Nach dem Derby kochten die Emotionen auf beiden Seiten hoch. S04-Keeper Manuel Neuer fiel dabei besonders auf - und musste dafür heftige Kritik einstecken.

Neuer sorgt für Ärger

"Das war eine einzige Frechheit"

Matthias Dersch
27. September 2009, 10:27 Uhr

Nach dem Derby kochten die Emotionen auf beiden Seiten hoch. S04-Keeper Manuel Neuer fiel dabei besonders auf - und musste dafür heftige Kritik einstecken.

Das 134. Aufeinandertreffen zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 war ein Derby mit nur wenigen Höhepunkten - bis Schiedsrichter Wolfgang Stark die Partie beendete und damit ein unwürdiges Nachspiel eröffnete.

Schalkes Keeper Manuel Neuer - spätestens seit seiner Eckfahnen-Einlage gegen Bayern München für seine emotionalen Ausbrüche bekannt - entlud seine Freude über den Derbysieg, in dem er sich vor der Südtribüne aufbaute und demonstrativ die Fäuste ballte. Logisch, dass er sich beim schwarz-gelben Anhang damit keine Freunde machte und die ohnehin angespannte Stimmung zusätzlich anheizte.

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Doch die Einlage sollte nicht seine letzte sein, denn wenig später stand er erneut im Mittelpunkt, als sich im Mittelkreis ein Handgemenge zwischen BVB- und S04-Profis entwickelte, das erst in der Mixed Zone endete.

„Manuel Neuer hat mich gesehen und mir dann im Zurücklaufen den Ellenbogen auf die Nase geschlagen. Das war auf jeden Fall Absicht“, diktierte Dortmunds Kevin Großkreutz anschließend in die Blöcke der Journalisten, während Neuer ein paar Meter weiter das Unschuldslamm spielte. Das müsse ein anderer Manuel Neuer gewesen sein, verriet er, er habe keinen Kevin Großkreutz gesehen und eigentlich nur Hände schütteln wollen.

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Aus Sicht des BVB-Profis verlief die Szene jedoch ganz anders: „Erst hat er unsere Fans provoziert, und als ich ihm dazu etwas gesagt habe, schlägt er mich. Ich habe zwar nicht geblutet, aber meine Nase ist ein wenig schief.“

Es stand zunächst Aussage gegen Aussage - bis Marcel Schmelzer und Nuri Sahin Neuers vermeintlichen Ellenbogeneinsatz unabhängig voneinander bestätigten. „Neuer hat Großkreutz gesehen, ist aber trotzdem rückwärts gelaufen und hat ihn dann mit dem Ellenbogen im Gesicht getroffen“, schilderte Schmelzer seine Sicht der Dinge, während Sahin deutliche Worte an die Adresse des Schalker Torhüters richtete: „Es kann nicht sein, dass er abstreitet, dass er Kevin geschlagen hat. Er sollte lieber ehrlich sein. Er ist ein guter Keeper, darüber müssen wir nicht reden. Aber was er nach dem Spiel abgezogen hat, ist eine einzige Frechheit.“

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Auch BVB-Kapitän Sebastian Kehl kritisierte Neuers Verhalten nach Spielschluss heftig. Der 29-Jährige hatten den vermeintlichen Schlag des U21-Europameisters zwar nicht mitbekommen, ärgerte sich aber über das Verhalten des Keepers vor der Südtribüne: „Es gehört sich einfach nicht, vor den gegnerischen Fans zu jubeln. Erst recht nicht in so einem Spiel. Die Emotionen sind so schon hoch genug, da muss man nicht noch zusätzlich provozieren. Wir haben schließlich eine Vorbildfunktion, die wir erfüllen sollten.“

Autor: Matthias Dersch

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