Damien Le Tallec stieß im August zum BVB-Sturm. Doch der 18-Jährige benötigte Zeit, sich ans neue Umfeld zu gewöhnen. Inzwischen ist er eine gute Alternative.

Le Tallec integriert

"Man sieht, er hat richtig Qualität"

Matthias Dersch
12. Oktober 2009, 09:27 Uhr

Damien Le Tallec stieß im August zum BVB-Sturm. Doch der 18-Jährige benötigte Zeit, sich ans neue Umfeld zu gewöhnen. Inzwischen ist er eine gute Alternative.

Wenn man von einem Vorgesetzten ins Zeugnis geschrieben bekommt, man habe sich stets bemüht, ist das für gewöhnlich kein sonderlich gutes Zeichen. Damien Le Tallec konnte dennoch zufrieden mit sich sein, als ihn sein Trainer Jürgen Klopp am letzten Dienstag mit diesen Worten auf den Heimweg schickte. Denn Klopps Lob, ihm sei zwar nicht viel gelungen, aber er habe sich enorm bemüht und sei viel gelaufen, war ausnahmslos positiv und aufbauend gemeint.

Der junge Franzose, der im August ablösefrei zum BVB stieß, hat sich nach schweren ersten Wochen mittlerweile in seiner neuen Heimat akklimatisiert. Sowohl im täglichen Training als auch bei den Pflichtspielen im Dress der Dortmunder Zweitvertretung zeigt die Formkurve des 18-Jährigen stetig nach oben.

„Damiens Leistungen sahen nicht gerade erfolgsversprechend aus. Er war körperlich in einem Loch, der Abstand zu den anderen war erst einmal sehr groß“, bestätigt Klopp den Eindruck, dass der Stürmer zu Beginn seiner BVB-Zeit noch nicht konkurrenzfähig war. Doch die Vergangenheitsform, die der 42-Jährige verwendet, deutet es bereits an, die Distanz zu den Kollegen hat sich mittlerweile deutlich verringert: „Er hat keinen Abstand mehr. Man sieht, dass er richtig Qualität hat, auch wenn er in Teilbereichen natürlich noch nicht fertig ist.“

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Zu Le Tallecs Stärken zählt Klopp nicht nur den guten Abschluss per Fuß und per Kopf, sondern auch seine Schnelligkeit und den Willen, alles in die Waagschale zu werfen. „Sein Arbeitscharakter ist wirklich überragend. Er trainiert gerne und viel, und ist sehr professionell, was seine Einstellung angeht“, lobt Klopp seinen jüngsten Schützling im Kader, der zunächst in aller Ruhe aufgebaut werden soll: „Wir schreiben nicht jeden Tag einen Bericht über ihn. Sondern haben uns die Zeit genommen, zu warten, bis er uns das zeigt, was er kann. Und das ist dadurch vielleicht sogar etwas früher eingetroffen.“

Speziell Theo Schneider, Dortmunds Amateurtrainer, profitiert derzeit vom Aufschwung des französischen U19-Nationalspielers. Während seine Stammstürmer Daniel Ginczek und Christopher Kullmann noch nicht in der 3. Liga angekommen sind, hat Le Tallec mit zwei Treffern in den letzten zwei Partien erste Duftmarken setzen können.

Doch Klopp warnt vor verfrühter Euphorie. Denn wie bei allen Jungprofis könne man auch bei Le Tallec nicht erwarten, dass er dauerhaft sein Niveau halten kann. „Es ist normal, dass junge Kerle wie Damien, Daniel oder ‚Kulle‘ immer mal wieder mit Schwankungen zu kämpfen haben“, wirbt Klopp deshalb auch im Umfeld um jede Geduld, die er selbst aufbringt: „Wir sehen seine Entwicklung sehr entspannt.“

Autor: Matthias Dersch

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