MSV: Ahanfouf nur in der "Joker-Rolle"

13. September 2005, 10:10 Uhr

Neue Erfahrung! Abdelaziz Ahanfouf, unter der Woche im Nationalmannschafts-Einsatz für Marokko und dann gesundheitlich etwas angeknockt zurückgekehrt, musste in Mönchengladbach mit der harten Ersatzbank Vorlieb nehmen.

Neue Erfahrung! Abdelaziz Ahanfouf, unter der Woche im Nationalmannschafts-Einsatz für Marokko und dann gesundheitlich etwas angeknockt zurückgekehrt, musste in Mönchengladbach mit der harten Ersatzbank Vorlieb nehmen.

"Ich bin natürlich sauer über die ganze Geschichte, der Trainer hat nichts gesagt, da war ich schon überrascht, als ich auf den Plan guckte und nicht in der Startelf war", macht der Trickser aus seinem Herzen keine Mördergrube. Ahanfouf listet auf: "Ich habe ein gutes Länderspiel gemacht, durchgespielt, gegen Stuttgart und Lautern getroffen, habe mit Uwe Möhrle zusammen die meisten Tore beigesteuert. Bis auf das Dortmund-Spiel habe ich eigentlich gute Leistungen gebracht und gute Partien gezeigt." Ahanfouf weiter: "Ich bin natürlich auch selbstkritisch und weiß, ob ich gut oder schlecht gespielt habe. Ich kann natürlich nur versuchen, mich im Training oder über das Spiel anzubieten." Das gelang ihm nach seiner Hereinnahme nicht mit Nachdruck. Präsident Walter Hellmich stellte fest: "Ihm fehlte ein bisschen die Spannkraft, Aziz konnte nach seiner Einwechslung nicht so viel beweisen." Der Club-Chef ging auf Nachfrage ins Detail: "Ahanfouf hat nicht so viele Zweikämpfe gewonnen, konnte seine Tricks nicht so anbringen. Dazu muss man frisch sein."

Der Stürmer zu seiner "Joker-Rolle": "Natürlich macht es keinen Spaß, auf der Bank zu sitzen, aber wir haben nun Mal drei andere gute Stürmer, einer musste natürlich raus. Diesmal hat es mich getroffen. Ich kann nur sagen: Zum Glück habe ich diesmal kein Tor geschossen." Und im Nachsatz bat er um Verständnis: "Was bin ich denn für ein Fußballer, wenn ich nicht unglücklich auf der Bank sitzen würde?" Schluss-Satz des sichtlich niedergeschlagenen Knipsers: "Wenn ich Trainer gewesen wäre, hätte ich mich aufgestellt."

Torwart Georg Koch nahm zum Thema Unzufriedenheit Stellung: "Eigenschicksale dürfen bei uns nicht vorne angestellt werden. Es gibt meines Wissens nach bei uns keine Verträge, in denen drin steht, dass man immer spielt." Der Keeper verdeutlicht: "Aziz war krank und hat vor dem Gladbach-Spiel nur ein Mal mittrainiert. Klemen Lavric hat bei der Nationalelf getroffen, ist hier in Gladbach marschiert und hat ein gutes Spiel gemacht. So ist das im Fußball. Abdelaziz hat jetzt eine Woche Zeit, um sich anzubieten."

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