SCHALKE - Mimoun Azaouaghs Wiedergeburt“

hb
13. Januar 2006, 09:23 Uhr

Auf diesen Moment musste er über 14 Monate warten. Am kommenden Samstag wird Mimoun Azaouagh im Testspiel beim Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn sein Debüt für den FC Schalke geben.

Auf diesen Moment musste er über 14 Monate warten. Am kommenden Samstag wird Mimoun Azaouagh im Testspiel beim Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn sein Debüt für den FC Schalke geben. „Ich freue mich so auf den Moment, endlich das blaue Trikot mit der Nummer sieben überstreifen zu dürfen. Das ist für mich wie eine Wiedergeburt“, strahlen die dunkelbraunen Augen des gebürtigen Marokkaners.

Eigentlich hätte er schon am vergangenen Sonntag beim 4:0 in Köln zum ersten Mal für die Truppe von Chef-Coach Mirko Slomka auflaufen sollen. Doch entgegen der Ankündigung vor dem Duell mit dem Verbandsligisten SCB Preußen lief Azaouagh nicht auf. „Ich habe davor erst ein paar Mal mit der Mannschaft trainiert. Daher kam der Einsatz für mich noch ein wenig zu früh“, will der 23-Jährige nicht das geringste Risiko eingehen.

Azaouagh ist nach inzwischen drei Operationen an seinem linken Knie vorsichtig geworden. Noch heute kann er sich an das Datum erinnern, an dem seine unglaublich lange Leidensgeschichte ihren Ursprung nahm. „Passiert ist es am 30. Oktober im Spiel beim VfL Wolfsburg. Wir führten nach 20 Minuten mit 2:0, als ich bei einem Einwurf für den VfL im eigenen Strafraum aushelfen wollte und mein Mitspieler Manuel Friedrich nach einem Kopfballduell ebenso unabsichtlich wie unglücklich auf mich fiel“, beschreibt der Ex-Mainzer die bisher schlimmste Szene in seiner Fußballer-Karriere. „Das war wirklich Pech. Zuerst befürchtete man einen Kreuzbandriss, aber dann stellte sich heraus, dass nur das Innenband und der Meniskus betroffen waren.“

Nur ist gut, denn noch beim FSV unter Vertrag stehend ließ sich Azaouagh das Knie zunächst nur arthroskopiert. Der zweite, richtig große Eingriff erfolgte erst am 5. März beim weltweit anerkannten Spezialisten Dr. Richard Steadman in Denver. „Seitdem habe ich einen ewig wiederkehrenden Tagesablauf aus Reha, Krafttraining und Behandlung hinter mir, der hoffentlich jetzt beendet ist“, geht Azaouagh mit einer gewissen Aufbruch-Stimmung ins WM-Jahr 2006. „Fußball ist das, was ich am besten kann und Zeit meines Lebens jede freie Minute gespielt habe. Wenn ich jetzt wieder die Möglichkeit habe, meiner Leidenschaft nachzugehen, dann fühle ich mich gleich ganz anders“, kann der in Frankfurt aufgewachsene frühere „U 21“ -Nationalspieler der harten Vorbereitung aus verständlichen Gründen viel mehr abgewinnen als viele seiner Team-Kollegen.

Die nötige Sicherheit, um eventuell schon beim Rückrunden-Start am 29. Januar in Kaiserslautern auch seinen Bundesliga-Einstand für die Gelsenkirchener geben zu können, will er sich weiter im täglichen Duell mit seinen Mitspielern holen. Zweikämpfen kann und will er dabei nicht aus dem Weg gehen, das aber mit einem gewissen Respekt. „Wer nach so einer Verletzung und einer so langen Auszeit sagt, er hätte keine Angst, der lügt“, gibt Azaouagh offen zu.

Autor: hb

Kommentieren