Nahezu perfekt in die Saison gestartet ist Blau-Weiß Neuenkamp. Neben dem TuS Mündelheim thront das von Marinko Petric betreute Team verlustpunktfrei ganz oben.

DU: Neuenkamp top

Mit Funkwagen durch den Ort

Heiko Gaeb
15. Oktober 2009, 13:18 Uhr

Nahezu perfekt in die Saison gestartet ist Blau-Weiß Neuenkamp. Neben dem TuS Mündelheim thront das von Marinko Petric betreute Team verlustpunktfrei ganz oben.

Und das nach immerhin neun Partien. Da liegt es auf der Hand, dass an diesem Sonntag, wenn eben genau diese beiden Teams aufeinandertreffen, sehr viele Augen darauf gerichtet sein werden. Gespielt wird in Mündelheim. Der Coach der Blau-Weißen jedenfalls ist sich sicher, dass die Partie aus Neuenkamper Sicht einen positiven Abschluss finden wird: "Das ist zwar ein starker Gegner, wir gewinnen aber auch auswärts."

Die starke Offensive ist dabei der Garant für die selbstbewussten Töne. Der Top-Mann in der Abteilung Attacke ist aktuell unbestritten Fabian Will. 52 Tore hat Neuenkamp erzielt, 28 davon gehen auf das Konto des jungen Mannes, der im letzten Jahr noch in der A-Jugend hätte spielen können. "Um ihn zu halten, sollten wir schon aufsteigen", weiß Marinko Petric, der noch ein weiteres Ass aus dem Ärmel zaubern konnte: Seinen eigenen Bruder Miroslav. "Er ist jetzt 35 Jahre und wollte eigentlich aufhören. Er ist höherklassig erfahren und weist mit dem GSV Moers und Jahn Hiesfeld vier Aufstiege in den letzten vier Jahren auf", erklärt der große Bruder und ergänzt: "Das ist ein gutes Omen. Da musste ich ihn überreden weiterzuspielen."

So verleihen seine Routine und Klasse im Mittelfeld dem insgesamt sehr jungem Team sehr viel Stabilität und vielleicht auch die nötige Konstanz, die der Mannschaft im Schlussspurt der Vorsaison sichtlich fehlte. "Das war ein wichtiges Lehrjahr für uns", denkt der im zweiten Trainerjahr aktive gebürtige Kroate und MSV-Fan. Schließlich kickte er 1989 selbst dort und zwar als Stürmer. Sicher ein Grund, warum es in der Abteilung Attacke so gut läuft in Neuenkamp.

Dabei hatte es vor der Saison nicht unbedingt optimal ausgesehen. Ein Aderlass von sechs Stammkickern war zu verzeichnen. Doch die Neuen und die vormals zweite Garde haben sich optimal eingeführt. In der Defensive nutzten Marius Smits und Tim Barten gleich ihre Gelegenheit. So stellt der Klub mit erst neun Gegentreffern nicht nur den besten Sturm, sondern auch gleich noch die sicherste Abwehr.

So ist in Neuenkamp im Moment alles bestens. Fast schon zu gut, als hätte das Team das Verlieren verlernt, denn die bisherigen Gegner der Blau-Weißen gingen bisher immer gnadenlos unter.

"Wir haben bis zu 250 Zuschauer bei unseren Heimspielen", freut sich der Trainer über den regen Zuspruch im Stadtteil und verrät auch gleich einen Trick: Vor jeder Heimpartie fährt ein Funkwagen durch den Ort und animiert den ein oder anderen auf der schönen Platzanlage ein Heimspiel anzuschauen."Wir sind momentan einfach erfolgreich und bieten attraktiven Fußball", fasst es der 42-Jährige kurz zusammen.

Keine Platzverweise, eine optimale Trainingsbeteiligung. Die Liste der positiven Aspekte rund um die erste Fußballmannschaft lässt sich sicher noch fortsetzen, aber ein Wehrmutstropfen bleibt. Es gibt nach wie vor keine A-Jugend.

Autor: Heiko Gaeb

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