Der für viele ewige Aufstiegsfavorit hat nach mäßigem Saisonstart rechtzeitig die Kurve gekriegt. Im Moment trennen den SV Wanheim fünf Zähler vom Spitzenreiter.

SVW ohne Murat

"An ihm scheiden sich die Geister"

Heiko Gaeb
02. November 2009, 22:03 Uhr

Der für viele ewige Aufstiegsfavorit hat nach mäßigem Saisonstart rechtzeitig die Kurve gekriegt. Im Moment trennen den SV Wanheim fünf Zähler vom Spitzenreiter.

"Bei der Drei-Punkte-Regelung ist das nicht viel", weiß Dauer-Coach Michael Roß und tritt dabei den Beweis an, dass auch im Duisburger Süden guter Fußball gespielt wird, denn neben Viktoria Buchholz ist nun auch der Nachbar aus Wanheim oben in der Tabelle angekommen. Nun gilt es, das Manko der letzten Jahre - die große Unbeständigkeit in den Leistungen - endlich abzustellen.

Eine gute Gelegenheit sich für das Spitzenspiel kommenden Wochenende beim starken Wiederaufsteiger TSV Bruckhausen einzuschießen, bestand am vergangenen Samstag bei Preußen Duisburg im Kreispokal. Dass diese beiden Teams noch vor nicht allzu langer Zeit sportlich auf Augenhöhe standen, war nicht zu spüren. Mit 10:0 siegte der Bezirksligist aus Duisburg-Wanheim.

Nicht dabei: Stürmer Hüseyin Murat. Und das hat auch seinen Grund. Der Verein hat sich trotz seiner tollen Torausbeute von sechs Treffern in neun Partien von dem Knipser getrennt. "Unsere Auffassungen von vielen Dingen gingen leider auseinander. In letzter Zeit sind Sachen vorgefallen, die im Sinne einer intakten Teamordnung nicht akzeptabel waren. An ihm scheiden sich die Geister", versucht der 42-jährige Coach die Entscheidung zu begründen, schiebt aber gleich nach: "Ein Neuanfang hätte zwar keinen Sinn gemacht, aber wir sind froh ihn anderthalb Jahre in unseren Reihen gehabt zu haben. Schlussendlich haben wir diesen Beschluss gefasst und sind in Frieden auseinander gegangen."
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/014/410-14924_preview.jpeg Ab sofort nicht mehr im SVW-Trikot: Hüseyin Murat[/imgbox]

Auch der 28-Jährige betont direkt, dass sich beide Seiten zwar getrennt hätten, dies aber trotz aller Differenzen doch einvernehmlich. "Ich denke, dass ich mir in der Winterpause einen neuen Klub suchen werde", sagt der 28-Jährige. Sein letzter Einsatz für den SVW datiert somit vom letzten Ligaspiel beim FSV Duisburg, als er in der 81. Minute eingewechselt wurde.

Ob man Murat am Honnenpfad hinterhertrauert, wird sich zeigen. Die ohnehin offensiv stark besetzte Mannschaft hat mit Ahmet Aydin gleich einen Ersatz zu bieten. Der junge Stürmer kam bereits in der vergangenen Saison aus der A-Jugend von Duisburg 08 zu den Gelb-Schwarzen, durfte aber bisher nicht spielen, da sich die beiden Vereine nicht auf eine Ablöse einigen konnten. Jetzt darf er ran und traf prompt doppelt im Pokalspiel. "Es ist natürlich schön, dass wir ihn haben. Ihm gehört die Zukunft", freut sich Roß, scheut sich aber davor ihn gleich mit dem vollen Gewicht als Nachfolger von Murat zu belasten: "Wir wissen, was wir können, vor allen Dingen offensiv. Da kann ich gut variieren." Roß jedenfalls erwartet im Gegensatz zur Vorsaison eine spannende Spielzeit, in der die Wanheimer das Zeug haben mehr als nur ein Wörtchen mitzureden. Denn wenn das Team einen Lauf hat, dann ist es - wie es in den letzten Jahren mehr als einmal bewiesen hat - stets in der Lage eine Serie hinzulegen. Roß attestiert: "Aktuell sind wir wirklich gut drauf."

Autor: Heiko Gaeb

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