Marc Pfertzel versuchte erst gar nicht in Schönrederei zu verfallen. Kein schönes Bundesliga-Debüt erlebte hingegen Mirkan Aydin, der zudem sehr nervös wirkte.

VfL: Stimmen zum Spiel

"Über mein Versagen bin ich ratlos"

13. September 2009, 17:37 Uhr

Marc Pfertzel versuchte erst gar nicht in Schönrederei zu verfallen. Kein schönes Bundesliga-Debüt erlebte hingegen Mirkan Aydin, der zudem sehr nervös wirkte.

Philipp Bönig wirkte nach der erneuten Auswärts-Niederlage völlig frustriert: „Wie schon gegen Leverkusen und auf Schalke liegt unser Hauptproblem zur Zeit im Spielaufbau. Wir haben es Hoffenheim doch so leicht gemacht. Die brauchten doch nur warten, bis wir ihnen den Ball in die Füße gespielt haben.“

Der Linksfuß hat eigentlich nach einem verlorenen Auswärtsspiel gar keine Lust mehr, sich permanent zu wiederholen: „Es will doch keiner mehr hören, dass wir vor einer Begegnung im Spielerkreis über Leidenschaft, Mut und Aggressivität reden und davon auf dem Platz nichts zu sehen ist.“

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Mirkan Aydin wusste nicht so recht, was er sagen sollte. Zum einen ging für den Angreifer aus dem Regionalliga-Team mit seinem ersten Bundesligaeinsatz ein Traum in Erfüllung. Andererseits sah er um sich herum nur enttäuschte Gesichter: „Ich hätte mir unter meinem Debüt auch etwas anderes vorgestellt. Natürlich bin ich dem Trainer unheimlich dankbar, dass ich spielen durfte. Aber das Endergebnis ist schon sehr bitter.“ Der 22-Jährige Angreifer wirkte übernervös und konnte sich nicht wie erhofft präsentieren.

Als eine der ersten zog es Marc Pfertzel nach dem Spiel in den Mannschafts-Bus. Der Franzose, der nach enttäuschender Leistung in der Halbzeit ausgewechselt wurde, machte aus seiner schwachen Vorstellung keinen Hehl: „Über mein Versagen bin ich völlig ratlos. Ich hatte mich sehr gut gefühlt. Aber nach dem 0:1, das ich mit einem schlimmen Fehler eingeleitet habe, ging nichts mehr auf dem Platz. Daran änderte auch mein Lattenschuss nichts. Das war schlimm, eine unerklärlich schwache Vorstellung.“

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Philipp Heerwagen traf nach dem Spiel mit seiner Analyse genau ins Schwarze: „Andere Mannschaften, wie heute Hoffenheim, denken in verschiedenen Situationen schneller als wir. Das ist nicht eine Sache der fehlenden Klasse, sondern einfach ein mentales Problem. Aber letztlich führt es dazu, dass wir oft zweiter Sieger sind.“ Und dann unterstrich der Goalie: „Wir haben es in Leverkusen und Hoffenheim versäumt, Bonuspunkte im Kampf um den Klassenerhalt zu sammeln. Das zwingt uns dazu, jetzt Mainz zu schlagen.“

Christoph Dabrowski, der früh durch eine Gelbe Karte gehandicapt war und danach sich stets am Rande eines Platzverweises bewegte, unterstrich noch einmal die Folgen der vielen unnötigen Ballverluste: „Da vergeudest du viel Kraft und Energie, um den Ball zurück zu erobern. Deshalb müssen wir dringend unsere Ballverluste minimieren.“ Und dann schob er warnend nach: „Wir dürfen die Situation nicht unterschätzen und dagegen ankämpfen.“

Blieb der VfL in der Vorbereitung vom Verletzungspech verschont, musste Marcel Koller in Hoffenheim auf zahlreiche Akteure verzichten:

Vahid Hashemian, der sich derzeit im Reha-Training befindet, hofft nach seiner überstandenen Innenbandverletzung am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können.

Das Gleiche gilt für Shinji Ono, der zuletzt an einer Sprunggelenkverletzung laborierte.

Mimoun Azaouagh hat sich nach seinem Muskelfaserriss erneut eine Virusinfektion zugezogen, konnte bisher nicht trainieren und hofft, „in den nächsten Heimspielen gegen meine Ex-Klubs Mainz und Schalke wieder einsatzfähig bin“.

Diego Klimowicz musste das Vormittagstraining am Dienstag abbrechen und am Freitag endgültig passen. Klimowicz: „Es ist schon ein wenig besser geworden, aber an einen Einsatz in Hoffenheim war nicht zu denken.“

Ebenso war auch Daniel Imhof nicht einsatzfähig. Er leidet seit Wochenmitte an einer Virusinfektion. Imhof: „Ich habe starke Kopfschmerzen und fühle mich schlapp. So hätte ich der Mannschaft nicht helfen können.“

Aufatmen dagegen bei Mergim Mavraj. Der Innenverteidiger unterzog sich zu Wochenbeginn einer Zahnwurzelbehandlung, stand aber trotz Schmerzen im Aufgebot.

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