Der Julius-Hirsch-Preis geht an drei von der Fanszene getragene Initiativen aus München, Jena und Hannover, die sich gegen Diskriminierung einsetzen.

Julius-Hirsch-Preis

Fans werden für Engagement geehrt

09. September 2009, 18:03 Uhr

Der Julius-Hirsch-Preis geht an drei von der Fanszene getragene Initiativen aus München, Jena und Hannover, die sich gegen Diskriminierung einsetzen.

Den erstmals vergebenen Ehrenpreis erhielt Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit. Träger des fünften Julius-Hirsch-Preises ist die Initiative "Löwen gegen Rechts".

Die seit mehr als 15 Jahren aktive Initiative von Fans des Fußball-Zweitligisten 1860 München erhielt ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Die Gruppe engagiert sich im Stadion, im Internet und ihrem Magazin "Löwenmut" gegen Diskriminierung, Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie rund um den Fußball. Mit ihren kreativen Aktionen hat sie sich dabei in den vergangenen Jahren einen bundesweiten Ruf in der Fanszene erarbeitet.

Den zweiten Platz vergab die Jury an den in Jena beheimateten Verein "Hintertorperspektive", der von Anhängern des Drittligisten Carl Zeiss Jena gegründet wurde. Das Fanprojekt Hannover wurde auf den dritten Platz gewählt.

Die Initiativen aus Jena und Hannover erhielten ein Preisgeld von 6000 bzw. 4000 Euro für ihre antirassistische Arbeit. Insgesamt 38 Gruppierungen waren den Juroren vorgeschlagen worden.

Der Preis in Erinnerung an den in Auschwitz ermordeten jüdischen Fußball-Nationalspieler Julius Hirsch (1892 bis 1943) war vom DFB 2005 als eine Konsequenz aus der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Rolle des Verbandes in der NS-Zeit gestiftet worden. Er zeichnet den Einsatz für Toleranz und Menschenwürde, gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus aus.

Der Jury gehören unter anderem als Vorsitzender der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily, DFB-Präsident Theo Zwanziger und Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Maria Böhmer, Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, sowie Vertreter der Kirchen und der Familie Hirsch an.

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