Sein Weg war etwas ungewöhnlich, doch er hat sich für ihn und seinen neuen Verein Borussia Mönchengladbach ausgezahlt. Horst Köppel wechselte als Trainer des Amateurteams vom BVB zum Bökelberg, wo er zunächst auch die zweite Mannschaft betreute. Doch als er bei den Profis aushelfen sollte, überzeugte er mit Erfolgen so eindrucksvoll, dass er als Chefcoach dauerhaft auf die Bundesligatrainerbank zurückkehrte.

DORTMUND: "Zum BVB noch besondere Bindung" - Köppel!

og
29. Oktober 2005, 11:14 Uhr

Sein Weg war etwas ungewöhnlich, doch er hat sich für ihn und seinen neuen Verein Borussia Mönchengladbach ausgezahlt. Horst Köppel wechselte als Trainer des Amateurteams vom BVB zum Bökelberg, wo er zunächst auch die zweite Mannschaft betreute. Doch als er bei den Profis aushelfen sollte, überzeugte er mit Erfolgen so eindrucksvoll, dass er als Chefcoach dauerhaft auf die Bundesligatrainerbank zurückkehrte.

Sein Weg war etwas ungewöhnlich, doch er hat sich für ihn und seinen neuen Verein Borussia Mönchengladbach ausgezahlt. Horst Köppel wechselte als Trainer des Amateurteams vom BVB zum Bökelberg, wo er zunächst auch die zweite Mannschaft betreute. Doch als er bei den Profis aushelfen sollte, überzeugte er mit Erfolgen so eindrucksvoll, dass er als Chefcoach dauerhaft auf die Bundesligatrainerbank zurückkehrte. Dort saß er vom 27. Februar 1988 bis zum 30. Juni 1991 auch in Dortmund und feierte in dieser Zeit mit den Westfalen den legendären 4:1-Pokalsieg im Berliner Olympiastadion gegen Werder Bremen. Vor seiner Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte unterhielt sich RevierSport mit dem 57-jährigen Fußball-Lehrer.

Herr Köppel, führt der Weg in die Eliteklasse über einen Wechsel von der Regional- in die Oberliga?
Nein, im der Regel eigentlich nicht, aber die Umstände haben sich so ergeben. Ich war halt zum richtigen Zeitpunkt der richtige Mann am richtigen Ort.

Dann war die Entscheidung, die ja hauptsächlich aus fahrtechnischen Gründen gefallen ist, in sportlicher Hinsicht eine Ihrer glücklichsten?
Das kann man schon so formulieren. Die tägliche Fahrerei nach Dortmund war schon sehr nervig. Ich hatte 2004 die Möglichkeit, die gleiche Aufgabe quasi vor der eigenen Haustür zu erledigen, das war ideal. Ich wollte mit den Gladbachern aus der Oberliga in die Regionalliga aufsteigen. Das gleiche Kunststück ist mir ja mit dem BVB zuvor gelungen.

Im Moment zaubern Sie noch mehr Kunststücke hervor, denn der VfL erlebt einen Höhenflug. Harte Arbeit, Glück oder durch was ist die Erfolgsserie begründet?
Alles zusammen würde ich sagen. Es passt zur Zeit. Ich kannte das Team ja aus den letzten Spielen der Vorsaison schon. Es gab einige personelle Änderungen, an denen ich beteiligt war. Die mannschaftliche Geschlossenheit ist da und die beflügelt uns im Moment enorm.

In Dortmund ist aber keine Bruchlandung eingeplant?
Nein, ich hoffe, dass wir beim BVB etwas holen werde, auch wenn es sehr schwer wird. Am Sonntag habe ich mir die Begegnung gegen den HSV vor Ort angesehen und muss sagen, es war ein starkes Match, Zudem hatten wir am Mittwoch noch ein Pokalspiel in Berlin, die Borussen sind in diesem Wettbewerb nicht mehr vertreten, so dass sie mehr Zeit zum regenerieren haben.

Haben sie noch Kontakte nach Dortmund?
Selbstverständlich, schließlich habe ich dort, wenn auch mit Unterbrechung, acht Jahre gearbeitet. Bis 1991 als Trainer, nach der achtjährigen Pause als Scout und dann als Coach der U21. Klar, dass es da Kontakte gibt. Hauptsächlich zu Dr. Gerd Niebaum und Michael Meier, die zu meiner Zeit die Verantwortung trugen, jetzt allerdings nicht mehr da sind. Ich telefoniere allerdings auch mit Michael Zorc oder
Ingo Preuß, meinem ehemaligen Co-Trainer.

Der VfL hat inzwischen ein neues Stadion und ist fast frei von Schulden. Der BVB hat eine noch imposantere Arena, wird aber von finanziellen Problemen geplagt. Sieht die Zukunft der Gladbacher Borussia kurz- und mittelfristig besser aus?
Nein, so möchte ich das nicht sagen. Es ist auch nicht meine Aufgabe, mich zu der Lage in Dortmund zu äußern. Mit unserem neuen Stadion haben wir sicherlich mehr Möglichkeiten bekommen. Dennoch müssen wir trotz des momentanen Höhenfluges bescheiden bleiben und vor allem Geduld haben.

Zumindest dürfte das Arbeiten jenseits des Rheins aber etwas leichter sein, da dort der Erwartungsdruck nicht so hoch ist wie im Revier, oder?
Ganz im Gegenteil, das hat mich selbst überrascht. Nach fünf Spieltagen, wir hatten schon Bayern und Schalke hinter uns, in Gelsenkirchen einen Punkt geholt und auch Duisburg geschlagen, war es nach der Niederlage in Köln alles andere als ruhig. Okay, wenn wir null Punkte gehabt hätten, dann hätte ich die Unruhe verstanden. In Sachen Ruhe habe ich keine Illusionen mehr, die gibt es in der Bundesliga nicht.

Am Samstag wird es vor knapp 80.000 Zuschauern auch laut. Freuen Sie sich auf die Rückkehr ins Westfalenstadion?
Es gibt drei Vereine, zu denen ich eine ganz besondere Bindung habe. Klar, ich habe auch in Bielefeld, Düsseldorf oder Uerdingen gearbeitet, aber Mönchengladbach, Dortmund und Stuttgart sind Städte, in die ich immer wieder gerne komme. So war das Gastspiel beim VfB vor wenigen Wochen schon ein besonderes Ereignis.

Das Match bei den Schwaben endete 1:1. Wären Sie mit diesem Resultat in Dortmund auch zufrieden?
Absolut. Allerdings möchte ich nicht erneut den Ausgleich in den Schlussminuten kassieren. Umgekehrt wäre das besser.

Autor: og

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