Der MSV macht den guten Eindruck der ersten Auftritte völlig zunichte. Der desolaten Vorstellung beim FCK folgte ein katastrophaler Auftritt gegen Bielefeld.

Duisburg geht unter

Katastrophales 0:3 gegen die Arminia

18. September 2009, 20:06 Uhr

Der MSV macht den guten Eindruck der ersten Auftritte völlig zunichte. Der desolaten Vorstellung beim FCK folgte ein katastrophaler Auftritt gegen Bielefeld.

Während die Gäste ihren eigenen Anspruch, als Meister aufsteigen zu wollen, gerecht wurden, waren die Duisburger vollkommen von der Rolle und hatten dem DSC beim 0:3 (0:1) gar nichts entgegenzusetzen.

Und Schiedsrichter Peter Gagelmann scheint dabei kein Glücksbringer für den MSV zu sein. Denn der Referee feierte am 28. April 2000 seine Bundesliga-Premiere. Die Partie: Duisburg gegen Bielefeld. Das Ergebnis: 3:0 für die Arminia.

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Wie vor neun Jahren ging das Match klar an die Gäste. Denn die Duisburger waren im Gegensatz zum Gegner besonders in der Abwehr vollkommen unsortiert. Die MSV-Defensive hatte die erste Unsicherheit in der siebten Minute, als Pavel Fort nach einer Flanke von Christopher Katongo frei aus 16 Metern zum Schuss kam, die Kugel aber weit über das Gehäuse drosch.

Nur zwei Zeigerumdrehungen später leistete sich Olivier Veigneau einen haarsträubenden Aussetzer, als er einen Ball unterlief und Daniel Halfar frei auf Tom Starke zustürmte. Doch der Keeper bewies wieder einmal seine Klasse, blieb lange stehen und parierte Halfars Schuss. Caiuby, der wegen einer Leistenverletzung gegen die Arminia zum Zuschauen verdammt war, war sich zu diesem Zeitpunkt noch sicher, dass „wir den Hebel umlegen werden“.

Und danach sah es auch plötzlich aus. Die erste Möglichkeit der Zebras hatte Björn Schlicke, doch sein Freistoß aus gut 25 Metern verfehlte knapp das Ziel. Doch es war nur ein kurzes Strohfeuer, denn danach verflachte die Partie zunehmend. Erst in der 27. Minute wurden die 14.057 Zuschauer wieder wach, als sich Adam Bodzek ein Herz nahm und aus 21 Metern einfach mal abzog. Doch das Leder ging über das Gehäuse von Torwart Dennis Eilhoff.

Das war allerdings nicht der Weckruf für Hausherren, sondern für die Arminia. In der 36. Minute war es dann so weit. Oliver Kirch schüttelte Innenverteidiger Tiago, der für den erkrankten Frank Fahrenhorst in die Startelf gerückt ist, einfach ab. Der Bielefelder ließ sich den Freiraum nicht entgehen und donnerte das Spielgerät zum 1:0 für die Ostwestfalen in die Maschen.
Und der MSV? Der schlief weiter. Auch nach dem Rückstand war kein Aufbäumen zu erkennen. Im Gegenteil: Die Duisburger versuchten ausschließlich mit langen Bällen Sandro Wagner oder Sören Larsen in Szene zu setzen. Doch es blieb lediglich beim Versuch.

Peter Neururer hat in der Halbzeit anscheinend nicht den richtigen Ton getroffen, denn der Tiefschlaf ging weiter. Olivier Veigenau vertendelte leichtfertig den Ball, Kirch setze Pavel Fort in Szene, Giovanni Federico nahm seine Ablage auf und verfehlte den Kasten nur knapp (47.). Und die Ostwestfalen blieben am Drücker. In der 52. Minute überrannten sie die komplette Abwehr. Nur Bernd Korzynietz war es zu verdanken, dass es nicht zum zweiten klingelte. Denn der ehemalige Bielefelder kratze einen Kirch-Schuss für den bereits geschlagenen Starke noch von der Linie. Neururer konnte das Verhalten seiner Jungs nicht nachvollziehen und sprang an der Seitenlinie aufgeregt umher.

Es dauerte bis zur 60. Minute, ehe Goalgetter Sandro Wagner zum ersten Mal aufs Tor schoss. Eine ganz schwache Ausbeute. Auch die Hereinnahme von Chinedu Ede, der trotz eines frisch operierten Nasenbeinbruchs mit einer Spezialmaske für den überforderten Änis Ben-Hatira ins Spiel kam, konnte die Wende zum Guten nicht einläuten.

Im Gegenteil. In der 65. Minute folgte der nächste Tiefschlag für den MSV. Giovanni Federico zirkelte einen 24-Meter-Freistoß flach ins untere Mauer-Eck – 0:2. Einmal Blut geleckt macht Federico gleich weiter. Die komplette Hintermannschaft der Duisburger war erneut indisponiert und der Bielefelder markierte das 3:0 (69.). die Konsequenz: Ein gellendes Pfeiffkonzert von den Rängen.

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Neururer löste mit den Auswechslungen von Bernd Korzynietz und Olivier Veigneau zwar die Abwehr auf, doch auch Nicky Adler und Debütant Kristoffer Andersen konnten in dem völlig verkorksten Match keine Impulse mehr setzen.

Und was war mit dem Debüt von Sören Larsen? Gar nichts. Dem Dänen fehlte nach nur vier Trainingstagen jegliche Bindung zum Spiel. Er verlor fast alle Zweikämpfe und hatte in den gesamten 90 Minuten nicht eine Chance.

In dieser Verfassung ist der MSV sicherlich kein Aufstiegsaspirant und auch das anstehende DFB-Pokal-Match am Dienstag bei Borussia Mönchengladbach steht unter diesen Voraussetzungen unter keinem guten Stern. Dabei wäre die nächste Cup-Runde alleine schon aus finanziellen Gesichtspunkten für die Zebras überlebenswichtig. Neururer wird bis dahin gefordert sein, seine niedergeschlagene Truppe wieder aufzubauen. So ist der gute Eindruck jedenfalls vorerst zerstört.

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