Am 1. August 2006 wird Rudi Assauer das Amt des Präsidenten von Schalke 04 von Gerhard Rehberg übernehmen. Teammanager Andreas Müller ist damit alleine für alle sportlichen Belange bei den

Assauer wechselt noch 2006 ins Präsidentenamt

bb
13. Januar 2006, 19:09 Uhr

Am 1. August 2006 wird Rudi Assauer das Amt des Präsidenten von Schalke 04 von Gerhard Rehberg übernehmen. Teammanager Andreas Müller ist damit alleine für alle sportlichen Belange bei den "Knappen" zuständig.

Die neue Führung des FC Schalke 04 hat sich formiert: Gerd Rehberg hört auf, Rudi Assauer wird vorzeitig zum Präsidenten hochgelobt. Ein Machtwort des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies entschied letztlich die Machtfrage. Wie der Klub am Freitag offiziell mitteilte, habe man "auf Veranlassung von Tönnies die zukünftige Entwicklung der Vereinsführung entschieden". Demnach wird Rehberg trotz eines Vertrages bis 2008 bereits zum 1. August 2006 sein Amt als Vorstandsvorsitzender niederlegen und von Assauer abgelöst. An Stelle von Rehberg rückt niemand in den Vorstand nach.

Dem lange Zeit allmächtigen Manager Rudi Assauer soll nach der immer lauter werdenden Kritik an seinen Personal-Entscheidungen sowie seinem unglücklichem öffentlichen Auftreten in der jüngeren Vergangenheit somit ein möglichst geräuschloser und würdevoller Wechsel auf den Präsidenten-Stuhl ermöglicht werden. Zudem erscheint durch den Abzug von Assauer aus dem sportlichen Tagesgeschäft auf absehbare Zeit eine Verpflichtung von Trainer Christoph Daum möglich. Der frühere Meistertrainer des VfB Stuttgart, der mehrfach öffentlich Meinungsverschiedenheiten mit Assauer austrug, steht derzeit noch beim türkischen Titelträger Fenerbahce Istanbul unter Vertrag, gilt aber vor allem bei den Fans als Wunschkandidat.

Assauer lenkt nach Konfrontationskurs ein

Eine Stellungnahme verbreitete Schalke am Freitag nur von Tönnies, Assauer und die anderen Vorstandsmitglieder wurden nicht zitiert und waren für Stellungnahmen auch zunächst nicht zu erreichen. Tönnies hatte die Entmachtung des "Mister Schalke" in den letzten Wochen Stück für Stück vorangetrieben. Anfang Januar hatte er im Fachblatt kicker klargestellt, dass der von Assauer seit Jahren als Nachfolger eingearbeitete Teammanager Andreas Müller alleine einen neuen Trainer suchen werde. Das Problem der Außendarstellung sei "spätestens in einem Vierteljahr gelöst".

Assauer gestand nach der Beförderung des ehemaligen Assistenten Mirko Slomka selbst ein, "dass ich darauf nicht gekommen wäre", ging aber zunächst auf Konfrontationskurs zum Aufsichtsrats-Boss und versicherte via Bild-Zeitung: "Ich lasse mich von niemandem vertreiben. Mein Vertrag läuft noch bis 2008. Und wenn da was dran geändert werden soll, dann muss man in aller Ruhe darüber reden."

Nun soll Assauer nach Angaben des Klubs die neue Lösung wie alle anderen Beteiligten der von Tönnies einberufenen Sitzung per Handschlag abgesegnet haben. Tönnies sprach anschließend von einer "sehr harmonischen Atmosphäre" und versicherte, dass die am Freitag verkündeten Maßnahmen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand schon vor geraumer Zeit besprochen worden seien: "Nur das Übergabedatum war offen gelassen. Mir war es wichtig, dass wir nun zu einem frühen Zeitpunkt den Termin des Amtswechsels konkretisieren. Das habe ich nun forciert."

Müller wird der "starke Mann" im sportlichen Bereich

Der neue starke Mann im sportlichen Bereich wird künftig endgültig Müller, der bereits die Trainer Ralf Rangnick und Slomka installiert und laut Pressemitteilung "für alle sportlichen Belange verantwortlich" sein wird. Die Schalker Fans nahmen die Entscheidung im Forum auf der offiziellen Klub-Seite größtenteils positiv auf. Der Schritt sei überfällig, Assauer könne sein Gesicht wahren, zudem sei der Weg für Daum nun frei, so der Tenor.

Rehberg hatte schon bei der Verlängerung der Amtszeiten der Vorstandsmitglieder auf der Aufsichtsratssitzung am 1. März 2005 angekündigt, seinen Posten möglicherweise vorzeitig niederzulegen. Mit knapp zwölf Jahren (seit dem 12. Dezember 1994) kann Rehberg auf die längste Amtszeit seit Fritz Unkel vor dem Zweiten Weltkrieg (insgesamt 22 Jahre zwischen 1912 und 1939) verweisen.

Autor: bb

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