Es war ein Bild mit absolutem Seltenheitswert. Nach dem Abpfiff versammelte sich die siegreiche Elf vor der Stehkurve der Schalker Fans und tanzte Humba tätärä.

Schalke - Milan ist für Poulsen der WM-Ersatz

hb
04. Dezember 2005, 19:53 Uhr

Es war ein Bild mit absolutem Seltenheitswert. Nach dem Abpfiff versammelte sich die siegreiche Elf vor der Stehkurve der Schalker Fans und tanzte Humba tätärä.

Es war ein Bild mit absolutem Seltenheitswert. Nach dem Abpfiff versammelte sich die siegreiche Elf vor der Stehkurve der Schalker Fans und tanzte Humba tätärä.

Einer, der am ausgelassesten hüpfte, war Christian Poulsen. Der hatte nach dem Match auch allen Grund dazu, obwohl der Auftritt vor den Anhängern nicht gerade seine Stärke ist. „Ich hatte noch nie ein Problem mit unseren Fans und nicht das Gefühl, dass mich die Zuschauern nicht mögen“, versuchte der Däne das Bild vom nicht geliebten Spieler, der wegen seiner früheren Quer- und Fehlpässe einen schweren Stand bei den Fans hatte, zu korrigieren. „Außerhalb des Fußballplatzes bin ich halt etwas ruhiger. Deswegen stehe ich auch nicht so im Blickpunkt der Öffentlichkeit“, meinte Poulsen, dass es wohl auch mit seinem zurückhaltenden Charakter zu tun haben müsse, falls er auch in Zukunft nicht zum Publikums-Libeling tauge.

Apropos Zukunft: Auch gestern hielt sich der Blondschopf mit Aussagen zu seinem Verbleib auf Schalke betont zurück. „Ich habe immer gesagt, dass ich am Ende der Hinserie mit Schalke sprechen werden. Dann gibt es eine Entscheidung“, erklärte Poulsen. „Wenn Andy Müller aber geäußert hat, dass wir uns nach dem Milan-Spiel unterhalten werden, dann können wir das machen.“

Der Verein wird nicht nur wegen der gestrigen Leistung darauf drängen, dass der Nationalspieler seinen auslaufenden Vertrag bald verlängert. Poulsen braucht wohl keine Argumente mehr, um seinen Wert für die Mannschaft zu beweisen – auch keine Treffer. „Ich habe schon einmal ein Kopfballtor gemacht, das war gegen Gladbach“, erinnerte sich der 26-Jährige und lieferte gleich die Begründung für die beiden Szenen, in denen er im Mittelfeld mehrere Bielefelder vorführte: „Viele denken, ich könnte nur Freistöße schießen, aber ich kann auch Fußball spielen.“

In Mailand wird es dagegen wieder auf Primär-Tugenden ankommen. Kampf, Leidenschaft, Aggressivität – Voraussetzungen, die Poulsen auf den Leib geschneidert sind. „Das ist für mich das Spiel der Saison. Wir sind bei der Weltmeisterschaft nicht dabei, und die Champions League ist für mich nach der WM die größte Herausforderung“, schnalzt der Ex-Kopenhagener mit der Zunge. „Im San Siro gegen den AC Milan auflaufen zu dürfen, das ist es doch, was sich Fußballer wünschen.“

Autor: hb

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