Der Bottroper Hallenstadtmeister 2007 heißt VfB Bottrop. Die Mannschaft von VfB-Trainer Ralf Quabeck setzte sich in einem spannenden und hart umkämpften Finale um den „Stauder-Cup“ 3:1 gegen A-Ligist SV Fortuna Bottrop durch. Knapp 1.900 Zuschauer, fast 400 mehr als im vergangenen Jahr, strömten während des dreitägigen „Budenzaubers“ in die Dieter-Renz-Halle. In den 56 Begegnungen fielen sensationelle 311 Tore.

Bottrop: VfB Bottrop gewinnt „Stauder-Cup“

Zuschauer und Sieger genießen das Freibier

Thomas Ziehn
08. Januar 2007, 00:43 Uhr

Der Bottroper Hallenstadtmeister 2007 heißt VfB Bottrop. Die Mannschaft von VfB-Trainer Ralf Quabeck setzte sich in einem spannenden und hart umkämpften Finale um den „Stauder-Cup“ 3:1 gegen A-Ligist SV Fortuna Bottrop durch. Knapp 1.900 Zuschauer, fast 400 mehr als im vergangenen Jahr, strömten während des dreitägigen „Budenzaubers“ in die Dieter-Renz-Halle. In den 56 Begegnungen fielen sensationelle 311 Tore.

Allein zehn Treffer fielen im „kleinen Finale“, wo sich Dostlukspor nach einem 6:4-Erfolg gegen Liga-Konkurrent SV Rhenania Bottrop über den dritten Platz freuen durfte. „Die Veranstaltung war auch diesmal wieder ein runde Sache“, freute sich Cheforganisator Lutz Radetzki, „mein Glückwunsch geht an den VfB, der sich am Ende verdient durchgesetzt hat.“

Ehe die VfB-Kicker jubeln konnten, stand jedoch erst einmal die Zwischenrunde am Sonntagmorgen auf dem Programm. Der letzte im Wettbewerb B-Ligist, VfR Ebel, hatte in Gruppe E gegen die drei Bezirksligisten SV Vonderort, Dostlukspor Bottrop und SV Rhenania keine Chance. Den einzigen Punkt holte der Außenseiter beim 1:1-Unentschieden gegen den SV Vonderort und so machten die drei Bezirksligisten die vorderen Plätze unter sich aus. Schadlos hielt sich Rhenania und zog mit sieben Punkten und 9:5 Toren in die Vorschlussrunde ein. Um den verbliebenen Platz im Halbfinale gab es ein echtes Endspiel zwischen Dostlukspor und dem SV Vonderort, dass die Mannschaft von Dostlukspor-Trainer Mevlüt Ata am Ende souverän 4:1 für sich entschied. „Wir hatten uns mehr vorgenommen“, sagte SVV-Trainer Jürgen Grzymski nach dem Abpfiff, „ansonsten hat es aber großen Spaß gemacht, hier zu spielen.“

Spannung gab es auch in der Gruppe F. Der VfB Bottrop, in dieser Gruppe der einzige Bezirksligist und somit leicht favorisiert, tat sich gegen das Feld der A-Ligisten SV Fortuna, Barisspor und Vorwärts 08 schwer. Erst im letzten Spiel gegen Barisspor (4:1) zog der VfB ins Halbfinale ein. Ungeschlagener Gruppensieger wurde der SV Fortuna mit sieben Punkten. Barisspor, am Vortag noch bestes Team des gesamten Teilnehmerfeldes, schied ebenso aus wie Vorwärts 08.

Das erste Halbfinale zwischen den beiden Liga-Rivalen SV Rhenania Bottrop und dem VfB war eine einseitige Angelegenheit. Zweimal Michael Späth, Engin Karaday und Aziz Rachidi bescherten der Quabeck-Elf einen 4:0-Sieg und somit den Einzug in das Endspiel um den „Stauder-Cup“. Anerkennende Worte für die Leistung des Gegners gab es von SV-Übungsleiter Fredi Szepetiuk: „Der VfB war in diesem Spiel die bessere Mannschaft. Wir wären natürlich gerne ins Endspiel gekommen, aber vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr. Wir haben gerne hier gespielt, doch jetzt wollen wir uns voll und ganz auf die Meisterschaft konzentrieren. Vielleicht können wir den Schwung aus der Halle auf die rote Asche mitnehmen“

Mehr Spannung gab es im zweiten Semifinale zwischen A-Ligist SV Fortuna und Dostlukspor Bottrop. Die Führung von Fortune Benedikt Kracke konnte Nuch Aslan, erster Vorsitzender bei Dostlukspor, nahezu postwendend ausgleichen. Mesut Harputlu, der kurz zuvor eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe hatte absitzen müssen, brachte den Bezirksligisten 2:1 in Front. Es war wieder Benedkit Kracke, der mit seinem zweiten Treffer den Ausgleich wieder herstellte. In einer hitzigen Schlussphase, in der die Nerven der Beteiligten zeitweise blank lagen, hatte am Schluss der A-Ligist das bessere Ende für sich. Christian Schmidt und Daniel Borchert trafen zum 4:2-Endstand für die Fortuna und sorgten für den Einzug in das Finale.

Im Spiel um Platz drei war die Stimmung in der Dieter-Renz-Halle etwas gedrückt. Lange hatte es Unklarheit darüber gegeben, ob die Partie Dostlukspor gegen Rhenania überhaupt stattfinden sollte. „Wir wollten nach dem aufreibenden Halbfinale unsere Spieler schützen. Die anderen Mannschaften sind ganz schön hart zur Sache gegangen“, begründet Nuch Aslan seine Überlegung. Erst ein Einschreiten der Turnierleitung verhinderte einen Eklat. „Ich bin zu Dostlukspor in die Kabine gegangen. Sie hatten sich ungerecht behandelt gefühlt, doch die Schiedsrichterleistung im Halbfinale war einwandfrei. Ich habe deutlich gemacht, dass der Rückzug der Mannschaft ein schlechtes Licht auf Dostlukspor werfen würde“, so Lutz Radetzki zu dem Vorfall. Viele Fans des türkischen Vereins hatten da die Halle bereits verlassen und bekamen nicht mit, dass sich ihr Team nach fairem Spiel und einem 6:4-Erfolg über Rhenania über Platz drei freute.

Alle Augen waren dann aber auf das Highlight des Tages gerichtet. Im Endspiel um den „Stauder-Cup“ standen sich der VfB Bottrop und SV Fortuna gegenüber. Bereits nach wenigen Minuten ging der Bezirksligist durch einen Treffer von Marc Wittstein 1:0 in Führung. Doch Christian Schmidt glich im Gegenzug zum 1:1 aus. Sascha Bartsch brachte den VfB erneut 2:1 in Front. Die große Chance zum Ausgleich hatte die Fortuna, nachdem VfB-Spieler Engin Karaday für zwei Minuten das Feld verlassen musste, doch das Glück hatte die Fortunen anscheinend verlassen. Sie konnten kein Kapital aus der Überzahl schlagen. 30 Sekunden vor dem Ende dann die Entscheidung: Marc Wittstein sorgte mit seinem Tor zum 3:1-Endstand für Begeisterungsstürme bei den VfB-Fans.

Nach dem Abpfiff kannte der Jubel in der VfB-Ecke keine Grenzen mehr. „Wir sind unheimlich glücklich, diesen Titel gewonnen zu haben. Ehrlich gesagt hatte ich kaum damit gerechnet. Wir haben vor allen am Freitag nicht gut gespielt und auch in der Zwischenrunde war ein wenig Glück dabei“, war VfB-Trainer Ralf Quabeck überrascht von der Leistung seiner Mannschaft, „jetzt wollen wir den Erfolg aber erst einmal genießen.“

Nach der Pokalübergabe durch Hans Hülsmann, Vertriebsleiter der Privatbrauerei Jacob Stauder, feierten alle, Spieler, Zuschauer und Funktionäre gemeinsam bei Freibier bis in die Abendstunden. Der Pokal machte seinem Namen dabei alle Ehre. Die VfB-Spieler füllten den Pokal mit „Gerstensaft“ der Privatbrauerei und reichten ihn in ihren Reihen herum.

Gruppe E

Dostlukspor – VfR Ebel 6:2
SV Rhenania – SV Vonderort 1:1
Dostlukspor – SV Rhenania 2:5
VfR Ebel – SV Vonderort 1:1
Dostlukspor – SV Vonderort 4:1
VfR Ebel – SV Rhenania 2:3

Tabelle

SV Rhenania Bottrop 7 9:5
Dostlukspor Bottrop 6 12:8
SV Vonderort 3 3:7
VfR Ebel 1 5:10

Gruppe F

SV Fortuna – VfB Bottrop 2:2
Barisspor – Vorwärts 08 5:2
SV Fortuna – Barisspor 4:2
VfB Bottrop – Vorwärts 08 2:2
SV Fortuna – Vorwärts 08 3:2
VfB Bottrop – Barisspor 4:1

SV Fortuna Bottrop 7 9:6
VfB Bottrop 5 8:5
Barisspor 3 8:10
Vorwärts 08 Bottrop 1 4:10

Halbfinale

SV Rhenania – VfB Bottrop 0:4
SV Fortuna – Dostlukspor 4:2

Spiel um Platz drei

SV Rhenania – Dostlukspor 4:6

Finale

VfB Bottrop – SV Fortuna 3:1

Autor: Thomas Ziehn

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