Gerald Asamoah traute seinen Augen kaum, als er am Samstag vor den Kabinen im Bremerhavener Nordsee-Stadion seinen „Doppelgänger“ traf.

SCHALKE - "Asa" und der Freund von Jerry

hb
24. August 2005, 08:47 Uhr

Gerald Asamoah traute seinen Augen kaum, als er am Samstag vor den Kabinen im Bremerhavener Nordsee-Stadion seinen „Doppelgänger“ traf.

Gerald Asamoah traute seinen Augen kaum, als er am Samstag vor den Kabinen im Bremerhavener Nordsee-Stadion seinen „Doppelgänger“ traf. Der heißt Opoko Tuffour, spielt für den FCB und freute sich auf das Duell mit seinem berühmten Ebenbild. „Ich kannte ihn vorher nicht persönlich, aber dann hat mich mein Cousin Jeffrey angerufen. Opoku ist ein guter Freund von ihm“, strahlte „Asa“, der in den letzten Tagen nicht viel Grund zum Lachen hatte.

Denn die Meldungen über sein angebliches Übergewicht hatten dem „Sonnyboy“ ganz schön zugesetzt. „Das fand ich richtig schlecht, ich hatte auch keine Möglichkeit, mich dagegen zu wehren. Vor einem Jahr wurde ich zurecht kritisiert, weil ich in meinem Urlaub in der Heimat wirklich zugenommen habe“, erklärte Asamoah. „Damals habe ich dann eine Diät gemacht und das Thema war schnell erledigt. Aber jetzt stimmte das einfach nicht.“

Die Schalker Verantwortlichen haben sich nun vor den 26-Jährigen gestellt. „Es wurde geschrieben, Gerald sei mit vier Kilo mehr aus dem Urlaub zurückgekommen. Das stimmt absolut nicht. Gerald hatte genau dasselbe Gewicht wie am Ende der letzten Saison. Er hat überhaupt nicht zugenommen“, erklärte Team-Manager Andreas Müller.

Auch Trainer Ralf Rangnick reagierte ziemlich erbost über die Darstellungen des 1,80 Meter großen und 85 Kilogramm schweren Stürmer. „Wir haben allerhöchsten Respekt vor Gerald. Dass er momentan noch nicht in Bestform ist, ist ganz normal, denn er ist drei Wochen nach den anderen Spielern erst wieder voll ins Training eingestiegen“, betonte der Fußball-Lehrer mit Blick auf den wegen der Teilnahme am Confederations-Cup verlängerten Urlaub Asamoahs. „Normalerweise ist man nach rund sechs Wochen wieder voll da. Gerald hat aber erst vier Wochen Vorbereitung absolviert.“

So ist es offenbar nur noch eine Frage der Zeit, ehe „Blondie“ seinen zum 30. Juni 2006 auslaufenden Vertrag verlängern wird. Asamoah ist längst Kult auf Schalke und ist gemeinsam mit Ebbe Sand sowie Tomasz Waldoch (jeweils seit 1.7.1999) der dienstälteste Spieler im S04-Kader. Nur Marco van Hoogdalem (1.1.1997), der wegen seiner Leber-Krankheit PSC sowie seines Hüftschadens vor dem Karriereende steht, ist noch länger auf Schalke. „Wir haben volles Vertrauen zu Gerald und er weiß, dass wir ihn unbedingt behalten möchten. Schließlich wissen wir, was wir an Gerald haben und er weiß, was er an Schalke hat“, stellte Müller klar.

Auch Levan Kobiashvili und Christian Poulsen, deren Kontrakte ebenfalls nach dem Ende der WM-Saison 2005/06 auslaufen, sollen langfristig an den Verein gebunden werden. „Bei ‚Kobi“ sind wir relativ weit. Christian haben wir mehrfach eine Vertragsverlängerung angeboten, daher haben im Juli die Anfrage vom FC Villareal ausgeschlagen. Wir würden gerne sehen, dass er bleibt, zumal sich Christian bei uns sehr wohl fühlt. Aber manchmal wechselt ein Spieler eben, weil er eine neue Herausforderung sucht“, weiß Müller.

Und sollte Asamoah doch einmal den Verein wechseln, Landsmann Tuffour hat sein Andenken an den Schalker Gegenspieler im Spind. Schon in der Halbzeitpause auf dem Weg in die Kabinen sicherte sich der Bremerhavener Verteidiger Asamoahs Trikot. Und, ganz frech: Nach dem Abpfiff schnappte sich Tuffour auch noch das Hemd von Sören Larsen. Für den Mann hat sich das Spiel gegen Schalke doppelt und dreifach gelohnt.

Autor: hb

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