Während Westfalia weiter um die nackte Existenz kämpft, fließen in Gelsenkirchen 25 Millionen Euro aus öffentlicher Hand in das Vereinssäckel des FC Schalke 04.

Schalker Finanzspritze

Hernes Haneke: "Das kann ich nicht begreifen"

Christian Pozo y Tamayo
01. November 2009, 10:37 Uhr

Während Westfalia weiter um die nackte Existenz kämpft, fließen in Gelsenkirchen 25 Millionen Euro aus öffentlicher Hand in das Vereinssäckel des FC Schalke 04.

RS sprach mit Westfalia-Präsident Horst Haneke über die aktuelle Situation am Schloss Strünkede.

Herr Haneke, knapp eine Woche ist seit Ihrem Hilferuf vergangen. Wie ist die Situation aktuell?

Ich bin davon überrascht, wie viele Leute reagiert haben und bereit sind, uns zu helfen. Wir haben uns daher entschlossen, auf jeden Fall noch die beiden Wochen abzuwarten und in Wattenscheid und daheim gegen Wiedenbrück anzutreten. Dann müssen wir schauen, wie die finanziellen Gegebenheiten aussehen und was unsere Aktivitäten ergeben haben.

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Mehrere Bundesligavereine haben bereits Kontakt aufgenommen und zum Teil ihre Hilfe angeboten. Werden noch kurzfristige Benefizspiele zugunsten der Westfalia angesetzt?

Ich habe selber mit dem BVB gesprochen, dort wurde uns Bereitschaft signalisiert. Aber es gibt einfach keinen Termin im Moment. Wie es bei Schalke und Bochum aussieht, ist derzeit noch nicht klar. Aber Frank Schulz kümmert sich darum.

Gibt es denn mittlerweile auf kommunaler Ebene irgendwelche Anstrengungen, um dem Verein wieder auf die Beine zu helfen?

Nein. Die Kommune ist hoch verschuldet, wie jeder weiß.

Aber das ist Gelsenkirchen auch. Dort kommt dem FC Schalke ein 25-Millionen-Deal aus einer städtischen Gesellschaft zugute.

Wir haben am Montagmorgen noch ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister. Aber der hat schon im Vorfeld signalisiert, dass die Stadt am Tropf des Regierungspräsidenten hängt. Jeder Cent, der zusätzlich ausgegeben wird, muss durch diesen genehmigt werden. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der angesichts der Verschuldung der Stadt Herne auch nur einen Cent rausrücken wird.

Wie nimmt man dann eine solche Nachricht aus Gelsenkirchen auf?

Ich bin absolut entsetzt. Wir müssen den Stadtwerken Woche für Woche 1.400 Euro auf den Tisch legen, damit der Strom nicht ausgeht. Dass ein Verein wie der FC Schalke, der so hoch verschuldet ist, dann auch noch Geld aus öffentlicher Hand bekommt um weiter den Millionären ihr Gehalt zu zahlen, kann ich nicht begreifen.

Autor: Christian Pozo y Tamayo

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