Die vielleicht 300 Fans auf dem Schalker Vereinsgelände nahmen nicht viel Notiz von dem jungen Mann, der da mit Amateur-Kicker Hiannick Kamba seine Runden drehte. Dabei war Mimoun Azaouagh erstmals auf dem Platz zu bewundern.

Azaouagh zurück auf Schalke

hb
03. September 2005, 12:39 Uhr

Die vielleicht 300 Fans auf dem Schalker Vereinsgelände nahmen nicht viel Notiz von dem jungen Mann, der da mit Amateur-Kicker Hiannick Kamba seine Runden drehte. Dabei war Mimoun Azaouagh erstmals auf dem Platz zu bewundern.

Die vielleicht 300 Fans auf dem Schalker Vereinsgelände nahmen nicht viel Notiz von dem jungen Mann, der da mit Amateur-Kicker Hiannick Kamba seine Runden drehte. Dabei war Mimoun Azaouagh erstmals auf dem Platz zu bewundern.

Ab sofort absolviert der 22-Jährige sein Aufbautraining in Gelsenkirchen, das unter Obhut von Fitness-Coach Dr. Christos Papadopoulos. „Das tut unheimlich gut, endlich hier bei der Mannschaft zu sein“, atmet Azaouagh auf. „Als ich am Montag von Frankfurt aus hier hin gefahren bin, hat es schon angefangen zu kribbeln.“

Rückblick: Am 30. Oktober 2004 verdrehte sich der damalige Mainzer beim 3:4 in Wolfsburg das linke Knie. Es folgte ein erster, offensichtlich unzureichender Eingriff von Dr. Hans-Jürgen Eichhorn in Straubing, nach dem sich beim Patienten keine Besserung einstellte. Als Schalke den Spieler verpflichtete und den Knochen erneut untersuchte wurde schnell klar, dass die erste Diagnose über die Schwere der Verletzung nicht richtig sein konnte. Während Azaoaugh am 4. März diesen Jahres erneut unters Messer musste, diesmal vom international angesehenen Fachmann Dr. Richard Steadman in Denver/Colorado, fochten die beiden Clubs einen höchst unerfreulichen Streit um die Ablösesumme für den gebürtigen Marokkaner mit deutschem Pass aus.

Die letzten Monate verbrachte Azaouagh bei Fitmacher Klaus Eder in Donaustaf, wo er sein Schicksal mit prominenten Patienten wie Jens Nowotny, Daniel Bierofka sowie einigen Kickern aus Russland und der Türkei teilte. „Und am Wochenende habe ich in Frankfurt Zusatzschichten bei Physio-Therapeut Adolf Katzenmeier gemacht“, schuftete der frühere „U 21“ –Nationalspieler fast rund um die Uhr für sein Comeback.

Dieses Kapitel in seiner noch jungen Karriere will Azaouagh nun hinter sich lassen und möglichst nie wieder erleben. „Das ist die schlimmste Zeit, die ein Sportler durchmachen kann. Ich habe mein ganzes Leben immer nur Fußball gespielt. Das ist das, was ich am besten kann und noch lange machen möchte“, betont der in Frankfurt aufgewachsene Straßen-Kicker.

Die ersten drei Partien seiner Team-Kollegen hat Azaouagh lediglich im Fernsehen verfolgt, die Auslosung in der Champions League ebenfalls. „Das sind tolle Clubs gegen die wir da spielen, aber für mich kommt das leider noch zu früh“, weiß Azaouagh.

Denn nach bald einjähriger Verletzungspause ist er ganz vorsichtig mit Prognosen, wann er wieder ins Mannschafts-Training einsteigen kann. „Nun müssen wir seine Belastung von 20 auf 100 Prozent steigern, das unter Berücksichtigung, wie das Knie reagiert“, erklärt Dr. Thorsten Rarreck die Vorgehensweise. „Ich hoffe, dass ich noch in diesem Jahr meinen ersten Einsatz für Schalke habe“, übt sich Azaoough in vorsichtigem Optimismus.

Die Schattenseiten des Fußballer-Daseins hat er erlebt, nun ist Zeit., dass für den sympathischen Offensiv-Kicker wieder die Sonne scheint.

Autor: hb

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