:31 Uhr

Man stelle sich vor, Bundesliga-Herbstmeister Werder Bremen gäbe die sofortige Trennung von Trainer Thomas Schaaf bekannt. Man kann sich ausmalen, welche Reaktionen durch diese Meldung losgetreten würden. Keine Bange, Herr Schaaf sitzt beim Tabellenführer weiter fest im Sattel. Eine ähnlich überraschende Personalentscheidung ereignete sich nun aber, wenn auch sieben Klassen tiefer, beim A-Liga-Ersten SC Frintrop. Revierkick sprach mit Ex-Trainer Joachim Nühlen über Gründe für das überraschende Ende einer Erfolgsgeschichte.

.revierkick.de: Ihre Trennung vom Verein kam völlig überraschend. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Nühlen: "Für mich kam es auch völlig überraschend. Eigentlich hatte ich schon die Zukunft beim SC Frintrop geplant, mir über eventuelle Neuzugänge Gedanken gemacht. Dann hat mir die Vereinsführung aber mitgeteilt, dass sie in der nächsten Saison anders plant und wir haben uns schließlich darauf geeinigt, die Zusammenarbeit sofort zu beenden."

revierkick.de: Die Gründe sind wohl kaum im sportlichen Bereich zu suchen. Immerhin sind Sie Tabellenführer.

Nühlen: "Was die Gründe angeht will ich es mal so ausdrücken: Die Mannschaft stand hinter mir, aber es gibt immer verschiedene Meinungen bezüglich Aufstellung, Trainingsdisziplin und so weiter. Hinsichtlich Disziplin bin ich eigentlich ein sehr lockerer Trainer - ich bin ja auch noch sehr jung. Aber auf bestimmte Sachen habe ich eben Wert gelegt, also Trainingsbeteiligung, Pünktlichkeit und dass man sich abmeldet, wenn man nicht zum Training oder zum Spiel erscheint. Wer sich daran nicht hält, der sitzt dann eben auf der Bank. Da habe ich mir auch nicht reinreden lassen. Dann gibt es natürlich immer Spieler, die unzufrieden sind und das sind die, die auf der Bank sitzen. Schließlich habe ich auch keine Rückendeckung vom Verein mehr gespürt und dann macht die Arbeit einfach keinen Spaß mehr, was eigentlich schade ist, da ich zu allen ein gutes Verhältnis hatte. Ich sehe das nicht ganz so tragisch, nur für die Mannschaft ist es schade. Zwölf Spieler im Kader sind bis 21 Jahre alt. Da steckt richtig Potential drin und mit der Mannschaft kannst du auch in der Bezirksliga direkt eine gute Rolle spielen."

revierkick.de: Da werden sie ja nun nicht mehr mitmischen. Wie geht es für Sie persönlich weiter?

Nühlen: "Ich will als Trainer auf jeden Fall weiter machen, aber auch nicht bei irgendeinem Verein. Der SC Frintrop war ja meine erste Trainerstation und ich war auch parallel noch als Spieler aktiv. Ich habe alle 17 Rückrundenspiele mitgemacht, deshalb würde ich auch nochmal als Spieler mitmachen. Ich weiß auch von einigen Vereinen, die Defensiv-Spieler suchen, nur muss ich natürlich auch bis zum 31. Januar was gefunden haben. Da kann ich mir auch für meine Trainerlaufbahn noch was abschauen."

Autor: Aaron Knopp

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