Schalke-Manager Assauer schlägt zurück

jana
06. Januar 2006, 12:09 Uhr

Rudi Assauer, Manager des Bundesligisten Schalke 04, denkt nicht dran, sich nach der laufenden Spielzeit aus dem Management der Königsblauen zurückzuziehen. "Ich lasse mich von niemandem vertreiben", so Assauer.

Bei Bundesligist Schalke 04 tobt in der Führungsetage ein offener Machtkampf zwischen Manager Rudi Assauer und Aufsichtsrats-Boss Clemens Tönnies. Assauer will nichts davon wissen, nach der laufenden Saison seinen Managerposten bei den "Knappen" zu räumen. "Ich lasse mich von niemandem vertreiben. Mein Vertrag läuft noch bis 2008. Und wenn da was dran geändert werden soll, dann muss man in aller Ruhe darüber reden", betonte der 61-Jährige gegenüber der Bild-Zeitung.

Tönnies hatte nach der Entlassung von Chefcoach Ralf Rangnick in den letzten Tagen mehrmals wiederholt, dass Assauer nach der laufenden Saison ähnlich wie Franz Beckenbauer bei Rekordmeister Bayern München Präsident und damit den Weg für Sportdirektor Andreas Müller freimachen würde. "Die Zeit des Managers Assauer ist vorbei. Wir ändern die Positionen", sagte Tönnies jüngst.

Kein Problem mit Müller - Druck für Slomka

Unterdessen betonte Assauer, dass es keine Differenzen mit Müller gebe: "Zwischen Andy und mich passt kein Blatt Papier. Ich habe ihn nie angemacht, als Ralf Rangnick nicht mehr gut funktionierte, und den hat er an Land gezogen. Umgekehrt hat mich Andy nie im Regen stehen lassen, als meine Trainer Frank Neubarth und Jupp Heynckes floppten."

So trägt Assauer auch die ungewöhnliche Trainerwahl mit dem früheren Rangnick-Assistenten Mirko Slomka mit. "Ich war total überrascht, als Andy Müller mit diesem Vorschlag kam. Er hat mich dann aber in einem langen, sehr sachlichen Gespräch davon überzeugt, dass die Lösung Sinn macht", erklärte Assauer weiter.

Von Slomka erwartet Assauer nicht weniger als die Champions-League-Qualifikation: "Der Trainer hat eine erstklassige Truppe. Wenn er sich nicht so verzettelt wie Rangnick, kann er die Champions-League-Qualifikation noch schaffen."

Rangnick stichelt gegen Slomka

Rangnick stichelte indes gegen seinen früheren Assistenten. "Ich weiß nicht, ob ihm klar war, dass er da für sechs Monate die Notlösung ist. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion so eine Entscheidung zu fällen, ist meist ein Fehler", sagte der Coach dem Express und machte auch aus seiner persönlichen Enttäuschung über Slomka keinen Hehl: "Er hat mich erst am Mittwoch informiert. Er hat ja noch nicht mal seine Frau angerufen und sie um Rat gefragt. Ich wundere mich schon, schließlich hat er das Theater die letzten 14 Monate mitbekommen."

Eine Zusammenarbeit mit Slomka werde es laut Rangnick "nie wieder geben". "Das geht jetzt nicht mehr. Wenn ich einen neuen Job antrete, dann mit einem anderen Assistenten", meinte der erfolgreichste Schalker Coach aller Zeiten (2,0 Punkte im Schnitt). Slomka war unter Rangnick bereits Co-Trainer bei Hannover 96, bevor das Duo im Oktober 2004 gemeinsam zu Schalke gewechselt war.

Autor: jana

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