Die Zahl

MSV: Rietpietsch will es Kritikern zeigen

07. Oktober 2005, 11:58 Uhr

Die Zahl "125" wird ausgespuckt, wenn man die bisherigen Einsatz-Zeiten von Mike Rietpietsch zusammenrechnet. Der Duisburger Neuzugang kam zwar in sechs Bundesliga-Begegnungen zum Einsatz, durfte aber jeweils nur Kurz-Arbeit verrichten.
Rietpietsch gibt zu: "Nach der guten Vorbereitung hatte ich schon erwartet, etwas mehr zu spielen, die Situation ist nicht zufriedenstellend."

Rietpietsch ist allerdings kein Typ, der laut auf die Pauke haut: "Ich werde mich keineswegs quer stellen und jede Woche einen Bericht in die Zeitung knallen, entweder spiele ich aufgrund meiner Leistung oder eben nicht."
Täglich beim Trainer an die Kabinen-Tür zu kopfen und die Perspektive abzufragen, ist ebenfalls nicht "Rietes" Ding: "Das habe ich vielleicht mit 20 Jahren gemacht. Wenn jeder von sieben Mann, die nicht im Kader stehen, immer zum Trainer rennt, kommt er aus dem Quatschen ja gar nicht mehr raus."
Für Mike Rietpietsch gilt bei den Zebras das Prinzip "Gas geben" und auf den richtigen Moment lauern. Der einstige Bochumer weiß: "Man muss zeigen, dass man spielen und gewinnen will. Auf ein Mal bist du drin und machst eine Nuss. Du benötigst im Spiel eine Aktion, bei der die Leute sehen: Aha, er ist da."
Der 31-Jährige schätzt die Lage realistisch ein. "Die Saison", sagt Mike Rietpietsch, "ist noch lang. Es gibt immer Verletzungs-Probleme, dazu die eine oder andere Sperre, das regelt sich alles von selbst. Ich bin ein Spaßvogel und kein negativer Typ, laufe hier bestimmt nicht mit einer Fresse über den Platz." Das Beispiel eines Team-Kollegen, der zunächst völlig außen vor war und mittlerweile wieder den Taktstock schwingt, sieht Rietpietsch: "So schnell kann es gehen. Dirk Lottner wurde teilweise nicht Mal eingewechselt, jetzt ist er wieder dabei."
Zusätzlich motiviert ist der Dampfmacher auch deswegen, weil bereits vor dem ersten Ball-Kontakt im Zebra-Dress schon in manchen Gazetten der Daumen nach unten gezeigt wurde. "Ich würde es den Kritikern gerne Mal beweisen", sagt der Blondschopf, "einige haben mich schon im Vorfeld als Fehleinkauf abgestempelt."
Trotz der Konkurrenz-Situation beim MSV ist die Tonlage innerhalb der Truppe absolut moderat, die gegenseite Akzeptanz ist da. Rietpietsch: "Wir ziehen alle an der selben Strippe, gehen vernünftig miteinander um, alle sprechen die selbe Sprache. Nur so kannst du zusammen Erfolg haben."

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