Eine nach dem Abpfiff auf Schalke aus dem Frust heraus geborene Aussage („Ich spiele nie mehr in diesen Trikots“), verfolgt Christian Fuchs über mehrere Tage.

Fuchs denkt an Fans

„Das war schon brutal“

20. August 2009, 18:17 Uhr

Eine nach dem Abpfiff auf Schalke aus dem Frust heraus geborene Aussage („Ich spiele nie mehr in diesen Trikots“), verfolgt Christian Fuchs über mehrere Tage.

Dabei stellte der Österreicher lapidar fest: „Für unsere Leistung in der ersten Halbzeit gibt es nur eine Farbe, und das ist schwarz. Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt. Das ist durch nichts zu entschuldigen.“

Und dann nimmt er sich nochmals zurück und packt seine beißende Kritik an der Teamleistung in ein paar Nettigkeiten wie: „Drei Kontertore auswärts, da haben wir uns nicht glücklich angestellt.“ Sein Gesichtsausdruck verriet, er hätte lieber das Wort „dämlich“ benutzt. Und zu den „leichten Ballverlusten“, die ihm und seinen Kollegen massenweise unterliefen, wären ihm sicherlich auch noch ein paar deutlichere Worte eingefallen. Denn unmissverständlich erklärte er: „Natürlich erwarte ich von mir selbst viel mehr. Vor allem mit meiner Offensivleistung bin ich überhaupt nicht zufrieden.“

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Was ihn allerdings völlig in Rage brachte war die Tatsache, dass neben der 0:3-Klatsche ihn auch noch eine Agentur für alle Gegentore alleine verantwortlich machen wollte: „Das war mir dann des Bösen doch ein wenig zu viel.“

Aber dem Nationalspieler geht es überhaupt nicht um die Kritik an seiner Person, sondern er blickt auf das Gesamtbild: „Das war schon brutal, was wir unseren Anhängern zugemutet haben. Wir haben uns überhaupt nicht gut verkauft.“ Ganz offen spricht er über die möglichen Ursachen: „Unser Trainer will, dass wir mutig nach vorne gehen, aber wir haben Angst vor der eigenen Courage. Wir denken defensiv, wollen nichts anbrennen lassen und dabei ordnet sich jeder dem System unter. Unsere individuellen Fähigkeiten liegen brach, dabei brauchen wir sie so dringend für die Offensive.“

Der Linksfuß glaubt, dass dies ein Kopfproblem ist: „Irgendwie ist es eine mentale Sache. Wir gehen erst ins Risiko, wenn das Spiel quasi verloren ist.“ Ändert sich dies nicht, sieht Fuchs keine rosafarbene, sondern eher eine tiefschwarze Zukunft: „Wenn das so weiter geht, werden wir nicht viele Tore schießen.“ Um so erfreuter war der „Ösi“, dass auf Initiative von Trainer Marcel Koller am Montag Tacheles geredet wurde. Fuchs: „Die Sitzung kam genau zur rechten Zeit.“

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