Es ist bislang noch nicht die Saison des Felipe Santana. Doch der Innenverteidiger nimmt die Situation brasilianisch-gelassen - und hofft auf den Zidan-Effekt.

Hoffen auf Zidan-Effekt

"Wer kannte schon Felipe Santana?"

Matthias Dersch
11. Oktober 2009, 11:47 Uhr

Es ist bislang noch nicht die Saison des Felipe Santana. Doch der Innenverteidiger nimmt die Situation brasilianisch-gelassen - und hofft auf den Zidan-Effekt.

Länderspielzeit ist immer auch die Zeit, in der sich die Akteure, die zuletzt nicht so richtig zum Zuge kamen, in den Vordergrund spielen können: Die Trainingsgruppe ist kleiner als üblich, das Personal für die meist anstehenden Testspiele dezimiert.

Mohamed Zidan ist derzeit vielleicht das beste Beispiel für die Vorteile, die zwei Wochen Training mit sich bringen können, wenn die Konkurrenz in der Fremde weilt. Der Ägypter konnte sich einen Vorsprung vor Nelson Valdez und Dimitar Rangelov erspielen und ist derzeit mit Lucas Barrios die erste Wahl im Dortmunder Stürmerroulette.

Auf einen ähnlichen Effekt hofft auch Felipe Santana. Der Brasilianer, der im Winter von Mats Hummels‘ Verletzung profitierte und sich in der anschließenden Rückrunde nahezu unverzichtbar machte, ist in dieser Saison noch nicht richtig in Tritt gekommen.
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/008/286-8604_preview.jpeg "Da geht's lang": Felipe Santana (Foto: firo).[/imgbox]
„Es stimmt, ich habe noch nicht wieder das Niveau aus dem Vorjahr erreicht. Es fehlen mir noch ein paar Prozent“, gibt der 23-Jährige erfrischend offen zu und äußerst sogar Verständnis für Jürgen Klopps Entschluss, nicht auf ihn, sondern wieder auf Hummels in der Innenverteidigung zu setzen: „Ich akzeptiere seine Entscheidung. Ich hatte am Anfang der Saison ein paar Verletzungsprobleme, die mich sicherlich etwas zurückgeworfen haben. Aber die tägliche Arbeit hilft mir, die Qualität aus der letzten Rückrunde zu erreichen und wieder der ‚alte‘ Felipe Santana zu werden.“

Der Tonfall, in dem Santana diese Worte spricht, ist ruhig und sanft. Der baumlage Verteidiger ist kein Mann der lauten Töne, sondern intelligent und clever genug, die richtigen Töne zu treffen. Von Panikmache - weder in Bezug auf seine Person noch auf den durchwachsenen Start des BVB - hält er nichts. Stattdessen bevorzugt er die ruhige Analyse: „Wir haben mehr Tore kassiert als im Vorjahr, das ist richtig. Aber häufig gingen den Gegentreffern unglückliche Situationen voraus. So etwas gleicht sich in der Regel während einer Saison aus. Das beunruhigt mich nicht. Für Vorhersagen ist es noch viel zu früh.“

Ähnlich gelassen, wie Santana mit der Gegentor-Statistik umgeht, beobachtet er auch die Diskussion um die „Torflaute“ der im letzten Jahr so gefährlichen BVB-Abwehr. Es sei normal, dass sich die gegnerischen Teams inzwischen besser auf ihn, Hummels und Neven Subotic eingestellt haben.

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In der Vorsaison habe man dagegen noch vom „No-Name“-Bonus profitiert: „Wer kannte im letzten Jahr schon Felipe Santana? Wer kannte Neven Subotic? Mittlerweile wissen unsere Gegner, dass da Jungs kommen, die das Tor treffen können. Entsprechend stärker konzentriert man sich auf uns.“

Das Rezept dagegen hat Santana indes auch parat. Es ist ebenso simpel wie oft gehört: „Wir müssen täglich an uns arbeiten. Dann stellt sich auch der Erfolg ein.“

Autor: Matthias Dersch

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